Leitl murrt: "Das war ein verschenktes Spiel"

+
Da jubelten sie noch. Der erste Saisonsieg schien greifbar nahe.

BCF Wolfratshausen - Mit dem 2:2-Unentschieden gegen den TSV Landsberg hat der BCF Wolfratshausen am gestrigen Mittwochabend den ersten Zähler der Saison eingetütet. An der derzeitigen Geberlaune der Farcheter änderte sich gleichwohl nichts.

Mittwochabend, 18.30 Uhr. Vom Pavillon vor dem Sportheim duftete es ganz wunderbar nach Grillfleisch und Bratwürsten. Der Wind verteilte den Geruch auch aufs Spielfeld im Isar-Loisach-Stadion, wo es in Wirklichkeit lange Zeit nach einem Fehlstart roch. Viel zu lange benötigte die Heimelf, um Ernsthaftigkeit auszustrahlen. Und sie hatte Glück, dass der Gast vom Lech nur einmal zuschlug: Muriz Salemovic brachte eine scharfe Ecke nach innen, Paul Müller patzte, und Philipp Siegwart vollendete zum 0:1.

„Den muss er klären“ zielte Trainers Reiner Leitls Kritik in Richtung des Penzbergers Müller. Doch auch Kevin Pradls Strafraumbeherrschung ist aktuell einiges vom Optimum entfernt. In der zweiten Halbzeit hatte der BCF-Torhüter großes Glück, als er ohne Reaktion einen Ball an die Latte klatschen sah. Die Hausherren fanden nur allmählich ins Spiel. In der Offensive war es ausnahmslos Jona Lehr, der für Gefahr sorgte. Beim Auftakt in Unterföhring fehlte der Badener an allen Ecken und Enden, gestern Abend zeigte der 24-Jährige, wie wichtig er für sein Team ist. Leitls Urteil („Auffällig, aber die Effektivität fehlt etwas“) fiel angesichts des doppelten Punktverlusts relativ uncharmant aus.

Der Coach kam seiner Ankündigung, daheim offensiver spielen zu lassen nach und bot ein mutiges 3-4-3-System auf. Wohl auch deswegen stieg die Anzahl an brauchbaren Angriffsaktionen im Vergleich zum Samstag signifikant. Wolfratshausens Ausgleich war ein Produkt eines schnellen Angriffs über Basti Pummer und Lehr, der den Ball präzise zu Marco Höferth brachte. Der Volleyschuss zum 1:1 war gleichzeitig der beste Abschluss des Kapitäns, der bei einigen Freistößen zu hoch gezielt hatte. Höferth war es auch, dessen weiter Einwurf nur drei Minuten später die Landsberger Abwehr in einer Art kollektivem Tiefschlaf erwischte: Pummer brauchte nur den Kopf hinzuhalten – 2:1.

Der erste Saisonsieg schien greifbar nahe, zumal die Gastgeber weiter munter auf dem Vormarsch blieben. Wäre da nur nicht ein Lapsus von Michael Rauch gewesen, der dem TSV einen Freistoß und Farchet das vierte Gegentor nach einem ruhenden Ball bescherte. Wenn seine Elf nicht gewillt sei, diese „Standards sauber zu klären, dann geht es halt nicht“, murrte Leitl abwertend. Er sprach von einem „verschenkten Spiel“, zumal Lehr in einer turbulenten Schlussphase zwingend den Siegtreffer hätte markieren müssen.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Trainerkarussell bei den Amateuren nimmt weiter Fahrt auf
Trainerkarussell bei den Amateuren nimmt weiter Fahrt auf
Michael Schrodi: Vom grünen Rasen in den Bundestag
Michael Schrodi: Vom grünen Rasen in den Bundestag
Pokalkracher-Derby in Fürstenfeldbruck: Ziel Halbfinale
Pokalkracher-Derby in Fürstenfeldbruck: Ziel Halbfinale
Beim FC Ismaning müssen jetzt auch die Invaliden ran
Beim FC Ismaning müssen jetzt auch die Invaliden ran

Kommentare