„Eine ganz bittere Niederlage“

1. FC Garmisch-Partenkirchen verliert das Spiel und Lukas Kunzendorf

+
Schrecklicher Moment: Lukas Kunzendorf wird vom Platz gebracht. 

Der 1.FC Garmisch-Partenkirchen muss einen erbarmungslosen Samstag mit der dritten Niederlage in Serie verkraften.

Die Heimelf leistete beim 2:3 gegen den VfR Neuburg starken Widerstand, kam aber kurz vor der Ziellinie aufgrund fehlender Kraftreserven vom Kurs ab. „Eine ganz bittere Niederlage“, bilanziert Landesliga-Trainer Christoph Saller. Noch schlimmer: In der Nachspielzeit verletzte sich Lukas Kunzendorf schwer.

Sebastian Habermeyer war der Schreck ins Gesicht geschrieben. Anders als seine Kollegen, die sich in ihrer Spielhälfte warm hielten, stand der Neuburger Kapitän beim am Boden liegenden Kunzendorf. Selbst als Notarzt und Sanitäter da waren, entschuldigte sich Habermeyer bei so ziemlich allen, die des Weges kamen. Kunzendorfs Mutter, die von der Tribüne herbeigeeilt war, nahm er sogar tröstend in den Arm. Eine Geste, die heutzutage nicht mehr zum unbedingten Selbstverständnis im Fußball gehört. Dabei hat Habermeyer nichts Schlimmes angestellt. Er hat Kunzendorf auf dessen Weg zum Kopfball unterlaufen. Ein Allerweltsfoul. Doch war der kurz zuvor erst eingewechselte FC-Kicker bereits wieder in der Abwärtsbewegung. Kunzendorf fiel mit dem Köper auf den eigenen Unterarm, der brach. Mit warmen Applaus von Spielern und Zuschauern wurde der 19-Jährige auf der Trage aus dem Stadion gebracht. Die Partie war für knapp eine halbe Stunde unterbrochen. Und das in der Nachspielzeit.

„So bitter ist Fußball manchmal“

Freilich litt die sportliche Aufarbeitung unter dem schrecklichen Ereignis. „Was wir uns vorwerfen müssen, sind die vergebenen Chancen in der ersten Halbzeit“, sagt Saller. Denn seine Elf legte einen mehr als gefälligen Auftritt hin. „Über 80 Minuten eines unserer besten Spiele“, urteilt der Coach. „Aber so bitter ist Fußball manchmal.“

Ungefähr in jenem Maß wie die Fahrlässigkeit von Jonas Poniewaz im Umgang hochkarätigen Tormöglichkeiten. Zwei hatte der Blondschopf vor der Pause, eine versemmelte Stefan Lorenz. Als Poniewaz nach einer halben Stunde neuerlich völlig frei stehend Keeper Maximilian Oswald anschoss, machte es Saller dem Youngster an der Seitenlinie unabsichtlich vor. Der Coach sprang Saller auf und kickte ein Begrenzungshütchen per Vollspann.

Es war alles so ärgerlich, weil „man besser gegen eine Top-Mannschaft nicht spielen kann“, hadert Saller. Neuburgs Führungstor 20 Sekunden vor der Pause stellte den Spielverlauf auf den Kopf. „Trotz Überzahl einmal keinen Zugriff“, kommentiert Saller. Doch der 1.FC schüttelte sich. Obschon die Kräfte weniger wurden, führte ein Doppelpack von Poniewaz zum zwischenzeitlichen Comeback der Gastgeber. Beide Male hatte Moritz Müller starke Vorarbeit geleistet. Beim 2:1 half auch der bedauernswerte Kunzendorf beim genialen Doppelpass mit.

Garmisch-Partenkirchen zahlt Lehrgeld

Roch alles nach einer Überraschung. Zumal die Treffer in einer Phase fielen, als der 1.FC in puncto Ballbesitz und Spielidee abbaute. In Wirklichkeit aber scheiterten die Garmisch-Partenkirchner in den Schlussminuten am müden Geist. Den eingewechselten Schrimpf und Kunzendorf fehlen zu ihren Vorgängern Rauch und Schubert schlappe 23 Fußballerjahre. Jeweils in Ballbesitz, respektive der Vorwärtsbewegung wurde der Ball verloren, ohne dass taktische Mittel eingesetzt wurden. „Wir müssen das Foul ziehen“, sagt Saller. Problem war in diesem Fall aber die unverkrampfte Art des Teams. „Es liegt nicht in unserer DNA, die Führung mit zwei Viererketten zu verwalten und den Ball raus zu dreschen. Wir müssen weiter nach vorne spielen, aber dazu fehlten uns die Körner.“

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Alexander Zetterer vom TuS Holzirchen im LIVE-Interview
Alexander Zetterer vom TuS Holzirchen im LIVE-Interview
Max Reid: „Er war ein Wunschkandidat von mir“
Max Reid: „Er war ein Wunschkandidat von mir“
GemeinsamHelfen-Cup der Raiffeisenbank - 10 Euro Spende pro Teilnehmer
GemeinsamHelfen-Cup der Raiffeisenbank - 10 Euro Spende pro Teilnehmer
Kirchheimer SC: „Größere Anschaffungen liegen auf Eis“
Kirchheimer SC: „Größere Anschaffungen liegen auf Eis“

Kommentare