BCF krönt Aufholjagd nach der Pause

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Sorgte für Betrieb: Jona Lehr (re.) kurbelte nach der Pause das Offensivspiel der Farcheter in Hankofen an. Er schoss selbst ein Tor und holte den entscheidenden Strafstoß heraus.

BCF Wolfratshausen - Kurioser Samstag in der Gäubodenregion: Nach einer Halbzeit ohne jegliche Präsenz zeigt der BCF Wolfratshausen nach einigen Umstellungen des Trainers seine Schokoladenseite und siegt in Hankofen nach einem 0:2-Rückstand noch mit 3:2.

Was war das für ein Spiel? Erst lässt sich der BCF vom Gegner an der Nase über den Platz führen. Eine Stunde später spricht Reiner Leitl davon, dass man „eigentlich höher gewinnen“ hätte müssen. Doch der Reihe nach: Wolfratshausens Spieler stiegen in Niederbayern aus dem Bus, verzichteten aber auf dem Weg zur Kabine auf essentielle Bestandteile ihres Reisegepäcks: das Selbstbewusstsein hochklassiger Amateurkicker. Anders lässt sich der Auftritt bis kurz vor der Pause nicht erklären. „Wir waren nicht auf dem Platz“, räumte Reiner Leitl ein.

Über die Gründe kann selbst der erfahrende Trainer nur spekulieren. Eigentlich ließe es sich angesichts eines mehr als komfortablen Puffers auf die unteren Regionen der Tabelle ohne Blockade aufspielen. Doch weit gefehlt. Farchet kickte in Hankofen anfänglich nichts anderes als eine rechten Stiefel zusammen. „Die Spieler wollen unbedingt, aber sie verkrampfen“, hatte Leitl beobachtet. Hankofen ging durch einen Distanzschuss von Tobias Biermeier in Führung und legte alsbald per Foulelfmeter nach – einem diskutablen Strafstoß. Paul Müller und Maximilian Fellinger bewegten sich Schulter an Schulter in Richtung Farcheter Kasten. Beide kamen im gleichen Moment zu Fall, jedoch hatte der Unparteiische unlautere Mittel des BCF-Verteidiger gesehen. Und so stellte Granit Bilalli flugs auf 2:0.

Leitl erkannte allerdings die Defizite. Seine Leute auf den Sechser-Positionen agierten zu offensiv. Dadurch ergaben sich im Zentrum Räume für die Platzherren. Und über die Außen lief gar nichts, weil Lamine Guèye zunächst den erkrankten Lech Kasperek im Abwehrzentrum vertrat, Christian Duswald angeschlagen auflief. Zudem mangelte es auf der anderen Seite Müller und Almir Dzaferovic an Spielpraxis. Das Experiment mit Chris Korkor als Angreifer von Beginn an funktionierte ebenfalls nicht, so dass kaum etwas zusammenging. Ausnahme: Basti Pummer. Vier Minuten vor der Pause schickte der Routinier den Ball aus beachtlicher Entfernung hoch unter die Querlatte des Hankofener Gehäuses. „Das hat uns Mut gemacht“, sagte Leitl, der überdies in der Halbzeit kräftig umstellte: Enzo Potenza rückte in die Innenverteidigung, Oskar Kretzinger neben Mitch Rödl ins zentrale Mittelfeld, und vorne machten Jona Jehr und Michael Marinkovic fortan Betrieb. Reformen, die ihre Wirkung nicht verfehlten.

Der BCF gewann schnell die Oberhand. Lehr glich nach Zuspiel von Potenza zum 2:2 aus. Der Siegtreffer fiel zu Beginn der Schlussphase. Hankofens Mario Eller säbelte Lehr im Sechzehner um – diesmal gab es am Elfmeterpfiff des Referees keinerlei Zweifel: Marinkovic schnappte sich den Ball und verwandelte den Strafstoß zum 3:2. „Letztlich verdient“, meinte Leitl eingedenk der kapitalen Leistungssteigerung seiner Equipe. Mit den nun 40 Punkten kann der Ballclub endgültig die Gedanken an einen Abstieg verwerfen.

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Quelle: fussball-vorort.de

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