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„Wenn das so weitergeht, pfeift bald niemand mehr“

Skandalspiel ASV Antdorf - FSV Höhenrain: Klemens Wind verteidigt Referee  

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Kritisiert Antdorf-Coach Hans-Peter-Oswald: Schiedsrichter-Obmann Klemens Wind

Das Kreissportgericht verhandelt noch über eine dritte Angelegenheit im Zuge der Vorfälle beim Kreisklassenspiel zwischen dem FSV Höhenrain und dem ASV Antdorf am vergangenen Sonntag.

Auf dem Kunstrasen am Bussardweg war es nach dem Abpfiff zu Ausschreitungen auf dem Platz gekommen. Anschließend wurde ein Höhenrainer Spieler im Kabinentrakt niedergeschlagen (wir berichteten). Wegen letzteren Vorfalls ermittelt die Polizei, die hinzugerufen worden war.

Bisher war nur bekannt geworden, dass vom Kreis-Sportgericht gegen den Antdorfer Trainer Hans-Peter Oswald und seinen Spieler Nikola Spasic jeweils wegen Schiedsrichterbeleidigung ermittelt wird. Da Referee Vitus Waibel im Elektronischen Spielbericht (ESB) einen Vermerk unter der Rubrik „Gewalttaten“ angekreuzt hat, werden automatisch sowohl der Unparteiische als auch die beteiligten Vereine dazu vernommen. Das Kreissportgericht wollte das weder bestätigen noch dementieren. „Wir dürfen uns zu einem laufenden Verfahren nicht äußern“, erklärte Beisitzer Gerhard Roth.

„Ich finde es absolut unverschämt, so etwas zu behaupten“

Mehr Gesprächsbedarf sah Klemens Wind. Der Obmann der Schiedsrichtergruppe Weilheim wies Oswalds Behauptung gegenüber der Presse zurück, dass Waibel die Verantwortung für die Vorfälle nach dem Spiel trage. „Schuld ist der Schiedsrichter“, hatte der Antdorfer Trainer gesagt. „Ich finde es absolut unverschämt, so etwas zu behaupten“, wehrte sich Wind vehement gegen diese Anschuldigung. Wind vermutet ein gezieltes Ablenkungsmanöver, das zu Lasten des Referees gehe. „Herr Oswald sollte sich zuerst nach seiner eigenen Verantwortung fragen, bevor er anderen die Schuld gibt“, riet er dem Trainer. Der Chef der Weilheimer Schiedsrichter verwies darauf, dass es Oswald sei, gegen den wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Kreissportgericht ermittelt werde. Außerdem sei es einer seiner Spieler, der bei der Polizei als tatverdächtig gelte, einen Höhenrainer niedergestreckt zu haben.

Zwischen beiden Kickern war es schon während des Spiels zu Provokationen gekommen. Wie sich jetzt herausstellte, hatte das spätere Opfer gegenüber dem Antdorfer eine „Affengeste“ gemacht. Die gelbe Karte, mit der Schiri Waibel diese Beleidigung ahndete, hielt Oswald für eine zu geringe Strafe. Nach dem Abpfiff wiederholte der Höhenrainer diese Geste gegenüber dem Antdorfer, was jedoch hinter dem Rücken des Unparteiischen geschah. Wind stellte klar, dass Waibel nach dem Regelwerk gehandelt habe.

„Nur wenn ein weißer gegenüber einem farbigen Spieler eine solche Geste macht, gibt es zwingend Rot“, erklärte Wind, „ansonsten Gelb.“ Der betroffene Antdorfer Fußballer habe jedoch eine weiße Hautfarbe, weshalb es sich um eine Unsportlichkeit handle und nicht um einen Fall von Rassismus. Der Obmann hält es deshalb für ein Unding, dass einem 20-jährigen Schiedsrichter eine Entscheidung zur Last gelegt werde, die regelkonform sei. „Wenn das so weitergeht, pfeift bald niemand mehr“, ermahnte er die Vereine, über die Tragweite ihrer Behauptungen nachzudenken, bevor sie mit ihrer Kritik an die Öffentlichkeit treten.  

Quelle: Merkur.de

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