Jahresrückblick

Landkreis Erding: Die wichtigsten Treffer des Jahres

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Ein später und ein wichtiger Treffer: Serkan Türkcan (2. v. r.) erzielt den Ausgleich in Passau. Der Erdinger Traum vom Aufstieg lebte weiter – dann kam Kastl.

Tore sind das Salz in der Suppe? Dann hat dieser Text die richtige Würze. Fußballer erinnern sich an besondereTreffer.

332 500 Zuschauer haben Buchbachs Tor des Jahres gesehen, 2500 Fans im Stadion, der Rest bundesweit vor dem Fernsehgerät. Sport 1 überträgt das Spiel live. Regionalliga- Tabellenführer Regensburg fährt ins Fußballdorf. Hier haben schon viele ihre Punkte gelassen. Dann flankt Patrick Walleth, die Jahn-Defensive kann nicht klären. Stefan Denk (72.) gelingt das Goldene Tor. Fußballdeutschland jubelt.

Es geht auch ein paar Nummern kleiner. Der Inninger Mathias Lex schießt den 1:0-Siegtreffer gegen den SV Buch. Der FC Inning steigt drei Monate später trotzdem in die B-Klasse ab. „Aber für meine Jungs ist das ein Zeichen gewesen, dass wir ein paar Scheitel mehr drauflegen müssen“, erzählt Günther Neef. Das Ende vom Lied: Buch wird mit elf Punkten Vorsprung Meister der A-Klasse 8.

Schwaigs erster Sieg gegen Eitting

Weil wir gerade bei Aufsteigern sind: Der FC Schwaig stürmt die Kreisliga. Das wichtigste Tor? Laut Trainer Pero Knezevic „der Treffer von Lucas Kollatz beim 1:0-Derbysieg gegen unseren großen Nachbarn. Nach dem Spiel haben sich die Leute bei uns bedankt und gerätselt, wann der FC Schwaig überhaupt mal gegen den FC Eitting gewonnen hat. In einem Punktspiel noch nie.“

Weniger gern blickt Altenerdings Pressesprecher Andi Heilmaier auf die vergangene Saison zurück. Ein Lichtblick ist Matthias Loher. Heimspiel gegen den BC Attaching: Die SpVgg Altenerding liegt 0:1 hinten und steht auf dem vorletzten Platz der Kreisliga. Zehn Minuten vor dem Ende gleicht Loher aus. In der letzten Minute kommt noch einmal ein Ball in den Strafraum, und Loher jagt die Kugel unhaltbar in den Winkel. Jetzt ist die SpVgg an Neufahrn und Allershausen vorbei.

„Zum damaligen Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass unser Einspruch gegen die Abstiegsregelung zum Erfolg führen wird“, sagt Heilmaier und erinnert an das schlimmste Eigentor des Jahres. Und das hat kein Kicker, sondern Spielleiter Horst Kaindl erzielt, der eine 13er- mit einer 14er-Liga verwechselt.

Auch der TSV Dorfen hätte von diesem Erdbeben profitieren können. Weil dessen Zweite einmal gar nicht erst antritt, muss sie trotz gewonnenen direkten Vergleichs gegen die BSG Taufkirchen 2 in die B-Klasse absteigen.

Aber zurück zu echten Toren und rein in die Bezirksliga Ost, in der Gerhard Thalmaier in der 86. Minute das macht, wofür ihn der TSV Dorfen geholt hat: das 2:1 beim Rivalen in Waldkraiburg. Dorfens Technischer Leiter Markus Listl spricht von einer „Erlösung nach unserem Negativlauf“, in dem auch das schlimmste Gegentor fällt. Der Gegentreffer zum 2:2 in Ostermünchen in der 96. Minute ärgert Listl ganz besonders, „weil der Elfmeter einfach ein Witz war“.

Gar nicht gelacht hat Charlie Sattelmayer, als der TSV Kastl in der 80. Minute zuschlägt. Es geht um den Landesliga-Aufstieg. Er selbst hatte den FC Erding in Führung geschossen. Dann fällt der Ausgleich und eben zehn Minuten vor Schluss das 1:2. Der Erdinger Kapitän wird „diesen Moment nie vergessen, wenn du realisierst, eine überragende Saison gespielt zu haben, aber am Ende doch mit leeren Händen dastehst“. Trotzdem sei es eine sehr schöne Saison gewesen – auch wegen dieser beiden Toren: der Ausgleich im Relegationsrückspiel in Passau in der 92. Minute vom Serkan Türkcan. „Hier hat die Mannschaft weiter an seine Chance geglaubt, trotz des späten Gegentreffers von Passau.“ Genauso hoch bewertet Sattelmayer den 4:3-Siegtreffer von Ibrahim Aydemir am 24. Spieltag. „Es war mein erster Derbysieg gegen Moosinning und zugleich das verrückteste Spiel im FCE-Trikot“. Sattelmayer schwärmt vom „Superfight von jedem, egal ob auf der Bank oder auf dem Feld“.

Die Wende nach dem Neun-Tore-Spiel

Karl Thumbs erwähnt dieses Tor nicht. Für den Chef des FC Moosinning gibt es Schlimmeres: „Das 0:2 von Eintracht Karlsfeld am vorletzten Spieltag durch Michael Dietl war das Ende unserer Aufstiegsträume.“ Dennoch sei 2016 ein gutes Moosinninger Fußballjahr gewesen. Eingeleitet wird es von Anselm Küchle. Der Neuzugang schießt am 19. März gegen den FC Eitting das 1:0. Es ist der Auftakt einer ganz starken Rückserie.

