Fußball

Kreisliga 2: Dem TSV Moosburg steht ein größerer Umbruch ins Haus

+
Sie bleiben zusammen – egal, in welcher Liga: Die abstiegsbedrohten Fußballer des FC Moosburg – hier Kapitän Benedikt Einhauser (r.) – befinden sich bei den Planungen für die neue Runde schon mehr oder weniger auf der Zielgeraden.

Wie geht es weiter bei den Fußballclubs in der Kreisliga 2? Der TSV Moosburg muss sich für die nächste Saison einen neuen Coach suchen. Bei vielen Teams ist die Trainerfrage dagegen längst beantwortet.

Landkreis – Die derzeit unterbrochene Fußball-Saison 2019/20 soll ab dem 1. September fortgesetzt werden und damit auf sportlichem Wege zu Ende gehen: Das ist das eindeutige Ergebnis des Meinungsbilds, das der Bayerische Fußball-Verband (BFV) von seinen Vereinen eingeholt hat. Irgendwann wird allerdings eine neue Runde starten. Doch wie sehen die Planungen bei den sechs Kreisliga-Clubs dem Landkreis aus? Schon jetzt steht fest: Nicht alle Vereine planen mit der momentanen Besetzung für eine nächste Saison, wie auch immer sie aussehen und wann sie beginnen mag.

BC Attaching

Relativ entspannt ist die Situation aktuell beim BCA. Mit dem Trainergespann der Ersten Mannschaft haben die Verantwortlichen längst verlängert – Enes Mehmedovic und Attachings Urgestein Stephan Fürst haben bereits zugesagt. „Die beiden harmonieren einfach super“, schwärmt Abteilungsleiter Sigi Brunnhuber. „Außerdem“, fügt er schmunzelnd hinzu, „spielt der Enes ab und zu für unsere Zweite, das ist wichtig.“ Mehmedovic und Fürst arbeiten seit 2018 beim BCA zusammen.

Spielerwechsel gibt es bei den Attachingern Kickern dagegen noch nicht zu vermelden – und genau darin sieht Brunnhuber ein Problem. Das sei ein schwieriges Thema – vor allem, weil vom Verband diesbezüglich „50 verschiedene Vorschläge“ kämen, die allesamt nicht zufriedenstellen würden. „Das ist alles in der Schwebe.“ Zumindest über einen halben Neuzugang können sich die BCA-Fans freuen: Mathias Staudigl hat seinen Kreuzbandriss auskuriert und wird spätestens zum neuen Spieljahr wieder einsteigen.

SC Kirchdorf

Wer den SCK in den vergangenen Jahren beobachtet hat, der wird festgestellt haben: Da ist etwas zusammengewachsen. Die Beziehung zwischen Coach Andi Apold und dem Club ist mehr als die übliche Trainer-Verein-Liaison – nach fast zehn Jahren ist man schon geneigt zu sagen, dass der 43-Jährige quasi zum Inventar gehört. Und weil das auch die Verantwortlichen so sehen, wurde sein Kontrakt längst um ein Jahr verlängert. „Es ist weiterhin noch nicht soweit, dass unser Trainer am Team abprallt“, erläutert Abteilungsleiter Stefan Lohmeier. „Da habe ich mir zuvor schon auch ein Stimmungsbild eingeholt.“ Apold ist aus Kirchdorf nicht mehr wegzudenken – „und ich vermute auch“, sagt Lohmeier, „dass der Andi, sollte er als Trainer hier mal aufhören, sicher einen anderen Posten im Verein übernimmt“.

Bis es so weit ist, verfolgen die SCK-Fußballer ein sportliches Ziel. Und das heißt auch in der kommenden Saison: die Kreisliga sichern. Länger als drei Jahre haben sich die Blau-Weißen noch nie in der höchsten Liga auf Kreisebene gehalten, „das wäre dann Rekord in fast 50 Jahren Clubgeschichte“, betont Lohmeier. Was die Kaderplanung anbelangt, sei derzeit natürlich vieles in der Schwebe. „Dennoch wollen wir das Team, so weit es geht, zusammenhalten.“

Coach Christian Grüll (51) hört nach der Saison beim TSV Moosburg auf.

TSV Moosburg

Den größten Umbruch wird der TSV Moosburg erfahren. Vorsitzender Michael Amberger hat aus privaten Gründen seinen Dienst bereits Anfang April quittiert – ein Nachfolger konnte wegen der Corona-Krise noch nicht offiziell gewählt werden. Nun wurde bekannt, dass die Neustädter für das nächste Spieljahr auch einen neuen Trainer benötigen: Christian Grüll (51), erst seit vergangenem Sommer im Amt, mag nicht mehr. „Es gab verschiedene Gründe, die ihn dazu bewogen haben, nicht zu verlängern“, fasst Sportlicher Leiter Martin Braun zusammen. Das sei schade, weil das Training an sich und auch die taktische Ausrichtung des Grüll’schen Fußballs überragend seien. „Manche Gründe kann ich aber auch nachvollziehen“, gesteht Braun. Wie immer wieder zu hören war, war es für Grüll von Anfang an nicht einfach, in Ruhe zu arbeiten.

