Fußball

Kreisklasse: Michael Pech verlässt den SV Marzling, VfB-Reserve verstärkt sich

+
„Aufgestiegen“: Michael Pech (l.) kickt künftig eine Klasse höher – der Co-Spielertrainer des SV Marzling ist zum Kreisligisten FC Eitting gewechselt. Ein herber Verlust für die Marzlinger.

Die Kreisklassen-Teams aus dem Landkreis treiben ihre Planungen für die restlichen Saisonspiele voran. Der SV Marzling hat derweil einen Abgang zu verzeichnen.

Landkreis – Aktuell befinden sich die Fußball-Kreisklassisten aus dem Landkreis in einem Schwebezustand: Bis zur geplanten Fortsetzung der Saison ab September ist noch genügend Zeit. Dennoch ist der Trainingsbetrieb unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen wieder möglich. Doch während manche Clubs Fußball ohne Zweikämpfe für sinnlos halten und die Zeit nutzen, um den Kader für die restlichen Partien zu planen, arrangieren sich einige Mannschaften mit den Einschränkungen.

SpVgg Mauern

Bei der SpVgg sei „langsam alles wieder im Kommen“, erzählt Technischer Spielleiter Alexander Karl. Nach dem allgemeinen Lähmungszustand starteten die Erste und Zweite Mannschaft vorige Woche in Mauern wieder in den Trainingsbetrieb. Dafür musste einiges an Planungsaufwand investiert werden. „Das ist alles ganz genau koordiniert“, sagt Karl, „damit sich die Spieler auf dem Platz nicht zu nahe kommen.“ Berührungsängste haben hoffentlich nicht die Spieler der ehemaligen A-Jugend. Denn Karl setzt vor allem darauf, dass die talentierten Kicker den Herrenbereich ab September verstärken.

SC Freising

Erfahrung mit Fußball auf Abstand haben auch die Spieler des SC Freising, die vorletzte Woche wieder auf den heimischen Sportplatz zurückgekehrt sind. SCF-Abteilungsleiter Erik Hillenbrand berichtet sehr positiv von den ersten Einheiten: „Das hat deutlich besser geklappt, als erwartet, und sehr viel Spaß gemacht.“ Um die Hygiene-Regelungen, wie etwa das Verbot, sich Bälle mit der Hand vorzulegen, umzusetzen, habe man beim Sportclub kreative Lösungen gefunden: „Wir haben ausgemacht, dass jeder, der den Ball mit der Hand berührt, einen Euro in die Mannschaftskasse zahlen muss.“ Die gewonnenen Einnahmen werden aber kaum in Neuzugänge investiert werden. „Momentan ist da sehr wenig Bewegung bei uns“, so Hillenbrand, der dem im Winter zusammengestellten Kader vertraut.

TSV Nandlstadt

Für eine Rückkehr in den Trainingsalltag sind TSV-Trainer Mario Tafelmaier die Auflagen noch zu hoch: „Das hätte derzeit wenig Sinn“, findet der Übungsleiter. Stattdessen biete das Betreuerteam aktuell ein Leichtathletiktraining auf freiwilliger Basis an, damit wegen der Corona-Pause keine Langweile bei den Spielern aufkomme.

TSV Paunzhausen

Der TSV plant, in den letzten Juli-Wochen wieder ins Training einzusteigen, um so quasi direkt in die Vorbereitung für die Saisonfortsetzung zu starten. Dies habe die Vorstandschaft so entschieden, betont Trainer Bastian Schweiger. Der Übungsleiter hatte seine Schützlinge lange mit individuellen Trainingsplänen versorgt – „die nächsten Wochen aber sollen es die Jungs ruhiger angehen lassen“. Danach hoffen die Paunzhausener, ohne Kontaktbeschränkungen auf den grünen Rasen zurückkehren zu können.

