„Haben hinten nichts zugelassen“

Murat Saglar und der TSV Steinhöring fügen dem FC Parsdorf die erste Pleite zu

Gedankenversunken: Murat Saglar, Steinhörings Coach, wunderte sich lange über eine Spielverlegung.
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Gedankenversunken: Murat Saglar, Steinhörings Coach, wunderte sich lange über eine Spielverlegung.

Über die Verlegung unter der Woche hatte sich Murat Saglar gewundert. Am Freitagabend konnte sich der Coach einen Reim darauf machen, als ihn sein Team zum Junggesellenabschied entführte.

 „In meiner Heimatstadt haben wir uns dann zwei Tage lang gut an die Stadt, die niemals schläft, angepasst“, freute sich Saglar am späten Dienstagabend in einem Nachholspiel der Kreisklasse 6 dann auch noch über einen sportlichen Mehrwert dieser „Teambuilding-Maßnahme“. In einem sehr intensiven, aber extrem mittelfeld-lastigen Schlagabtausch ohne viele Großchancen, beendete der TSV Steinhöring mit einem 2:0-Heimsieg die verlustpunktfreie Startserie des FC Parsdorf.

Zwar hatte sich Saglar für das Spitzenspiel eine etwas eindrucksvollere Kulisse erhofft, mit der Effektivität seiner Elf war er dafür umso mehr zufrieden. „Beide Teams haben die Zweikämpfe gesucht und wollten Fußball spielen, wir haben hinten aber eigentlich nichts zugelassen“, sprach Saglar von einem „verdienten“ Heimsieg, den Kevin Dimovs Führungstreffer nach einer halben Stunde einleitete.

 Nach 79 Minuten „Deckel drauf“

Steinhöring hat das clever gemacht, es gab viele Fouls, viel Gelaber und viele Nickligkeiten, und davon haben wir uns anstecken lassen und sind selber hektisch geworden“, meinte FCP-Coach Carsten Altstadt. Weil es der TSV-Defensive gelang, das torgefährliche Sturm-Quartett der Gäste „Matt zu setzen“ und die Saglar-Elf offensichtlich „aus den Fehlern der Vorwoche gelernt“ hatte, war nach einem weiten Einwurf und einem laut Saglar „traumhaften Kopfballtor“ von Benjamin Lechner nach 79 Minuten „der Deckel drauf“.

In der achtminütigen Nachspielzeit sah Parsdorfs Gabriel Hrase nach einem „völlig sinnlosen Tritt von hinten in die Beine“ (Saglar) die Rote Karte. Teamkollege Gabriel Thul handelte sich verbal nach dem Abpfiff noch Gelb-Rot ein. Der Frust in Parsdorf hielt sich jedoch in Grenzen. „Wir haben uns intern ein klares Ziel mit einer klaren Punktzahl gesetzt, die nichts mit dem Aufstieg zu tun hat. Das wurde bisher gut umgesetzt, und das wollen wir weiterverfolgen“, sagte Altstadt.

„Solche Sachen schweißen eben zusammen“

Indes standen bei aller Steinhöringer Feierstimmung Überlegungen zu regelmäßigen Wochenendtrips in die Hauptstadt und Dienstagsspieltagen in der Kabine hoch im Kurs. „Solche Sachen schweißen eben zusammen“, weiß Saglar, „deshalb habe ich die Jungs am Montag nicht trainieren, sondern lieber schlafen lassen“. Ein erfolgreiches Party-Wochenende hat für den Coach aber nur einen nachhaltigen Effekt, „wenn wir am Sonntag gegen Hohenbrunn nachlegen können und da weitermachen, wo wir in der 98. Minute aufgehört haben“.

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