„Es herrscht eine Unzufriedenheit im Verein“

Trotz guter Hinrunde: TSV Peißenberg mit Missklängen in die Winterpause

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Zuletzt war die Stimmung eher gedrückt: Zum Abschluss der Vorrunde kassierten die Peißenberger (v. li. Andreas Hett, Georg Reich, der derzeit verletzte Hannes Kunterweit und Torhüter Adrian Erhart) zwei Niederlagen. Besonders bitter war das 0:7 gegen Mitaufsteiger Uffing.  

Nach dem zweiten Aufstieg in Folge hat sich der TSV Peißenberg in der Kreisliga sofort zurechtgefunden. Dennoch gehen die Peißenberger von Misstönen begleitet in die Winterpause.

Wären doch bloß die letzten beiden Partien nicht gewesen: Zweimal traten die Peißenberger da auf dem heimischen Grün in Wörth an, zweimal mussten sie sich geschlagen geben. Das 0:1 gegen Holzkirchen wäre ja noch zu verkraften gewesen, doch die Woche zuvor hatte es eine 0:7-Klatsche gegen Mitaufsteiger Uffing gegeben. Trainer Bodo Nusser sprach bei dieser Partie von Arbeitsverweigerung seiner Mannschaft.

Schenkt man den Worten des Peißenberger Trainers Glauben, ist die Stimmung aber nicht nur wegen dieser beiden verlorenen Partien schlecht. „Es herrscht eine Unzufriedenheit im Verein“, so Nusser. Zwischen Erster und Zweiter Mannschaft herrscht Zwist. „Spieler aus der Zweiten fühlen sich zurückgesetzt, weil wir nicht gemeinsam trainieren“, berichtet Nusser. Verstehen kann der das Ganze nicht: „Viele kann ich nicht gebrauchen, denn die beweisen sich teilweise nicht einmal in der Zweiten.“ Der TSV-Coach warnt: „Das dividiert sich gerade ein wenig auseinander.“ Mit Befremden hat er auch zur Kenntnis nehmen müssen, dass – aus welchen Gründen auch immer – „teilweise die Hälfte der Mannschaft nicht im Training ist“. Und dann kommt es immer wieder zu Streitereien. In der Winterpause hält Nusser es daher für sinnvoll, sich mit den Verantwortlichen zusammenzusetzen und die Situation zu erörtern.

„Ein 0:7 passiert auch Vereinen in der Bundesliga“

Auch Thomas Lang, der Sportliche Leiter der Peißenberger Fußballer, räumt ein, dass „die Stimmung nicht gerade berauschend ist“. Das führt er aber lediglich auf die zuletzt schlechten Ergebnisse zurück. Dramatisieren will er die Lage aber nicht: „Ein 0:7 passiert auch Vereinen in der Bundesliga“, so Lang. Und bei der Zweiten Mannschaft in der A-Klasse sei alles „auch gerade schwierig“. In elf sieglosen Partien gab’s lediglich vier Unentschieden. Da sei es doch logisch, so Lang, dass da keine überschäumende Freude herrsche.

Peißenbergs Sportlicher Leiter ist merklich darum bemüht, eine positive Zwischenbilanz zu ziehen. „Wir haben ja auch gute Spiele gesehen.“ Darüber hinaus dürfe man auch nicht vergessen, dass der Verein zweimal in Folge aufgestiegen sei und das junge TSV-Team in seinen Leistungen „Schwankungen unterworfen ist“, so Lang. Und dann sind da ja auch die zahlreichen Verletzungen: „Das ist ja praktisch mit dem ersten Spiel losgegangen“, sagt Lang. Getroffen hat es unter anderem Leistungsträger wie Hannes Kunterweit, und Thomas Jerouschek. Es gab Spieltage, da stellte sich die Mannschaft quasi von selbst auf. „Momentan ist die Aufstellung schlechter als letztes Jahr in der Kreisklasse“, hat Trainer Bodo Nusser festgestellt.

„Wir haben Kämpfer“

Da trifft es sich nicht so gut, dass der TSV kaum Neuzugänge zu verzeichnen hat. Diesbezüglich sind die Peißenberger gebrannte Kinder, wie sich der Sportliche Leiter erinnert. Vor Jahren habe man mal Spieler aus der gesamten Region geholt. „Dann ist es nicht mehr gelaufen, und alle waren weg“, so Lang. Aus diesem Grund hat er sich mit Haut und Haaren dem Peißenberger Modell verschrieben. Dieses hat zum Ziel, möglichst viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in den Seniorenbereich zu integrieren.

Trotz der Missklänge, die den TSV Peißenberg in die Winterpause begleiten, zieht auch Coach Nusser eine positive Zwischenbilanz: „Man hat gesehen, dass wir mitspielen können.“ Denn neben Stimmungskillern wie dem 0:7 gegen Uffing gab es auch glorreiche Momente wie das 10:0 gegen Egling/Straßlach, das 4:0 in Murnau, das 3:1 gegen Polling oder das 2:2 gegen Tabellenführer Otterfing. „Wir haben 20 Punkte, darauf kann man aufbauen“, so Nusser. Er hat aber auch beobachtet, dass die Mannschaft seiner Ansicht nach zum Teil überfordert ist, was die Technik in der Kreisliga betrifft. „Wir haben Kämpfer“, so Nusser. Da ist die entsprechende Kondition gefordert. Die holt man sich im Training. Problematisch nur, wenn die Trainingsbeteiligung sich in Grenzen hält. 

Quelle: Merkur.de

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