Kupka: „Dritte Liga liegt auf der Intensivstation"

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„Die dritte Liga liegt auf der Intensivstation“, hatte Engelbert Kupka, langjähriger Präsident der SpVgg Unterhaching, gesagt.

Unterhaching - Aachen, Karlsruhe und Rostock gehen als Favoriten in die Drittligasaison. Andere Klubs kämpfen dagegen nicht nur sportlich, sondern auch finanziell ums Überleben. Die Liga hat seit Jahren ein Negativimage.

Zwischen Aufstiegslust und Finanzfrust: Während die Absteiger Alemannia Aachen, Karlsruher SC und Hansa Rostock von der direkten Rückkehr in die 2. Fußball-Bundesliga träumen, geht es für andere Drittligaklubs in der am Freitag beginnenden Saison erneut ums finanzielle Überleben.

Auch in ihrem fünften Jahr hat die Liga, die einst als Premiumprodukt des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gestartet war, aufgrund von Geldnöten ihrer Vereine mit gewaltigen Imageproblemen zu kämpfen. „Die dritte Liga liegt auf der Intensivstation“, hatte Engelbert Kupka, langjähriger Präsident der SpVgg Unterhaching, gesagt. Auf Unterstützung der Konkurrenz musste er nicht lange warten.

„Der Aufwand für die 3. Liga steht in keinem Verhältnis zur Entschädigung“, betonte Präsident Michael Schädlich vom Aufsteiger Hallescher FC in der Mitteldeutschen Zeitung: „Die letzten Spieljahre haben gezeigt, dass in der 3. Liga kaum noch Zeit bleibt, Talente zu entwickeln.“

Talente für die Bundesliga? Realität sieht anders aus

Eigentlich sollten in der Liga junge Talente an die Bundesliga herangeführt werden, doch die Realität sieht anders aus. Um bestehen zu können, muss viel Geld für einen starken Kader in die Hand genommen werden.  Aber während die 36 Profivereine in der 1. und 2. Bundesliga pro Spielzeit 600 Millionen Euro erhalten, müssen sich die 20 Drittligisten trotz starken sportlichen Wettbewerbs mit 14 Millionen Euro begnügen.

Die Folge: In jeder Saison droht mehreren Klubs der finanzielle Kollaps, Aus Geldnot sind beispielsweise die TuS Koblenz, Kickers Emden oder Rot-Weiß Ahlen von der Bildfläche verschwunden. Um die Lizenz mussten in der Vergangenheit unter anderem Unterhaching, Babelsberg, Osnabrück, Bielefeld, Koblenz oder Absteiger Carl Zeiss Jena kämpfen. Auch wegen dieser schwierigen Situation gehen die Zweitliga-Absteiger ungewohnt offensiv in die Saison - alle drei wollen den Wiederaufstieg schaffen. In einer Trainerumfrage des Fachmagazins kicker tippten jeweils 19 von 20 auf Aachen und den KSC.

Fans freuen sich auf Albert Streit

„Wir werden um den Aufstieg mitspielen“, sagte Karlsruhes Trainer Markus Kauczinski. Und Hansa-Coach Wolfgang Wolf betonte: „Ich will mit meiner Mannschaft hoch, dieses klare Ziel brauchen wir.“ Nur die Aachener zeigen sich vor dem Saison-Eröffnungsspiel bei Arminia Bielefeld am Freitag (20.15 Uhr/live im WDR-Fernsehen) noch etwas zurückhaltender. „Wir haben eine tolle Mannschaft, müssen aber erst einmal in dieser Liga ankommen. Konkrete Saisonziele werden wir ab September formulieren“, sagte Trainer Ralf Außem.

Doch die Alemannia hat kräftig aufgerüstet, und in Albert Streit steht ein namhafter Bundesliga-Profi im Kader. Doch auch Rückkehrer Sascha Rösler, der von Fortuna Düsseldorf wechselte, warnte: „Die Saison wird kein Selbstläufer, das sollte jedem klar sein.“

Für die Aufsteiger Hallescher FC, Stuttgarter Kickers und Borussia Dortmund II geht es hingegen nur um den Klassenerhalt. „Wir müssen erstmal sehen, wie wir mit dem höheren Niveau klar kommen, und dann versuchen, schnell Punkte zu sammeln“, sagte HFC-Trainer Sven Köhler. Der Klub aus Sachsen-Anhalt hatte in der Vorsaison vor dem finanzkräftigen Klub RB Leipzig überraschend die Meisterschaft in der Regionalliga Nord gesichert und nach 18 Jahren die Rückkehr in den Profifußball gefeiert.

SID

Quelle: fussball-vorort.de

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