Leidenschaftliche Löwen

- Die Derbys zwischen dem FC Bayern und dem TSV 1860 waren für die Fans stets das "Salz in der Suppe". Die Profi-Teams beider Klubs trennt bekanntlich eine Spielklasse, doch in der Regionalliga kommt es am nächsten Spieltag zu diesem Duell. Wegen des Amateur-Länderpokales wurde der Münchner Lokalkampf vom 12. auf den 14. September (19 Uhr) verschoben. Die Generalprobe verlief für die Erzrivalen recht unterschiedlich. So musste sich Titelverteidiger FC Bayern überraschend vor mehr als 10 000 Zuschauern beim Neuling Koblenz mit 0:2 geschlagen geben. Der TSV 1860 feierte den zweiten Saisonsieg mit dem 2:0 gegen den Aufstiegsaspiranten TSG Hoffenheim. Jetzt gibt es in jedem Fall vor dem Stadt-Duell keinen klaren Favoriten mehr.

<P>Bei den "kleinen Bayern" scheint die Luft nach der Pokal-Sensation gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach etwas raus zu sein. Das Team von Trainer Hermann Gerland holte aus den letzten drei Partien nur einen Zähler. Nach der Pleite in Koblenz war der Amateur-Coach stocksauer: "Wir haben völlig verdient verloren, mehrere Spieler brachten nicht die geforderte Leistung und wir hatten keine richtige Torchance." Nachdem Schlendrian für Gerland kein Thema ist, gibt es für die Amateure anstrengende Trainingseinheiten: "Wir werden in den nächsten Tagen sehr viel laufen."<BR><BR>Beim TSV 1860 herrschte nach dem Sieg gegen Hoffenheim kollektives Aufatmen, denn Trainer Higl hatte im Vorfeld seine Bedenken: "Hoffenheim gehört spielerisch zu den stärksten Teams der Regionalliga." Vielleicht war es für die Löwen nicht schlecht, dass der hochkarätig besetzte Kontrahent zuletzt mit 1:3 gegen Koblenz verloren hatte. Das Team des früheren Bayern-Trainers Hansi Flick wirkte auf jeden Fall verunsichert und ziemlich konzeptlos. Ganz anders die Münchner, die voller Leidenschaft in die Partie gingen. Dies registrierte auf der Tribüne auch Cheftrainer Rudi Bommer.<BR><BR>Elfmeter bringt die Entscheidung</P><P>Diesmal hatte der Neuling aber auch das Quäntchen Glück, um zum Erfolg zu kommen. Nachdem die Löwen hochkarätige Chancen vergeben hatten, tauchten die Hoffenheimer kurz vor der Pause zweimal gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf, zeigten dann aber im Abschluss Nerven. Den vielen Fehlversuchen setzte dann der Kapitän ein Ende: In der 48. Minute schlenzte Christian Holzer das Leder in den Winkel. Die Hoffenheimer lockerten nunmehr die Deckung und die Löwen konnten nach Herzenslust kontern. Dies nützte in der 62. Minute Lance Davids. Der Hoffenheimer Marcel Throm konnte den Südafrikaner nur noch zu Boden reißen und sah dafür die Rote Karte. Den fälligen Elfmeter verwandelte Marcel Schäfer.<BR><BR>"Es spricht für sein Selbstbewusstsein, dass er sich einfach den Ball geschnappt hat und den wichtigen Strafstoß dann sicher verwandelte", lobte Higl das Eigengewächs. So haderte am Ende nur Marcel Richter etwas mit dem Schicksal. Dreimal stand der Ex-Ismaninger völlig allein vor dem Hoffenheimer Schlussmann, ohne dabei vollstrecken zu können. Doch der Trainer glaubt weiter an seinen Torjäger: "Ihm fehlt es derzeit an der Überzeugung, die Bälle reinmachen zu können, das kommt aber wieder, der Marcel braucht Geduld und ein Erfolgserlebnis, vielleicht klappt es dann gegen den FC Bayern." Dies wünschen sich zumindest die Löwen-Fans!<BR><BR></P>

Quelle: Merkur.de

Auch interessant

Meistgelesen

Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Türkgücü München rüstet auf: Ex-Bundesliga-Profi und -Nationalspieler wechselt zum Viertligisten
Kreissportgericht verhandelt Skandalspiel
Kreissportgericht verhandelt Skandalspiel
Walter ist ein heißer Kandidat für die „Bayern-Treffer“-Trophäe
Walter ist ein heißer Kandidat für die „Bayern-Treffer“-Trophäe
Bürgermeister Wolfgang Panzer: Freien Eintritt bei SpVgg Unterhaching gegen KFC Uerdingen
Bürgermeister Wolfgang Panzer: Freien Eintritt bei SpVgg Unterhaching gegen KFC Uerdingen

Kommentare