Münchner Kreisklassisten sind heiß auf den Ball

Phönix peilt Aufstieg an - DePrato holt „Maschine“ Kratzel

Auch die unterklassigen Vereine nehmen wieder ihren Spielbetrieb auf. Beim SV Riedmoos wollte Özer Aktas (obenauf) sein Traineramt im Herbst eigentlich abgeben – und auch ein Nachfolger war in Maximilan Rothfuß schon gefunden. Doch weil sich die laufende Spielzeit bis ins Jahr 2021 ziehen wird, hat auch der 38-Jährige sein Engagement verlängert. 
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Auch die unterklassigen Vereine nehmen wieder ihren Spielbetrieb auf. Beim SV Riedmoos wollte Özer Aktas (obenauf) sein Traineramt im Herbst eigentlich abgeben – und auch ein Nachfolger war in Maximilan Rothfuß schon gefunden. Doch weil sich die laufende Spielzeit bis ins Jahr 2021 ziehen wird, hat auch der 38-Jährige sein Engagement verlängert. 

Die Münchner Kreisklassisten bereiten sich auf den Re-Start ab September im Amateurfußball vor. Ein Überblick über die Teams aus dem Münchner Norden.

Landkreis – Nach der monatelangen Corona-Pause kehren auch die Kreisklassen-Fußballer wieder auf die Trainingsplätze zurück. Ihr Blick richtet sich auf den September, wenn die laufende, bis 2021 verlängerte Spielzeit fortgesetzt werden soll – inklusive eines Ligapokals, sofern es die Corona-Lage zulässt. Wir haben uns bei den Kreisklassisten aus der Region umgehört, was sich bei ihnen in der Zwangspause getan hat – und mit welchen Ambitionen sie in die Rückrunde gehen.

Kreisklasse 1

Beim SV Riedmoos wollte Özer Aktas sein Traineramt im Herbst eigentlich abgeben – und auch ein Nachfolger war in Maximilan Rothfuß schon gefunden. Doch weil sich die laufende Spielzeit bis ins Jahr 2021 ziehen wird, hat auch der 38-Jährige sein Engagement verlängert: Bis zum Saisonende werde er das Team weiter betreuen, sagt Aktas. In Jürgen Maier und Maximilan Rothfuß stehen ihm dabei zwei Co-Trainer zur Seite, wobei Letzterer in der nächsten Spielzeit dann zum Chefcoach aufsteigt. Der 24-jährige Rothfuß kommt vom SV Niederroth, hat mit Sulzemoos in der Bezirksliga gespielt und dürfte auch auf dem Platz eine Verstärkung für den SVR sein. Ansonsten ist der Kader in Riedmoos zusammen geblieben, weshalb Aktas zuversichtlich auf die Rückrunde blickt. „Wir erhoffen uns einiges vom Ligapokal“, sagt der Coach. Und bei acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz sei auch noch in der Tabelle vieles möglich – „wenngleich es natürlich sehr schwer wird“, so Aktas.

Einige Plätze nach oben will auch der SV Lohhof II – jedoch aus anderen Gründen. Denn mit bloß vier Punkten aus 13 Spielen rangiert die Reserve aktuell auf dem letzten Tabellenrang und müsste Stand jetzt runter in die A-Klasse. Den Abstieg noch abzuwenden, werde für die Mannschaft von Trainer Daniel Puppenberger sehr schwierig, räumt Abteilungsleiter Stefan Porsch ein. „Ich bin da leider nicht sehr zuversichtlich.“ Das Problem der Zweiten Mannschaft sei, „dass in den vergangenen fünf Jahren keine Jugendspieler mehr nach oben gekommen sind“. Das werde sich ab nächster Saison ändern, sagt Porsch. „Dann kommen jedes Jahr sieben, acht Spieler aus der Jugend nach. Deshalb wäre es ziemlich blöd, wenn es die Zweite Mannschaft jetzt erwischen würde.“

Kreisklasse 2

Dreimal in Serie ist der FC Phönix Schleißheim knapp am Aufstieg vorbeigeschrammt, nun soll es diese Saison endlich klappen – auch, wenn es bis zum Jahr 2021 dauert. Trotz eines Spiels weniger als der ärgste Verfolger thront die Elf von Trainer Josip Zagar aktuell mit einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze. Seit 14 Tagen sei man wieder im Training, aktuell mit vier Einheiten die Woche, berichtet Technischer Leiter Karl-Heinz Lainer. Ihm zufolge hat es beim FC Phönix in der Corona-Pause weder Zu- noch Abgänge gegeben.

