Leitl ist "sehr enttäuscht" von seinem Team

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Werner Schuhmann und der BCF unterliegen im letzten Heimspiel der Saison mit 1:3.

BCF Wolfratshausen - Enttäuschend fiel das letzte Saisonheimspiel für den BCF Wolfratshausen aus: Die 1:3-Niederlage gegen den TSV Bogen schlug Reiner Leitl beim abschließenden Grillfest deutlich länger auf den Magen als seinen Kickern.

Wohin nur mit der ganzen Wut und Enttäuschung? Vor all den wissbegierigen Zuhörern im Sportheim wäre ein Zornanfall unangebracht gewesen, denn die hatten keinerlei Schuld an Leitls zerütteter Verfassung. Also stand der BCF-Trainer nach einer schmallippigen Kurzanalyse mit den Worten, „So, und jetzt sag ich nichts mehr“ auf und zog von dannen. Mit einer Geste in Richtung der Wirtsleute lautete sein Appell für das anschließende Grillfest: „Hoffentlich habt’s ihr ein paar richtige Fettbatzen dabei, damit den Jungs etwas auf die Rippen wächst."

Der 55-Jährige stand kurz vor der Explosion. Selbst als ganz Fußball-Farchet bei Steaks, Salaten und Fassbier die Spielzeit ausklingen ließ, wich der Missmut nur sehr zögerlich aus der Mimik des Übungsleiters. Er sei „sehr enttäuscht“ von seiner Truppe, ließ Leitl wissen. Überdies sei er froh, dass die Saison nunmehr ein Ende nimmt. Andernfalls müsse er im Training „meine Jungs mal wirklich platt machen“. Freilich hätten die vergangenen Jahre gezeigt, dass der TSV Bogen kein heißer Anwärter für einen von Farchets Lieblingsgegner ist. Doch könne man „es auch mal erzwingen“, forderte der Ex-Profi.

Zumal in Hälfte eins noch den Gästen die Statistenrolle zugedacht war. Bogen bestritt an der Kräuterstraße sein letztes Saisonspiel. Deren Trainer Andreas Wagner berichtete von „etlichen Kästen Bier“, die mit Aussicht auf eine launige Rückfahrt bereits im Bus warteten. Dementsprechend sei seine Elf auch zu Werke gegangen. „Lethargisch“ nannte Wagner den Auftritt bis zum Seitenwechsel, der mit einer 1:0-Führung der Platzherren zu Ende ging. Marco Höferth traf nach Zuspiel von Basti Pummer aus spitzem Winkel hoch ins lange Toreck. Eine von vier starken Aktionen des Unterfranken. Höferth aber schien der einzige Akteur im grünem Dress zu sein, der diese Partie gewinnen wollte.

Was sich dann zwischen dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit und Onur Misirlioglus bislang unentdecktem Talent als Grillmeister abspielte, ist schnell erzählt – stieß aber auf wenig Verständnis bei Dr. Edmund Stoiber und dem übrigen BCF-Anhang. Erst vergab Werner Schuhmann einen Hochkaräter, den er in früheren Tagen im Halbschlaf versenkt hätte. Danach traf Bogens Andreas Meyer dreifach und ohne Gegenwehr von Wolfratshauser Seite. Während Wagner „einige taktische Umstellungen“ für die Trendwende ursächlich nannte, griff Leitl einmal mehr die Einstellung seiner Spieler an. „Wenn man sich 30 Minuten so präsentiert, tut man nicht alles für den Verein“, giftete der Cheftrainer vor seinem abrupten Abgang von der Pressekonferenz.

Stunden später manövrierte sich Leitl auf Krücken durch die Reihen seiner feiernden Kicker. Eine hartnäckige Arthrose im Sprunggelenk – Operation unumgänglich. Wahrlich kein schöner Tag für den Fußballlehrer, der sich dennoch ganz allmählich versöhnlich zeigte. Zumindest sah man ihn vereinzelt lachen – das wäre gegen 16 Uhr noch undenkbar gewesen.

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Quelle: fussball-vorort.de

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