Eine Medaille, sieben Mal Top Ten

Landkreis-Sportler bei Olympischen Jugend-Winterspielen top

Eindrucksvolle Sprünge zeigte David Zehentner vom SC Bayrischzell im Schweizer Leysin.
+
Eindrucksvolle Sprünge zeigte David Zehentner vom SC Bayrischzell im Schweizer Leysin.

Eine Medaille, sieben Top-Ten-Platzierungen und starke Resultate. Das ist die Bilanz der fünf Landkreis-Sportler, die bei den Olympischen Jugend-Winterspielen waren.

Lausanne – Eine Medaille, sieben Top-Ten-Platzierungen, starke Resultate und eindrucksvolle Erlebnisse. Das ist die Bilanz der fünf jungen Wintersportler, die den Landkreis bei den dritten Olympischen Jugend-Winterspielen in Lausanne (Schweiz) würdig vertraten. „Es ist so ein großes Event und da auf dem Treppchen zu stehen und eine Medaille zu bekommen, macht mich sehr glücklich.“ Als sie am letzten Tag der Medaillensammlung des deutschen Teams noch eine Silberne hinzufügte, suchte Annika Morgan (17) nach Worten. Die für den SC Miesbach startende Snowboarderin aus Mittenwald kam mit einer Steißbeinverletzung an und verzichtete auf den Slopestyle. Den Big Air eröffnete sie als Zweite, stürzte und kämpfte sich im dritten Run wieder vor. Nur die Japanerin Hinari Asanuma war nicht zu schlagen.

Celia Trinkl stürzt schwer

Sie wolle nicht maßlos klingen, aber schön wäre es schon, aufs Podest zu fahren, verriet Celia Trinkl, die zweite Snowboarderin des SC Miesbach, vor ihrer Abreise bei den Logo-Kindernachrichten. Doch für die 16-jährige Snowboardcrosserin aus Waakirchen lief es auf den Pisten von Villars alles andere als gut. In vier Pre-Heats ging es darum, Punkte für die Qualifikation zum Halbfinale zu sammeln. Es lief nicht schlecht – bis sie in ihrem vierten Lauf stürzte und erst in der Klinik in Lausanne wieder zu sich kam. Noch mindestens eine Woche muss Trinkl pausieren, darf nicht zur Schule. Trotzdem erinnert sie sich gern an das Treiben im olympischen Dorf, das Klamotten-Tauschen mit anderen Sportlern und die vielen Kinder, die vor dem olympischen Dorf um Autogramme baten.

Johanna Puff verpasst Medaille knapp

Beeindruckt war Johanna Puff von der Größe und dem allgemeinen Interesse an der Veranstaltung – Eröffnungsfeier, Begegnungen in der Unterkunft oder die Kontakte mit den Schülern im Umfeld der Wettbewerbe inklusive. Die Oberaudorferin, die für den SC Bayrischzell startet, schrammte im Biathlon um Sekunden an einer Medaille vorbei. In vier Starts lag sie vier Mal unter den ersten zehn. Schon im Einzel über zehn Kilometer war es knapp. Ein Fehler im ersten Liegendschießen und ein zweiter im Stehendschießen kosteten die 18-Jährige Edelmetall. Nach Platz neun in der Single-Mixed-Staffel mit Elias Asal (SC Todtnau) fehlten im Sechs-Kilometer-Sprint sieben Sekunden auf Bronze. Platz sieben in der Mixed-Staffel rundete das starke Ergebnis in einem Wettbewerb ab, in dem Puff die Stimmung an der Rennstrecke in Les Tuffes im französischen Jura genoss, an der zahlreiche Schulklassen die Sportler anfeuerten.

Marinus Sennhofer bester Deutscher

„Ein bissl was wär noch drin gewesen, aber mit zwei Top-Ten-Plätzen und einem zwölften bin ich schon zufrieden“, sagt Marinus Sennhofer. Der 18-Jährige vom SC Kreuth eröffnete seine Wettbewerbe als Zwölfter im Super G, wurde Zehnter im Riesenslalom und Siebter im Slalom und war damit bester Deutscher auf den Pisten von Les Diablerets. Beim ersten Rennen sei das Gefühl noch ungewohnt gewesen, aber sobald er merkte, dass er mitfahren kann, stellte sich eine gewisse Routine ein. Auch, wenn vieles anders war als sonst: die langen Startintervalle, die perfekten Pistenverhältnisse bis zuletzt, die Infrastruktur am Hang und der große Tross mit Trainern, Physiotherapeuten und Serviceleuten. „In unserem Alter hat man so was sonst nirgends.“

David Zehentner als Ein-Mann-Team

Als seine Sportkameraden aus dem Oberland mit dem ersten Block Athleten abreisten, war David Zehentner an der Reihe und begeistert von der „coolen Stimmung“ im schönen Campus aus viel Holz. Saubere Zimmer, gutes Essen und Athleten aus allen Ländern. Als deutsches Ein-Mann-Team schloss sich der Bayrischzeller zumeist den tschechischen Kollegen an, wenngleich das Programm so stramm war, dass nicht viel Zeit blieb zwischen Aufstehen um halb sechs und müde ins Bett fallen. Allein eineinhalb Stunden dauerte die Fahrt nach Leysin, wo Qualifikation und Finale am selben Tag die Sportler forderten.

Im Slopestyle, seiner Paradedisziplin, lief es nicht ganz nach Wunsch. „Es wäre mehr als Platz zwölf drin gewesen.“ Dafür versöhnte ein siebter Platz im Big Air, wo es überraschend gut lief. Die fehlenden Schneetage des Schülers machen sich bemerkbar: „Mit den Tricks, die ich grad kann, ist nicht mehr möglich.“ Immerhin verhalf Zehentner das stürmische Wetter zu einem unverhofften Stadtbummel mit Mama, Schwester und Freundin, die mit „Allez hopp David“-Plakaten angereist waren und statt des Slopestyles einen wettkampffreien Tag erlebten.

sie

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

TuS Holzkirchen: Fünf Neuzugänge – Baumann nach Miesbach
TuS Holzkirchen: Fünf Neuzugänge – Baumann nach Miesbach
Eine Mischung aus jung und erfahren
Eine Mischung aus jung und erfahren
VfB Hallbergmoos: Diranko und Bauer wieder fit - Konkurrenz rüstet auf
VfB Hallbergmoos: Diranko und Bauer wieder fit - Konkurrenz rüstet auf
Phönix peilt Aufstieg an - DePrato holt „Maschine“ Kratzel
Phönix peilt Aufstieg an - DePrato holt „Maschine“ Kratzel

Kommentare