Ähnlich sieht das beimFC Türk Sport Garching aus, der seit vergangener Woche wieder im Mannschaftstraining ist: Laut Trainer Hanifi Torun hat lediglich ein Kicker den Verein verlassen. „Ansonsten sind alle geblieben.“ Auch deshalb blickt der Coach optimistisch auf die anstehende Restsaison. Torun lobt ausdrücklich, „dass der Verband da eine gute Lösung gefunden hat – auch mit dem Ligapokal“. Bei sieben Zählern Rückstand auf den Relegationsplatz schielen die Garchinger noch auf die Aufstiegsränge. Darauf angesprochen sagt der Trainer: „Wir haben noch zwölf Spiele, das sind 36 Punkte. Da kann noch viel passieren.“

Drei Zähler und zwei Plätze hinter dem Stadtrivalen rangiert der VfR Garching II. „Nach oben zu weit und nach unter relativ sicher“ – so kommentiert Trainer Michael Weicker die Tabellensituation seines Teams. Auch aus diesem Grund will die Reserve ihren Fokus durchaus auch auf den Ligapokal richten. „Der wird spannend, weil‘s da wirklich um was geht“, sagt Weicker, dessen Mannschaft kürzlich den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen hat. Personell sei der Kader – anders als beim Regionalligateam des VfR – „stabil geblieben“. Allein einige Jugendspieler seien hinzugekommen, die es nun zu integrieren gelte. Als Ziel für die Rückrunde formuliert Weicker: „Eine gute Grundlage für die folgende Saison schaffen und die junge Mannschaft weiter entwickeln.“

Bisher noch nicht die Fußballschuhe geschnürt haben die Kicker des FC Ismaning II. „Wir sind gerade in der Abstimmung, wann wir mit dem Training beginnen“, sagt Coach Helmut Leidenberger. Voraussichtlich werde man diese Woche anfangen. Leidenberger zufolge hat sich der Kader der FCI-Reserve durch die Corona-Pause nicht verändert. „Man habe sowohl darauf verzichtet, Neuzugänge zu holen, als auch wechselwilligen Spielern keine Freigabe erteilt. Für die Ismaninger wird es in der Rückrunde darum gehen, die Klasse zu halten: Aktuell rangiert der FCI auf Tabellenrang elf – punktgleich mit dem ersten Absteiger. Eigentlich wäre das Team zwei Plätze weiter vorne, doch weil in einer Partie ein Spieler unberechtigterweise zum Einsatz kam, wurden den Ismaningern drei Punkte abgezogen. Unabhängig davon gibt sich Helmut Leidenberger überzeugt, dass seine Elf den Klassenerhalt schaffen wird – „weil die Qualität in der Mannschaft gut genug ist“.

Kreisklasse 5

Schon Anfang Juli ist der Putzbrunner SVauf den Trainingsplatz zurückgekehrt, und ab dieser Woche werde man mit Blick auf die Saisonfortsetzung im September „die Intensität erhöhen“, kündigt Trainer Philipp Würdinger an. Seine Elf wäre bei einem Saisonabbruch als Tabellendritter – zwei Punkte hinter dem Spitzenreiter, einen Zähler hinter dem Relegationsplatz – leer ausgegangen. Da nun die Spielzeit jedoch fortgesetzt wird, habe sein PSV weiterhin Aufstiegschancen, sagt Würdinger. „Wir haben die Teams vor uns im direkten Duell beide geschlagen und können das wieder schaffen.“ Zwar sei der Aufstieg „nicht Pflicht“, betont der Coach, dessen Team die vergangenen zwei Saisons jeweils als Vierter beendete. „Aber wir werden alles daran setzen, dass wir diesmal am Ende ganz oben stehen.“

Kreisklasse 6

In der Kreisklasse 6 trainieren inzwischen wieder alle vier Landkreis-Klubs. Der FC Aschheim IIist Anfang voriger Woche auf den Trainingsplatz zurückgekehrt, und sogar zwei Testspiele habe er schon vereinbart, sagt Trainer Martin Nitsche – „auch wenn ich noch nicht weiß, wann wir die spielen können“. Die Stimmung in der Mannschaft jedenfalls sei nach der langen Pause gut. Personell habe sich nichts verändert, sagt Nitsche – „und wir brauchen auch keine Neuzugänge“. Schließlich ist die FCA-Reserve zuletzt zweimal aufgestiegen und rangiert jetzt schon wieder auf Tabellenrang vier – bloß fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz. „Wir wollen solange wie möglich oben dranbleiben“, gibt Nitsche als Ziel für die Rückrunde aus.

Punktgleich mit und unmittelbar hinter dem FCA liegt derTSV Grasbrunn, dessen Trainer Markus De Prato jedoch „gar nicht auf die Tabelle schaut“, wie er sagt. Vielmehr habe er langfristige Ziele und wolle in seinem ersten Jahr als TSV-Trainer „das Fundament dafür schaffen“. Nach einer zweiwöchigen Pause bat De Prato seine Kicker nun zum Vorbereitungsstart. Nicht mehr mit dabei ist dann Benedikt Brunner. Er hat sich dem TSV Poing angeschlossen, der von Stefan De Prato trainiert wird, dem Bruder des Grasbrunner Coaches. Dieser wiederum kann zwei Neuzugänge vermelden: Maximilian Kratzel aus Ottobrunn und Abdel Fofana von Arcadia Messestadt haben sich beide dem TSV angeschlossen.

(Patrick Stäbler)

Quelle: Merkur.de

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