Landtag will gegen FußballHooligans vorgehen

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Vor allem bei Beteiligung von ostdeutschen Vereinen kommt es immer wieder zu Ausschreitungen.

München - Die fünf Landtagsfraktionen verlangen ein schärferes Vorgehen gegen Fußball-Hooligans. Seit der Gründung der dritten Liga habe die Gewalt zugenommen, beklagten CSU, SPD, Freie Wähler, Grüne und FDP am Mittwoch einmütig im Kommunalausschuss.

Insbesondere Fans der ostdeutschen Vereine Carl Zeiss Jena, Dynamo Dresden und Rot-Weiß Erfurt fielen negativ auf. Kritik gab es am Bayerischen Fußball-Verband (BFV), der nach Einschätzung mehrerer Abgeordneter nicht genug tut, um Randalierern das Handwerk zu legen. Grüne und Freie Wähler brachten daher ins Gespräch, die Vereine für die hohen Kosten der Polizeieinsätze zur Kasse zu bitten. Auf Initiative der CSU soll das Innenministerium berichten, wie die Hooligans unter Kontrolle gebracht werden können. Der Fußball-Verband reagierte verärgert und warf den Abgeordneten vor, sich nicht ausreichend informiert zu haben.

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2008 seien 16 000 Polizisten in Bayern im Fußball-Einsatz gewesen, allein in München seien dabei 100 000 Einsatzstunden angefallen, sagte der FDP-Abgeordnete Andreas Fischer. “Väter, die mit ihren Kindern ins Stadion gehen, müssen Angst haben“, kritisierte der CSU- Abgeordnete Manfred Ländner. “Wir müssen die Vereine in die Pflicht nehmen.“ Polizisten im Fußball-Einsatz fehlten an anderer Stelle, sagte die Grünen-Politikerin Christine Kamm. “Es ist ganz deutlich, dass das zu Lasten anderer Bereiche geht.“

Der SPD-Abgeordnete und Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Bayern, Harald Schneider, forderte die Überprüfung der Vereinbarung des Fußball-Verbands mit dem Innenministerium. “Das Problem sind nicht mehr die erste und die zweite Liga, sondern die niederklassigen Vereine von der dritten Liga bis zur Landesliga.“

Damals hatten die Fußball-Funktionäre zugesagt, mehr gegen Gewalttäter zu unternehmen. “Da das nicht eingehalten wird, führt das zu verstärkten Polizeieinsätzen“, monierte Joachim Hanisch von den Freien Wählern. Die CSU betonte allerdings, zuständig für die Sicherheit in der Öffentlichkeit sei allein die Polizei - auch finanziell. Das Innenministerium soll dem Landtag jetzt auch Auskunft geben, wieviel Geld die Polizeieinsätze gegen Fußball-Randalierer die Steuerzahler kosten.

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) bedauerte, über die Sitzung nicht informiert worden zu sein. “Es befremdet angesichts dieses Umstands sehr, dass im Verlauf der Sitzung nach Medienberichten Kritik an BFV und DFB sowie in diesen Spielklassen spielenden bayerischen Vereinen geäußert worden sein soll“, hieß es in der Stellungnahme des Verbandspräsidenten Rainer Koch. Der BFV sei nur für die Spiele ab der Landesliga abwärts zuständig, nicht für die dritte Liga. Die Sicherheitslage sei in Bayern weit besser als anderswo, die Zahl der Gewalttaten bei Bayernliga-Spielen im vergangenen Jahr um ein Drittel zurückgegangen.

dpa

Quelle: Merkur.de

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