Regionalliga-Kicker Luca Beckenbauer vom SV Heimstetten im Interview

Luca Beckenbauer: Die Bundesliga bleibt das langfristige Ziel

Luca Beckenbauer spielt aktuell beim SV Heimstetten.
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Luca Beckenbauer spielt aktuell beim SV Heimstetten.

Luca Beckenbauer ist zu Beginn dieser Saison zum SV Heimstetten gewechselt. Im Interview spricht er über seine bisherige Laufbahn und Ziele für die Zukunft.

  • Luca Beckenbauer will in den Profi-Fußball.
  • Er spricht über seine Erfahrungen beim FC Bayern, dem FC Schalke 04 und Hannover 96.
  • In der kommenden Saison würde er am liebsten in der 3. Liga, in Österreich, oder in der Schweiz den nächsten Karriere-Schritt machen.

München - Luca Beckenbauer hat einen berühmten Nachnamen. Jedes Kind kennt die Geschichten über seinen Opa Franz - die „Lichtgestalt“, den „Kaiser“ des deutschen Fußballs. Sein Enkel Luca hat allerdings auch großes Potenzial. Fußballerisch ausgebildet wurde der 19-Jährige in den Nachwuchsleistungszentren dreier Profi-Mannschaften. Die längste Zeit seiner Jugend verbrachte er beim FC Bayern München. Im Jahr 2016 folgte der Wechsel zum FC Schalke 04, ehe es zwei Jahre später zu Hannover 96 ging. Seit dieser Saison schnürt der Verteidiger die Fußballschuhe für den SV Heimstetten in der Regionalliga Bayern. Im Interview mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern sprach er über seine bisherigen Stationen, die aktuelle Spielzeit und seine Ziele für die Zukunft.

„Kleingruppen-Training bei uns eher keine Option“

Servus Luca, wie bist du mit der fußballfreien Zeit bisher umgegangen?

Ich habe viel selber gemacht, bin viel laufen gegangen und habe Krafttraining gemacht. Mit meinem Bruder habe ich ein bisschen Fußball-Tennis gespielt. Viel mehr geht aktuell nicht.

Viele Profi-Vereine sind bereits ins Kleingruppen-Training eingestiegen. Glaubst du, dass das für den SV Heimstetten auch eine Option wäre?

Wir machen momentan dreimal in der Woche ein Online-Training. Ich glaube, das Kleingruppen-Training ist bei uns eher keine Option. Ich denke, dass wir versuchen werden, so schnell wie möglich und sobald es erlaubt ist, wieder normal zu trainieren.

Wie geht ihr als Mannschaft mit der aktuellen Lage um? Gibt es Challenges oder ähnliches?

Wir haben in der Mannschafts-Gruppe eine Challenge gehabt. Jeder, der nominiert wurde, musste ein lustiges Video reinstellen. Ich glaube, mittlerweile sind wir alle durch. Das war ganz witzig.

Luca Beckenbauer: Niederlage mit Schalke gegen Bayern „schon bitter“

Du wurdest in den NLZs von drei Profi-Vereinen ausgebildet. Bei welchem Verein hattest du die beste Zeit? 

Schwierig, die längste Zeit war ich beim FC Bayern. Auf Schalke hatte ich eine super Zeit in der U17. Da waren wir ziemlich erfolgreich. Im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft haben wir allerdings gegen Bayern verloren. Das war ein bisschen bitter. Alle drei Vereine waren persönlich und fußballerisch lehrreich. Vor allem, als ich von zu Hause weg in Gelsenkirchen und Hannover war, habe ich mich am meisten weiterentwickelt.

Was konntest du aus deiner Zeit beim FC Bayern mitnehmen?

Bei Bayern hat man ab der U8 eine super Ausbildung. Jeder Spieler entwickelt eine Sieger-Mentalität, da man eigentlich jedes Spiel gewinnen muss beziehungsweise soll. Das war bei Schalke aber auch so. 

Hast du noch Kontakt zu deinen Mitspielern von damals bei den Knappen?

Ja, es sind etwa fünf oder sechs Jungs, mit denen ich noch regelmäßig in Kontakt bin. Speziell Jungs, mit denen ich im Internat zusammengelebt habe.

Luca Beckenbauer verpasste komplette U19-Saison wegen Verletzung

In der U19 hattest du nur einen Einsatz für Schalke. Wie war diese Zeit für dich?

