Die Karriere des Offensivmanns der SpVgg Unterhaching

Beim FCB wegen der Größe aussortiert - Der Aufstieg des Luca Marseiler

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Zusage für viereinhalb Jahre: Luca Marseiler.

Als Luca Marseiler am 3. Spieltag sein erstes Drittligator erzielte, studierte Manfred Schwabl später ein Video auf seinem Smartphone.

„Hut ab – solche Bewegungen habe ich auf einem Fußballplatz noch nie gesehen“, lautete das Urteil des Unterhachinger Präsidenten. Er meinte dabei aber nicht den Bewegungsablauf des Offensivmanns vor seinem Torabschluss. Sondern die Tanzeinlage danach. Dass Luca Marseiler als Fußballer ungewöhnliche Bewegungen in petto hat, war in Unterhaching keine Neuigkeit.

Der 21-Jährige gilt als eines der größten Talente der Dritten Liga und hatte Anfragen aus der Ersten sowie Zweiten Liga. Nun verlängerte er seinen ursprünglich bis 2020 laufenden Vertrag vorzeitig bis 2023. Nachdem Torjäger Stephan Hain bis zum gleichen Zeitraum sein Ja-Wort gab, ist Marseiler die nächste wichtige Schlüsselpersonalie bei den Hachinger Bestrebungen, langfristig ein Team zu entwickeln, das höchsten Ansprüchen genügt. „So, wie Luca spielt, wird er nicht mehr lange in der Dritten Liga auflaufen“, hatte Hachings Trainer Claus Schromm bereits im Herbst gesagt. Er sei sehr froh, „dass wir ihn überzeugen konnten, unseren Weg noch ein Stück mitzugehen“.

Marseiler wurde einst beim FC Bayern aussortiert, weil er als zu klein galt. Schwabl hat sich früher als Talent auch stets durchboxen müssen, er fand Gefallen an dem Außenbahnwirbler und lotste ihn 2015 zu den B-Junioren. Noch als A-Jugendlicher debütierte er in der Regionalliga in der ersten Mannschaft, aber danach legte ihn ein Kreuzbandriss lahm. Schromm meint, im Nachhinein sei die lange Auszeit ein Segen gewesen, um Marseilers Willen zu schulen. „Er hat so in jungen Jahren ein Gespür für die Maschine Mensch entwickelt und dafür, wie wichtig es ist, sich zu pflegen – das ist bei jungen Spielern ja oft nicht so ausgeprägt“, sagt der Trainer, „Luca musste da noch mal so richtig beißen, und er hat viel aus dieser Phase mitgenommen.“ Schwere Verletzungen seien nie schön, sagt Schromm, aber es sei umso wichtiger, gestärkt aus ihnen hervorzugehen: „Das ist bei Luca keine leere Floskel.“

Marseiler hat inzwischen bei 20 Drittligaspielen sechs Tore geschossen. Zum Training fährt er gerne mit dem Radl vor, und so ein Vorzeigetalent würden sie sich bei anderen Vereinen wünschen. Auf dem Platz besticht Marseiler durch sein Tempo und seine Abschlussstärke, analysiert Schromm, „nur das Strategische fehlt seinem Spiel noch. Er muss lernen, wann er mal auf den Ball steigt und wann er in die 1:1-Situation muss. Da fehlt ihm noch der Helikopter-Blick, aber der kommt mit der Erfahrung.“ In der Defensivbewegung habe der 21-Jährige bereits Fortschritte gemacht, so der Trainer: „Da ist er bei uns schon mit federführend im Team.“

Der neue Vertrag gilt wie alle Kontrakte in Unterhaching ohne Ausstiegsklausel. „Wenn er mal ein Angebot hat, bei dem er ernsthaft ins Grübeln kommt, finden wir eine Lösung, das verspreche ich allen Spielern bei uns“, so Schwabl, „aber zunächst mal bedeutet so eine Vertragsverlängerung auch einen Quantensprung. Es ist immer wieder wichtig, wenn sich solche Talente langfristig für uns entscheiden. Und er ist da ja nicht der Einzige. Ich habe schon immer gesagt, auf so einen Typen habe ich Bock“, schwärmt Schwabl. Und das nicht bloß, weil er beim Tanzen so tolle Bewegungen beherrscht. ANDREAS WERNER

Quelle: Merkur.de

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