Der letzte Unterhachinger: Kiomourtzoglou - das Markenprodukt der SpVgg verfolgt große Ziele

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Ab in die weite Fußballwelt: Orestis Kiomourtzoglou.

Orestis Kiomourtzoglou kickt seit den F-2-Junioren bei der SpVgg Unterhaching. Ein echtes Markenprodukt, das 2017 zurecht große Ziele verfolgt.

Unterhaching – Es war schon früh alles erstaunlich durchgeplant – und Familiensache. Wenn Orestis Kiomourtzoglou als Knirps morgens aufstand, hatte seine Mama die Nudeln bereits für die Mahlzeiten rund um Trainingseinheiten oder die Fußballspiele vorgekocht. Und Papa stand sowieso parat, als Coach oder Chauffeur. Damals war es nur ein Traum, mal Profi zu werden. Heute, Orestis wurde gerade 18, ist der Traum real. Orestis Kiomourtzoglou ist eine besondere Figur bei der SpVgg Unterhaching. Mit sieben Jahren fing er bei der F 2 des heutigen Regionalligisten an, noch heute weiß er genau, wie nervös er beim Probetraining war, doch er wurde genommen, zusammen mit fünf, sechs anderen Talenten. Keiner der Kameraden aus der ersten Stunde ist noch da. Orestis schon. Der letzte Unterhachinger quasi. Ein echtes Markenprodukt, ein Musterbeispiel für die Arbeit der SpVgg, die sich vor allem mit Nachwuchs aus der Region behaupten möchte. Inzwischen kocht die Mama die Nudeln nicht mehr vor, „ich habe meine Ernährung umgestellt“, erzählt der junge Mann. Heute isst er Nudeln aus Dinkel, Vollkorn, es war aber damals für ihn eine schöne Sache, die Pasta de la Casa.

„Gleich im ersten Spiel, als ich Mamas Nudeln gegessen hatte, habe ich zwei Tore geschossen"

 

„Gleich im ersten Spiel, als ich Mamas Nudeln gegessen hatte, habe ich zwei Tore geschossen – dann haben wir das beibehalten.“ Doch auch die neuen Methoden fruchten. Als Orestis in der Hinrunde am siebten Spieltag für den verletzten Ulrich Taffertshofer einsprang, schoss er sofort ein Tor. Das Spiel drauf traf er erneut, die Geschichte wiederholte sich zwei Mal. Er ist jetzt nah dran an der ersten Elf, verdammt nah. Und 2017 will er erst recht angreifen. Es ist in dieser Saison für Talente schwerer geworden. Die Hachinger sind auch deshalb so stark, weil sie seit dem Sommer auf Routiniers wie Dominik Stahl und Stephan Hain setzen – aber von beiden schaut sich der 18-Jährige, der sich auf der „Acht“ am wohlsten fühlt, in der Jugend aber lange stürmte und sich auch defensiv zu bewegen weiß, viel ab. Mit Hain bleibt er nach dem Training weiter auf dem Platz, und generell stoppt er seinen Eifer nicht, sobald die Einheit zuende ist. Mit 15 wuchs er plötzlich um 15 Zentimeter, seitdem dehnt er sich vor und nach jedem Training.

Manchmal spötteln Kollegen, wenn er so auf dem Kabinenboden hockt, aber er ist kein Typ, der sich aus der Bahn werfen lässt. Eine seine tiefsten Erinnerungen an seine Juniorenzeit war mal der Danone-Cup in Frankfurt, Kleinfeld im Stadion der Profis, für die Knirpse eine große Sache. In einem Spiel erlitt er einen Ellbogenschlag, sein Gesicht schwoll an, er musste sich übergeben. Auswechseln ließ er sich trotzdem nicht. In der letzten Saison kam er 17 Mal zum Einsatz, mit 17 Jahren ist das keine Selbstverständlichkeit bei einem ambitionierten Regionalligisten. Anfangs war es schon komisch („da schaust du bei einem Zweikampf hoch und denkst dir: Hey, der hat schon einen richtigen Bart, du nur so einen Flaum“), aber längst ist es Normalität. „Du musst dir als Junger erst einmal Respekt verschaffen“, sagt Kiomourtzoglou. Sein Spitzname lautet zum Beispiel Arturo Vidal, das zeugt ja von Biss. Sein Vertrag in Unterhaching läuft noch bis 2018. Das Ziel, möglichst bereits in diesem Jahr: „Stammspieler werden, sonst wäre ich doch fehl am Platz.“ Er hat schon früh angefangen, dafür alles zu tun. Eine echte Marke.

Text: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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