Ich wurde am Ende der U17-Saison operiert. Die ersten Wochen bei der U19 war ich dabei, oft ging bei mir danach nichts mehr. Ich bin dann die komplette Saison verletzt gewesen und habe nur in den letzten Wochen wieder mittrainiert. 

Schalkes U19-Trainer Norbert Elgert ist eine Legende und hat schon viele Spieler geformt. Konntest du trotz deiner Verletzung etwas lernen?

Auf jeden Fall, er ist fachlich ein klasse Trainer. Auch neben dem Platz kann man immer mit ihm sprechen. Auf dem Platz habe ich wegen meiner Verletzung leider nicht so viel mitbekommen.

Wieso bist du 2018 zu Hannover gewechselt?

Mein Trainer aus der Schalker U17, Stephan Schmidt, ist damals nach Hannover gegangen. Zu ihm hatte ich, damals wie heute, ein super Verhältnis.

Luca Beckenbauer: Auf Anhieb Kapitän bei Hannover 96

Obwohl du neu in der Mannschaft warst, wurdest du sofort Kapitän...

Ich war schon unter Schmidt auf Schalke Kapitän. Man muss nochmal mehr Verantwortung übernehmen und auch ein Vorbild sein. Ich hatte damit keine Probleme und denke, dass ich es ganz gut gemacht habe. 

Hannover wollte dich zum Profi machen, trotzdem bist du im Sommer zu Heimstetten in die Regionalliga gegangen. Warum? 

Ich kann dazu nicht viel sagen. Klar war es ein Grund, dass ich näher an meiner Familie sein wollte, aber ich war auch einfach nicht mehr so zufrieden in Hannover

„Männerfußball“ in der Regionalliga „einfach härter“ als U19-Bundesliga

Beim SV Heimstetten bist du zum ersten Mal in deiner Karriere bei einem Amateur-Klub. Worin siehst du den größten Unterschied zu Profi-Vereinen?

Ich würde sagen, dass alles ein bisschen familiärer ist. Jeder kennt jeden. Die Stimmung ist lockerer. Wir sind schon konzentriert vor den Spielen, aber vielleicht nicht so angespannt, wie es in einem NLZ der Fall ist. Wir haben in dieser Saison quasi nichts zu verlieren. Das ist eigentlich der Hauptunterschied. Der Trainingsumfang ist geringer. Im NLZ habe ich fünf- bis sechsmal in der Woche trainiert. Jetzt sind es drei- bis viermal. Damit habe ich Schwierigkeiten. Deswegen mache ich immer selbst noch etwas nebenbei.

Wie groß ist der Unterschied zwischen der Herren-Regionalliga und der Junioren-Bundesliga?

Als ich letztes Jahr noch in der U19 gespielt habe, habe ich von vielen Leuten gehört, dass es zur Regionalliga nochmal ein Riesen-Unterschied ist. Es ist einfach härter und halt Männerfußball. Insgesamt finde ich den Unterschied aber nicht riesengroß. Mir ist der Übergang nicht besonders schwergefallen. 

Wie bewertest du die bisherige Saison mit dem SVH? 

Wir haben besser gespielt als wir dastehen. Wäre die Saison nicht unterbrochen worden, hätten wir nichts mehr mit dem Abstieg zu tun, glaube ich. Wir waren gut in Form und haben zuletzt gegen Schweinfurt gewonnen. Spielerisch können wir zufrieden sein, wir haben nur zu wenig Punkte geholt.

Luca Beckenbauer: Jeder Fußballer hat das Ziel Bundesliga

Was nehmt ihr euch nach dem Re-Start vor?

Möglichst viele Spiele gewinnen. Wir wollen uns in den ersten Spielen Luft nach unten verschaffen. 

Du hast in Heimstetten für ein Jahr unterschrieben. Welche Ziele hast du für die Zukunft?

Ich möchte in die 3. Liga, oder um den Aufstieg dorthin spielen. Österreich oder die Schweiz sind auch interessant. Im Moment ist die Situation aber etwas durcheinander.

Bleibt die Bundesliga das langfristige Ziel?

Klar, ich denke, dieses Ziel hat jeder Fußballer.

Soll die Nächste Station in oder in der Nähe von München sein? 

Das Jahr zu Hause hat mir gutgetan. Daher wäre ich auch wieder bereit, ein bisschen weiter wegzugehen.

Interview: Patrick Huljina

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