Nun sind die TSV-Verantwortlichen bereits eifrig auf der Suche nach einem Nachfolger, jedoch: So leicht gestaltet sich dieses Unterfangen in Zeiten von Corona nicht, mehr als lose Gespräche konnte man nicht führen. „Und du stellst den Trainer ja nicht einfach aufgrund eines Telefonats ein“, betont Braun. „Der Neue will sein Team vorher kennenlernen, vielleicht auch ein Spiel sehen oder die Liga kennenlernen, wenn er zum Beispiel aus Niederbayern kommt.“

Doch nicht nur ihren Coach müssen die Moosburger zum neuen Spieljahr ziehen lassen, auch Stürmer Christoph Hösl (30) sucht als Spielertrainer eine neue Herausforderung. Zudem hängte bereits in der Winterpause Routinier Tobias Gessler (28) aus beruflichen Gründen seine Schuhe an den Nagel. „Allgemein ist die Situation gerade bescheiden“, resümiert Braun.

TSV Allershausen

„Außer dem Rasenmäher läuft bei uns derzeit nichts.“ Seinen Humor hat Abteilungsleiter Philipp Jordan auch in schwierigen Zeiten nicht verloren. Denn bei seinem TSV herrscht aktuell Stillstand – zumindest gibt es von Coach Michael Stiller digitale Trainingsanweisungen. „Aber ob die von allen Spielern eingehalten werden?“, fragt sich Jordan schmunzelnd.

In Allershausen können sie es sich leisten, so locker durch die Krise zu gehen, weil für das neue Spieljahr bereits vieles in trockenen Tüchern ist. Das Trainerduo Michael Stiller und Markus Lachner hat schon zugesagt, „damit sind wir sehr zufrieden“, bestätigt Jordan. Coach Stiller scheine es im Ampertal zu gefallen, erzählt der Fußballchef, die Zusage gab’s bereits in der Winterpause – und damit in der Vor-Corona-Zeit. Und auch am Kader für die nächste Saison basteln die Allershausener bereits, in den Fokus ist dabei die Rückkehr von Maximilian Held gerückt: Das TSV-Urgestein kickte bis 2014 beim TSV, landete schließlich über Palzing bei der SpVgg Kammerberg in der Bezirksliga – und wird nun zurückkommen. „Darüber freuen wir uns sehr“, betont Philipp Jordan. „Sportlich und vor allem menschlich passt das super.“

SV Kranzberg

Noch nicht in Hektik verfallen sind die Verantwortlichen in Kranzberg. „Für ein mögliches neues Jahr haben wir noch keine Planungen“, sagt Pressesprecher Stephan Schikowski in der Hoffnung, dass sich der Verband für eine Fortführung der Runde entscheidet. Denn bei einem Saisonabbruch wären die Kranzberger, die aktuell auf einem Abstiegsrelegationsplatz stehen, eventuell die Leidtragenden. „Wir hoffen, dass es weitergeht“, betont Schikowski. Deswegen seien die Planungen für einen möglichen Neustart erst einmal zweitrangig, Gespräche mit Trainern und Spielern seien noch nicht geführt worden. Was den SVK ebenfalls belastet, ist die finanzielle Situation – so habe man beispielsweise schon einige Absagen in Sachen Bandenwerbung bekommen. „Das merkt man durchaus.“

FC Moosburg

Entspannt ist die Lage derzeit beim Tabellenletzten aus Moosburg – denn bei den Planungen für ein neues Spieljahr „befinden wir uns mehr oder weniger auf der Zielgeraden“, berichtet FCM-Sportleiter Philipp Reiter. Bis auf minimale Veränderungen werde sich am Gesicht des Teams nicht viel ändern – und zwar unabhängig von der Liga. „Wir bleiben zusammen“, sagt Reiter. Trainer Michael Rosenwirth (36), im Winter als „Feuerwehrmann“ eingestellt, hat auch für eine neue Runde zugesagt, „das war im Grunde im Winter schon so abgemacht“.

Dafür stehen neue Spieler für 2020/21 im Raum. Man habe auch schon die eine oder andere Idee, „spruchreif ist allerdings noch nichts“, berichtet der Sportleiter, wenngleich sich der FCM mindestens einen erfahrenen Mann für die Truppe wünschen würde. Generell beurteilt der Sportleiter den Transfermarkt wegen der Corona-Problematik aber als schwierig: „Viele Spieler“, so Reiter, „werden sich sicher solidarisch zeigen und eher bei ihrem bisherigen Verein bleiben.“

Lesen Sie auch: Zusammenhalten und zusammenbleiben: Viele Kreisklassen-Clubs bauen auf ihr bewährtes Personal

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare