Sechster Zugang des Winters

Kracher zum Jahreswechsel! BCF holt japanischen Ex-Jugendnationalspieler

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Hiroki Kotani.

BCF Wolfratshausen - Der BCF Wolfratshausen hat kurz vor Jahresende nochmal zugeschlagen und laut Trainer Marco Stier eine "Granate" verpflichtet. Der Neuzugang kommt aus dem fernen Japan.

23 Jahre ist er alt, spricht kein Deutsch und hat noch keine Sekunde in Deutschland Liga-Fußball gespielt. Hiroki Kotani ist der Name des Mittelfeldspielers, den die Wolfratshausener für sich gewinnen konnten. Dabei hatte der Japaner bei mehreren Regionalligisten mittrainiert und dort großes Interesse geweckt. 

Der Kontakt kam über einen langjährigen Bekannten von Stier zustande, wie der Ex-Profi gegenüber Fussball Vorort berichtete. Waldemar Matuschek und seine Beratungsagentur pflegen eine Kooperation in Fernost, über die einige Teams Interesse an Kotani bekundeten. Per Bewerbungsvideo präsentieren sich japanische Spieler in den europäischen Ligen, wo sie möglichst im Profi-Fußball unterkommen wollen. Als Stier das Video sah, war für ihn klar: "Das ist eine Granate!"

Um einen Eindruck für die Künste des Neuankömmlings zu gewinnen, ließ Stier ihn im Training mitmachen. "Der Hiroki ist Wahnsinn. Super Technik, sehr quirlig. Die genießen da drüben eine ganz andere Ausbildung." Eine ähnliche Meinung hatten auch zwei Regionalligisten und ein Bayernligist, der in der oberen Tabellenregion mitspielt. Da der betreffende Trainer jedoch kurz nach dem Probetraining entlassen wurde, ergriff Stier die Chance.

"Auch wenn er definitiv die Qualität hat, in der dritten Liga zu spielen, muss er sich erstmal an den deutschen Fußball gewöhnen. Hier spielt man deutlich körperbetonter." Davon konnte man auch den Spieler überzeugen, der jetzt vorerst bis zum Sommer beim BCF unterkommt. Hier will man ihm mit der deutschen Sprache helfen, Möglichkeiten zum jobben und eine Unterkunft geben. Gut möglich, dass er in die WG einiger Mitspieler aufgenommen wird. Englisch spricht Kotani schon.

Dass der ehemalige japanische Jugend-Nationalspieler früher oder später weiter oben landet, ist für seinen Coach klar. "Die Beobachter der Vereine aus der dritten und vierten Liga können ihn bei uns anschauen." Für den BCF ist es diesen Winter bereits der sechste Neuzugang. Abgesehen von einem möglichen Perspektivspieler soll es das aber nun gewesen sein. Man hätte diese Verstärkungen gebraucht und stehe jetzt in der Breite und Qualität so da, wie er sich das vorstelle.

Grundsätzlich will der ehemalige Stürmer aber klar stellen: "Diese Verstärkungen sind nicht nur für die Rückrunde gedacht. In den letzten Jahren wurden beim BCF in jeder Transferperiode zehn Spieler geholt und abgegeben. Damit ist jetzt Schluss." Mit dem von ihrem Konzept überzeugten Stamm will Stier den Nichtabstieg packen und Kontinuität in den Verein bekommen.

Dazu müsse auch jeder Spieler nochmal drauflegen und andere Prioritäten zurückstellen. Wenn einer nicht könne oder wolle, dann freue sich der nächste. "Der Konkurrenzkampf wird übermächtig sein." Momentan steht seine Mannschaft auf dem letzten Platz der Bayernliga Süd mit fünf Punkten Rückstand auf das rettende Ufer.

Text: Conan Furlong  

 

 

Quelle: fussball-vorort.de

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