Vatanspor Freising

Auch Vatanspor hält sich noch zurück mit den ersten fußballerischen Trockenübungen. „Ein Training ohne Zweikämpfe, das ist eigentlich kein Fußball“, sagt Abteilungsleiter Tamer Bulkurcu. Er verweist zudem auf die – im Vergleich zu anderen Vereinen – dünnere Infrastruktur Vatanspors, die eine Einhaltung der Hygieneauflagen wohl erschweren würde. Stattdessen hoffe man, ab dem 15. Juli wieder ohne Einschränkungen in den Trainingsbetrieb zurückzukehren. Die Mannschaft ist laut Bulkurcu gut aufgestellt und motiviert für einen Neustart – und dabei hebt er besonders die Neuzugänge aus der Winterpause hervor. Bis auf Goalgetter Erkal Üsküplü, der ab August seine Elternzeit in der Türkei verbringt, wird das gesamte Team zur Verfügung stehen, wenn im August, so ist es angedacht, das erste Testspiel gegen den VfB Hallbergmoos ansteht.

SV Marzling

Eine größere Veränderung gibt es beim SV Marzling: Assistenzspielertrainer Michael Pech hat den Club verlassen und ist zum FC Eitting in die Kreisliga gewechselt, um dort erneut als kickender Co-Trainer zu fungieren. „Wir haben ihn damals nach seiner Zeit beim TSV Moosburg sehr gerne aufgenommen und sind ihm für diese zwei Jahre bei uns sehr dankbar. Er hat dem Verein große Dienste erwiesen, weshalb wir ihm auch keine Steine in den Weg legen“, sagt SVM-Abteilungsleiter Jochen Jürgens. Durch den Abgang Pechs wurde aus dem Trainertrio nun ein Duo – bestehend aus Thomas Zellermeyr und Florian Wolf. Nicht nur als Übungsleiter, sondern auch auf dem Platz wird der 35-jährige Pech, der 2019/20 nur eine Saisonpartie verpasst hat, eine Lücke hinterlassen.

Die Marzlinger haben vermutlich am frühesten wieder die Fußballschuhe geschnürt und bereits am 15. Mai begonnen, in Kleingruppen wieder zu trainieren. Dies wurde allerdings schnell wieder eingestellt. „Wir haben die Spieler damals um Feedback gebeten und dann beschlossen, noch ein wenig abzuwarten“, berichtet Jürgens.

SV Hörgertshausen

Coach Sebastian Liegert erzählt von einem entspannten Trainingsstart vor 14 Tagen: Seine Truppe wurde in Kleingruppen eingeteilt und habe die Vorgaben „super“ eingehalten. „Es ging hauptsächlich darum, dass man sich wieder mal sieht, und natürlich darum, ein bisschen gegen den Ball zu treten.“ Seine Mannschaft sei gut durch die Corona-Pause gekommen und wirke fit. In der nächsten Zeit werde der SVH weiter wöchentlich trainieren und bei etwaigen Lockerungen die Intensität steigern, erklärt Liegert.

SV Vötting

Ebenfalls zufrieden zeigt sich Maximilian Peschek, Abteilungsleiter des SV Vötting, mit dem Wiederauftakt des Trainings, das vor allem aus Pass- und Torschussübungen bestehe, um den Abstand einzuhalten. Das stößt auf hohe Resonanz: „Wir haben angesichts der Umstände eine recht hohe Trainingsbeteiligung.“

TSV Au

Trainer Christian Hobmeier will es in der ersten Zeit nach dem Re-Start erstmal ruhig angehen lassen. „Wir müssen uns langsam wieder herantasten. Nach einer so langen Pause muss sich der Körper wieder an die Fußballbewegungen gewöhnen. Denn sonst sind Verletzungen vorprogrammiert“, erläutert der Übungsleiter. Deshalb stünden, wenn der Trainingsbetrieb in dieser Woche wieder startet, vor allem Ballschule und einfache Dribblingübungen auf dem Zettel. Hobmeier steht dann ein vollständiges Team zur Verfügung, weil Manuel Beer nach einer Weltreise wieder im Land und Max Bausch nach einer Knieoperation zurückgekehrt ist.

