Löchrig in der Abwehr

- FC Bayern kommt gegen Mainz nur zu einem 2:2

Vorweg die gute Nachricht: Die Amateure des FC Bayern sind auch nach 16 Spieltagen der einzige ungeschlagene Regionalligist. Der "inoffizielle Herbstmeister" verteidigte am Samstag mit dem 2:2 gegen die Amateure des Zweitligisten Mainz 05 die souveräne Tabellenführung. Dann die schlechte Nachricht: Ausgerechnet im letzten Heimspiel dieses Jahres boten die "kleinen Bayern" eine sehr mäßige Leistung. Dies sah auch Trainer Hermann Gerland so: "Besonders in der ersten Halbzeit waren wir total konfus." Diesmal standen in der Anfangsformation zahlreiche Talente, die regelmäßig bei den Profis mittrainieren. So sammelte Bastian Schweinsteiger nach längerer, krankheitsbedingter Pause bei den Amateuren Spielpraxis. <P>Doch dem Jungstar gelang wenig. Trainer Gerland nahm ihn ausdrücklich in Schutz: "Das ist doch normal, dass er noch nicht ganz fit ist." Schweinsteiger blieb deshalb auch zur Pause in der Kabine. Als absoluter Schwachpunkt entpuppte sich am Samstagnachmittag die Defensivabteilung. Bei der frühen Mainzer Führung durch Claudius Weber ließ sich die Innenverteidigung regelrecht vernaschen. Christian Lell, zuletzt bei den Profis mehrfach auf der Ersatzbank, befindet sich offensichtlich weiter im Formtief. Auch Kahn-Ersatzmann Michael Rensing wirkte nicht ganz sicher. "Unsere Abwehr war streckenweise katastrophal, wir standen viel zu weit weg von den Gegenspielern", kritisierte Gerland. <P>Nach der Pause gab seine Mannschaft dann wesentlich mehr Gas: In der 55. Minute erzielte der lange verletzte Karsten Oswald nach einem Solo über das halbe Spielfeld den Ausgleich. Dieser Treffer verdiente sich das Prädikat Extraklasse und wirkte als Wachrüttler für die über weite Strecken trägen Bayern. Der vielumworbene Hasenhüttl verärgert Trainer Gerland "Zwetschge" Misimovic konnte sich in der 74. Minute über den 14. Saisontreffer freuen. Piotr Trochowski traf in der 87. Minute noch den Pfosten. Doch in der Schlussphase begann die Bayern-Abwehr wieder zu wackeln. Auch Abwehrchef Christian Saba, ansonsten die Zuverlässigkeit in Person, ließ sich von den unsicheren Nebenleuten anstecken. <P>In der vorletzten Minute gelang dem überragenden Mainzer Angreifer Weber der nicht ganz unverdiente Ausgleich. Bayern-Coach Hermann Gerland war dann stocksauer auf den in der Pause eingewechselten, früheren österreichischen Nationalspieler Ralph Hasenhüttl: "Ich hatte ihn kurz vor dem Gegentreffer in die Abwehr zurückbeordert, damit er als kopfballstarker Spieler hinten aufräumt, er hat sich aber nicht an meine Anweisung gehalten und ist vorne stehen geblieben." Da konnte es den "Tiger" auch nicht trösten, dass der Mainzer Coach Colin Bell Komplimente verteilte: "Die Bayern-Amateure haben wirklich eine tolle Mannschaft." Zeit zum Grämen bleibt Gerland und Co. zudem nicht viel, denn bereits morgen steht das vorgezogene Auswärtsspiel beim Rot-Weiß Erfurt auf dem Programm. <P></P>

Quelle: Merkur.de

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