Neben einem Trainerwechsel verzeichnen die Erdinger fünf Abgänge 

Andreas Ostermaier soll den FC Erding aus dem Tabellenkeller holen

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„Andi“ Ostermair konnte bereits den SV Eichenried aus dem Tabellenkeller führen.

Der FC Erding steht in der Kreisliga auf einem direkten Abstiegsplatz. Nun müssen die Erdinger auch noch fünf Abgänge verkraften. 

Der FC Erding krempelt seinen Kader um. Erster Schritt: ein neuer Trainer. Der 32-jährige Andreas Ostermair wird beim abstiegsbedrohten Kreisligisten ab sofort an der Seitenlinie stehen. Als Co-Trainer assistiert ihm der ebenfalls 32-jährige Ludwig Scheidl. Außerdem vermeldet der Verein fünf Abgänge, die in der Winterpause zum Ortsrivalen Türk Gücü (zurück)wechseln.

„Andi Ostermair ist ab sofort unser Trainer“, berichtet FCE-Fußballabteilungsleiter Mathias Köppen. Der 32-Jährige Ostermair ist ein Erdinger Urgestein, spielte mit Ausnahme einer Saison in Altenerding immer bei seinem Heimatverein, ehe er vor vier Jahren nach Eichenried wechselte und dort auch als Spielertrainer aktiv war.

Dimi Petkos hatte die Mannschaft des FC Erding heuer nach dem Bezirksligaabstieg übernommen, aber bereits im Oktober das Handtuch geworfen. Interimsmäßiger Nachfolger wurde sein bisheriger Co-Trainer Patrick Bigalke, der die Mannschaft bis zur Winterpause gecoacht hatte. Das letzte Spiel von Petkos, der 3:1-Erfolg bei der BSG Taufkirchen, war auch zugleich der letzte Sieg des FC Erding. Es folgten zwei Unentschieden (1:1, 0:0) und danach vier Niederlagen (0:3, 0:2, 0:1, 1:4), was das Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz zur Folge hatte. „Es war ein sehr schwieriges Amt, und Patrick hat eine gute Arbeit gemacht“, nimmt Köppen den Interimstrainer in Schutz. „Aber die Mannschaft hatte sich einfach nicht gefunden.“ Bigalke werde dem Verein aber auf alle Fälle erhalten bleiben und werde seine Qualitäten jetzt im Nachwuchs einbringen. „Es ist schön, dass wir ihn halten konnten“, sagt der Abteilungsleiter.

Nicht mehr zu halten waren fünf Spieler, die dem FC Erding den Rücken gekehrt haben. „Ein Fünfer-Paket wechselt zurück zu Türk Gücü“, teilt Köppen mit: Yasin Cay, Deniz Arslan, Kirubel Getnet, Ertugrul Nacar und Dusko Jovic, wobei Letzterer laut dem Abteilungsleiter „eigentlich kein Abgang ist, weil er eh nicht gespielt hat“.

„Alle Spieler sind von sich aus auf uns zugekommen“

„Alle Spieler sind von sich aus auf uns zugekommen“, stellt Gökmen Uluhan von Türk Gücü Erding klar. „Alle fünf waren in ihrer FC-Zeit auch oft bei unseren Spielen beim Zuschauen und sind nach wie vor Vereinsmitglieder bei uns.“ Und sie hätten dadurch natürlich mitbekommen, wie es um ihren Heimatverein bestellt ist. Nach 15 Spielen steht Türk Gücü mit null Punkten und einem Torverhältnis von 12:73 abgeschlagen auf dem letzten Platz in der Kreisklassen-Tabelle. „Sie sehen sich nach wie vor als Teil der Türk-Gücü-Familie und wollen nun alles versuchen, um ihrem Verein wieder auf die Beine zu helfen“, weiß Uluhan.

Arslan war zu Bezirksligazeiten zum FC Erding gewechselt, um sich höherklassig zu beweisen. Cay und Jovic wechselten im Sommer. „Yasin war lange unser Kapitän“, sagt Uluhan. „Dusko stand beim FC Erding nicht ein einziges Mal im Tor. Er ist ein sehr guter Torwart, und Ersatzkeeper irgendwo zu sein, ist natürlich nicht sein Anspruch.“ Jovic sei zwar kein Türke, „aber ich glaube, dass wir ihm als Verein sehr ans Herz gewachsen sind“. Nacar stand schon im Sommer auf der Wunschliste von Türk Gücü. „Er hat zwar keine Türk-Gücü-Vergangenheit, aber als Erdinger Türke sind wir einfach sein Heimatverein“, stellt Uluhan fest. „Er ging dann aber zum FC Erding, weil er nochmal mit seinem einstigen Jugendtrainer Petkos zusammenarbeiten wollte. Nachdem Dimi aufgehört hat, war offenbar für ihn klar, dass er zu uns wechselt.“ Bleibt noch Getnet, der aus der Türk-Gücü-Jugend stammt und laut Uluhan „beim FC Erding nicht die Einsatzzeiten bekommen hat, die er sich erhoffte“.

Ostermair als Rettung vor dem Abstieg?

Die Lücken müssen beim FCE jetzt erst einmal gestopft werden. Allerdings will man sich hier nicht unter Druck setzen lassen. „Wir sind jetzt dran, die Mannschaft aufzufüllen und sie schlagkräftig zu machen“, erzählt Köppen unaufgeregt. Mithelfen soll natürlich das neue Trainergespann, das in der Landkreis-Fußballszene recht gut vernetzt ist. Ostermair und Scheidl hatten vergangene Saison den SV Eichenried nach dem Abstieg auf einen Mittelplatz in der Kreisklasse geführt und dann ihr Engagement beendet. „Der Andi kann die Mannschaft jetzt kennenlernen, sich einarbeiten und soll natürlich den Klassenerhalt schaffen“ sagt Köppen und betont ausdrücklich: „Aber egal, ob wir absteigen oder nicht, er wird auf alle Fälle bis zum Ende der Saison 2020/21 unser Trainer bleiben.“

wk

Quelle: Merkur.de

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