Für die Eittinger läuft’s dagegen bescheiden. Gegen den TSV Rohrbach, den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, kassiert der FCE nach einem 2:0-Vorsprung in der 88. Minute das 2:2. Am Ende fehlen diese Punkte zum rettenden zwölften Platz. „Nach einer 2:0-Führung muss man den Dreier einbetonieren“, ärgert sich Stürmer Frede Neudecker. Es folgen Probleme in der Kreisliga, eine Trainer-Entlassung – und ein Neun-Tore-Spiel gegen den TSV St. Wolfgang. Tobias Herrmann hat schon zweimal getroffen. In der 88. Minute steht es 4:4, da schlägt er nochmals zu. Eitting gewinnt 5:4 und spielt sich allmählich aus dem Tabellenkeller.

Weniger gut sieht es für das Kreisliga-Schlusslicht TSV St. Wolfgang aus, das bis auf zwei Klatschen immer nur mit einem Tor Differenz verliert. Und dennoch gibt es Momente, an die Abteilungsleiter Klaus Brandlhuber gern zurückdenkt. Zum Beispiel der Treffer an das 1:0 im Hinspiel gegen den FC Langengeisling. „Ali Bircan hat volley nach einer Flanke von Patrick Haunolder getroffen. Es ist der Grundstein für den 4:1-Sieg, bei dem das Team zeigt, „dass in der Mannschaft mehr steckt, als es die Tabellenposition widerspiegelt“.

An die Wolfganger Duelle erinnert sich auch FCL-Vorsitzender Sepp Kaiser gern - allerdings eher an die beiden 1:0-Siege seines FC Langengeisling. Nach dem ersten Erfolg im Frühjahr spielt der FCL die beste Rückrunde der gesamten Kreisliga. Die Steigerung liefert im Herbst Stefan Frey. Lange ist er verletzt gewesen. Jetzt will er es wissen. Er stellt seinen Lebenswandel um, ist in jedem Training. Seine erste Aktion nach seiner Einwechslung: Er holt einen Eckball raus. Der Ball fliegt rein – und „Stefan Frey Fußballgott!“ köpft das 1:0.

Florian Jakob macht die BSG glücklich

Für die Kreisliga insgesamt noch wichtiger: der Treffer von Florian Jakob zum 1:0-Sieg für die BSG Taufkirchen im Spitzenspiel beim FC Finsing. Damit übernehmen die Vilstaler die Tabellenführung und krönen ein überragendes Jahr.

Finsings Spielertrainer Thomas Eckmüller gratuliert dem Titelkonkurrenten. Mehr schmerzt ihn ein anderer Gegentreffer. Der fällt „nach einem unberechtigten Freistoß an der Strafraumgrenze in der 96. Minute. Es gab keinen Grund, so lange nachspielen zu lassen.“, ärgert sich Eckmüller über das 3:3 gegen Vötting. Danach startet sein Team eine tolle Siegesserie und hat viele Erfolgserlebnisse. Ein ganz besonderer: Es ist ein trister November-Freitag in Neufahrn, als der FCF 0:2 hinten liegt. Finsing gleicht aus und bekommt in der 91. Minute einen Freistoß zugesprochen. Ein Fall für Christian Rickhoff. 3:2! Tor in der Nachspielzeit – das vergisst keiner.

Tobi Paulus etwa hat für seinen FC Rot-Weiß Klettham gegen Türk Gücü Erding zum 1:0 getroffen, als der Schiri bereits die Pfeife im Mund hat. Allerdings musste er auch erleben, „dass wir gegen unseren Angstgegner Wartenberg in der Nachspielzeit das 1:1 und 2:1 kassierten“.

Gar nichts genutzt hat Stephan Kirtzels Führungstreffer der SpVgg Langenpreising im Kreisliga-Aufstiegsspiel gegen den FC Neufahrn. Am Ende steht es zwar 2:1 für den FCN, „aber kurz durften wir ganz fest an die Kreisliga glauben“, sagt Trainer Rainer Schmidmüller und fügt mit einem Schuss Galgenhumor hinzu: „Wir hätten wahrscheinlich in der Kreisliga auch nicht recht viel weniger Punkte als jetzt in der Kreisklasse.“ Mit acht Punkten ist sein Team zurzeit Vorletzter.

Ein Assist zum Abschied

Dahinter hängt nur noch der TSV Isen, der sein Highlight am 12. Juni hat: Vor wenigen Minuten hat der SC Moosen im Relegationsspiel zum 1:1 ausgeglichen, da trifft Marius Schwender zum 2:1. Am Ende siegt der TSV 5:2 und darf in der Kreisklasse bleiben.

Aber sind immer die Treffer die wichtigsten, die über Sieg oder Titel entscheiden? Franziska Stimmer, Spielführerin von Bayernliga-Aufsteiger FC Forstern, denkt „an den perfekten Abgang unserer langjährigen Kapitänin Julia Deuschl“. In ihrem Abschiedsspiel gegen den TSV Frickenhausen ebnet sie mit einem perfekt gespielten Ball aus dem Halbfeld den Weg für Steffi Kothieringer, die zum 1:0 trifft. „Obwohl Julia den Treffer nicht selbst erzielt hat, so steht er sinnbildlich dafür, was sie für den Verein geleistet hat. Für uns alle war es ein schöner, emotionaler und trauriger Moment des Abschieds. Deshalb ist dieses 1:0 unser Tor des Jahres.“

Diesen Überblick hat Redakteur Dieter Priglmeir erstellt.

Quelle: fussball-vorort.de

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