Der FC Bayern hielt ihn für zu klein

Luca Marseiler: Wenn der Schritt zurück zur Chance wird

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Die Chance genutzt: Hachings Youngster Luca Marseiler.

SpVgg Unterhaching - Luca Marseiler versuchte fünf Jahre lang sein Glück beim FC Bayern. Richtig glücklich wurde er aber erst bei der SpVgg Unterhaching, auch wenn er sich in dieser Saison einer starken Konkurrenz stellen muss.

Ganz so einfach ist es ja nicht, auch wenn viele Trainer die Sorgen von Claus Schromm nur zu gerne hätten. Beim souveränen Tabellenführer der Regionalliga wird in diesem Jahr alles dem Aufstieg untergeordnet, was gerade für einige jüngere Spieler bedeutet, sich mit der Rolle des Reservisten anzufreunden, auch wenn man sich im Jahr zuvor schon auf dem Sprung in die Stammelf gesehen hat. Für Schromm eine Herausforderung, trotzdem alle bei Laune zu halten. Und damit zu vertrösten, dass ihre Chance bestimmt mal kommt.

Orestis Kiomourtzoglou hat sie genutzt, als sich Kapitän Welzmüller verletzte und der Routinier Nicu in die Innenverteidigung zurückrutschte. Kiomourtzoglou ist erst 18 und kann sich Spielpraxis auch noch in der U19 holen, die um den Aufstieg in die Bundesliga kämpft. Luca Marseiler kann das nicht, er ist mit 20 der Jugend schon entwachsen. Der hochbegabte junge Mann, dessen Familie in Unterhaching lebt, hätte sich einen Platz in der Startelf längst mal verdient, das weiß auch Schromm, doch wen aus seinem hochkarätigen Kader hätte er opfern sollen?

Zu klein für Profikarriere beim FC Bayern

Am Samstag nun rutschte Marseiler nach 14 Einwechslungen erstmals in dieser Spielzeit in die Anfangsformation. Jimi Müller fällt verletzt länger aus, der Trainer hatte die Wahl zwischen Alex Piller und Marseiler. Und entschied sich für den Jüngeren. Er sollte es nicht bereuen. Luca Marseiler ist ein ungemein flinker, trickreicher Außenspieler, es war kurz vor der Pause, als er sich links gegen zwei Augsburger durchsetzte und mit seiner exakten Hereingabe Thomas Steinherr bediente. Der traf zum entscheidenden 1:0 für die Hachinger und feierte sein Tor mit einem perfekten Salto.

Marseiler kam aus der Jugend des FC Bayern in die Hachinger U17. Mehr als fünf Jahre ist er an der Säbener Straße gewesen, dass er Talent hatte, daran zweifelte niemand. Sein Handicap: Er schien den Ausbildern zu klein für eine Profikarriere, zumindest beim FC Bayern. Erst einmal, erzählt er, sei es „ein komisches Gefühl gewesen“, zum Training in den Sportpark zu radeln. Ein Schritt zurück, den er aber bald „als Chance“ gesehen hat. Im Sommer 2015, noch A-Junior, feierte er sein Debüt in der Regionalliga-Truppe von Schromm, bereitete gleich einen Treffer vor. Highlights waren die Kurzeinsätze im DFB-Pokal gegen Ingolstadt, Leipzig und Leverkusen: „Ein geiles Gefühl“.

Inzwischen hat er 34 Regionalliga-Spiele hinter sich, trotzdem muss er sich gedulden. Auch er ordnet persönliche Interessen dem großen Ziel unter, im Sommer in die 3. Liga aufzusteigen. Damit wäre er seinem Traum, Profi zu werden, wieder ein Stück nähergekommen. Näher sogar als manch andere der Kollegen, mit denen er einst in der Jugend beim FC Bayern spielte.

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Die Amateurfußballseite erscheint jeden Mittwoch. Autor ist Reinhard Hübner, erreichbar unter komsport@t-online.de

Quelle: fussball-vorort.de

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