100 Jahre SC Freising

Legendenspiel: Dariusz Wosz, Benny Lauth und Co. besiegen den Sportclub Freising mit 3:2

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Highlight in der Luitpoldanlage: Die Kreisklassen-Fußballer des SC Freising (weiße Dressen) empfingen am ersten Festwochenende anlässlich ihres 100-jährigen Vereinsbestehens eine Auswahl von Ex-Profis – und die zeigten phasenweise, was noch in ihnen steckt.

Ein Sieg gegen die Fußball-Legenden zum hundertjährigen Jubiläum? Das wäre zu schön gewesen für die Kicker des SC Freising. Doch trotz der knappen 2:3-Niederlage war es am Samstag ein unterhaltsamer Nachmittag in der Luitpoldanlage.

Freising – Die Haare ergraut, der Bauch schon etwas dicker, die Bewegungen ein wenig langsamer – man sah den Fußball-Legenden an, dass ihre Profizeit ein bisschen zurückliegt. Man sah aber auch: Einige der Herren, die in der namhaften Auswahl aufliefen, hatten nicht zu Unrecht über mehrere Jahre ihr Geld mit des Deutschen liebster Sportart verdient – wie Marco Weißhaupt, Mike Rietpietsch oder auch Alexander Maul.

Erstmal ein kräftiger Schluck: Löwen-Legende Benny Lauth legte sich trotz Hitze voll ins Zeug.

Gekommen waren die 250 Zuschauer aber vor allem, um Löwen-Legende Michael Hofmann zu sehen, Ex-1860-Stürmer Benny Lauth natürlich oder auch Dariusz Wosz, die Zaubermaus aus dem Ruhrgebiet. Und alle drei zeigten, dass es zwar für den Profifußball längst nicht mehr reichen würde, ansonsten aber noch viel Lust am Fußball in ihnen steckt. Wosz wuselte wie eh und je über den Platz („Des is der, der am meisten läuft“, kommentierte eine Zuschauerin trocken). Und auch Michi Hofmann, langjähriger Keeper der Münchner Löwen, war sich für keinen Zweikampf zu schade – so sehr, dass er sich kurz vor dem Abpfiff bei einem davon verletzte und ausgewechselt werden musste. Für ihn durfte René Kaiser (37) in den Kasten – der Keeper des SCF, der seine aktive Karriere beendet. Somit wurde quasi eine Legende für die andere eingewechselt.

Schattige Plätzchen auf der Tribüne: 250 Zuschauer ließen sich am Samstag den legendären Kick nicht entgehen.

Trotzdem: Insbesondere im ersten Durchgang entwickelte sich ein munteres Match. Dabei gehörte die erste Aktion sogar den Platzherren: Nach einer feinen Balleroberung in der eigenen Spielhälfte ging es blitzschnell, zu schnell für die Legenden. Manu Kraft legte ab auf Cenk Toprak, der die Kugel nur noch einzuschieben brauchte (6.). Die Reaktion von den Rängen folgte prompt: „Schiri, abpfeifen!“, forderte ein Sportclub-Fan. Doch Referee Carlo Sette ist ein Experte seines Fachs: Mit preußischer Genauigkeit lenkte er die Partie weiter – und hatte dabei streckenweise mehr Laufwege zu absolvieren als mancher aus der Legenden-Truppe. Die war aufgrund von Absagen – Francisco Copado hatte beispielsweise kurzfristig passen müssen – mit dem einen oder anderen Sportclub-Akteur aufgefüllt worden. Doch zumindest die Abseitsfalle klappte, mehrmals liefen die Gastgeber ins Nichts.

Torhüter-Legenden unter sich: René Kaiser vom SC Freising (l.) und Ex-Löwe Michael Hofmann. Kaiser durfte am Ende sogar für ihn ins Tor.

Und irgendwann hatten die zum Teil von weit her gereisten Gäste das Match dann gedreht: Zunächst hatte Benny Lauth an die Latte geköpfelt – den Abpraller zirkelte Dariusz Wosz wie in alten Zeiten volley in die Maschen (16.). Nur vier Minuten später gingen die Legenden in Führung: Bochum-Urgestein Wosz hatte sich über die rechte Seite souverän durchgesetzt, die anschließende Hereingabe drückte Leo Bytyqi in die Maschen – ein Freisinger trifft gegen seine Freisinger, das wird er noch seinen Enkeln erzählen (20.). Das Publikum amüsierte es. Andere interessierten sich dagegen mehr für die prominenten Gäste: „Sauber, Miche!“, lobte einer, als der Angesprochene, Keeper Michael Hofmann, einen eher harmlosen Schuss entschärft hatte.

Prominenter Zweikampfgegner: Freisings Samuel Stratmann (l.) schirmt gegen Dariusz Wosz den Ball ab.

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Partie dann zusehends. Was natürlich einerseits an den hochsommerlichen Temperaturen lag, andererseits aber auch an der Tatsache, dass beide Mannschaften ja doch „nur“ zu einem Gaudikick zusammengekommen waren. Kurz nach dem Wiederanpfiff traf dann auch noch Benny Lauth per Kopf zum vorentscheidenden 3:1 (51.). Doch den Sportclub-Kickern war zumindest noch der Anschlusstreffer zum 2:3 vergönnt: Mitte des zweiten Abschnitts hatte die Verteidigung der Ex-Profi-Auswahl einen Schuss zunächst blocken können, bevor Joker Mladen Perkovic einen Schritt schneller war als Keeper Michi Hofmann und viel umjubelt einnetzte.

Quelle: Merkur.de

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