SpVgg Zolling

Letzte Woche betraten alle Zollinger Teams wieder den Sportplatz an der Amper. „Es ist schwierig, aber machbar“, sagt Abteilungsleiter Markus Pöschl über die Corona-Vorsichtsmaßnahmen. „Wir werden jetzt sehen, wie das bei der Mannschaft ankommt – und dann schauen, wie es weitergeht.“ Innerhalb des Teams hätten sich keinerlei Veränderungen ergeben.

SG Eichenfeld

Die Fußballer von Tabellenschlusslicht SG Eichenfeld trainieren seit drei Wochen wieder regelmäßig und haben sich neben dem üblichen Koordinations- und Techniktraining vor allem die Verbesserung taktischer Details zum Ziel gesetzt. „Grundlegende Dinge wie das Aufbauspiel nehmen wir nochmal unter die Lupe, um auf gegnerisches Pressing besser reagieren zu können“, berichtet Spielertrainer Markus Ujwari. Dies sei durch ein paar Markierungen auch ohne Zweikämpfe möglich. Dabei helfen, die magere Ausbeute in der bisherigen Saison (nur ein Zähler auf der Habenseite) auszubauen, sollen mehrere junge Spieler, die neu zur Mannschaft stoßen.

FVgg Gammelsdorf

Mit ihrem neuen Coach Tobias Weinzierl ist die FVgg Gammelsdorf vor zwei Wochen in einen „ganz entspannten und freiwilligen Trainingsalltag“ eingestiegen, sagt der ebenfalls neue Abteilungsleiter Florian Pichlmaier. Er und Sepp Rockermaier sind zwar noch nicht ins Amt gehoben, da Corona eine Wahl bislang verhinderte, haben jedoch de facto die Abteilungsleitung bereits übernommen. Im Gegensatz dazu stehen im Kader der FVgg keine großen Veränderungen an: „Wir planen momentan ohne neue Spieler“, erklärt Pichlmaier. Weinzierl kenne die Mannschaft schon aus seiner Zeit als Co-Trainer und plane, ab der zweiten Juli-Hälfte wieder voll in die Vorbereitung auf die Restsaison einzusteigen.

FC Neufahrn

In Neufahrn rollt der Ball bereits seit drei Wochen wieder. Wöchentlich werde nun trainiert, erzählt Coach Willi Kalichman, der sich mit den ersten Versuchen zufrieden zeigt: „Die Hygienevorschriften geben einem die Möglichkeit, die Spieler individueller zu fördern.“ Man feile aktuell daher an den technischen Fähigkeiten. Die beiden Abgänge Maximilian Felsner (zum TSV Eching III) und Adam Bojanowski (zum VfB Hallbergmoos II) sollen vor allem mit ehemaligen A-Jugendspielern, die in den Herrenbereich aufrücken, ersetzt werden.

VfB Hallbergmoos II

Seit sechs Monaten ist Gencer Ugurlu bereits Trainer der Hallbergmooser Zweitvertretung, trotzdem hat der Coach noch immer kein Pflichtspiel mit seiner neuen Mannschaft bestritten. Eine kuriose Situation. Umso mehr freut sich Ugurlu, wieder den Trainingsplatz zu betreten. Auch deshalb, weil sich sein Team mit Adam Bojanowski (FC Neufahrn) und den jungen Offensivspielern Marc Winkelmann und Lorenzo Filippetti (beide eigene U 19) noch einmal für den Kampf um den Klassenerhalt verstärkt hat.

Sebastian Bergsteiner

Lesen Sie auch: BC Attaching II: Alexander Ricks wird U15-Co-Trainer bei der SpVgg Unterhaching

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Kommentare