Fußball

„Macht wenig Sinn“ – Landkreis-Bezirksligisten verzichten auf Trainingseinheiten

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Klare Meinung: „Für ein paar Passübungen muss ich die Jungs nicht nach Kammerberg trommeln“, sagt SpVgg-Trainer Matthias Koston.

Seit Montag dürfen die Fußballer unter Auflagen wieder trainieren. Bei den Bezirksligisten aus dem Landkreis stößt dieses Angebot aber auf wenig Begeisterung.

Landkreis – Die DFB-Landesverbände reagieren unterschiedlich auf die Corona-Zwangspause. In Baden-Württemberg wird die Saison wohl zum 30. Juni auslaufen, die Aufsteiger würden über Quotienten ermittelt, Absteiger gäbe es keine. In Niedersachsen sollte die Runde fortgesetzt werden, die Vereine votierten jedoch dagegen – Ende offen. Der Bayerische Fußball-Verband (BFV), mit mehr als 4500 Klubs der größte der 21 Landesverbände, will die Spielzeit zu Ende bringen. Der Restart ist jedoch frühestens für Anfang September geplant. Seit Montag, 11. Mai, dürfen die Amateurvereine unter bestimmten Voraussetzungen zumindest wieder trainieren. Bei den drei Bezirksligisten aus dem Landkreis Freising stieß dieses Angebot allerdings auf wenig Begeisterung.

TSV Eching

„Wir werden erst wieder trainieren, wenn man normal trainieren kann“, sagt Gerhard Lösch. Der Trainer des Tabellenführers TSV Eching ist ein Mann der klaren Worte. Unter der Vorgabe des BFV, in kleinen Gruppen von bis zu fünf Personen, kontaktfrei und unter Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen zwei Teilnehmern zu sporteln, mache ein Training für ihn keinen Sinn. „Das ist ganz nett für ein, zwei Wochen, hat aber mit gezieltem Training nichts zu tun“, sagt Lösch. Und weiter: „Ich halte nichts davon – und deswegen werden wir auch nichts machen.“ Davon abgesehen, hätten er und seine Spieler keine Möglichkeit auf ein Training in Eching gehabt, weil die Gemeinde das Sportgelände des TSV nicht freigegeben hat. Und das wäre schließlich die grundlegende Voraussetzung für alle weiteren Überlegungen gewesen.

Gerhard Lösch (Eching): „Das ist ganz nett für ein, zwei Wochen, hat aber mit gezieltem Training nichts zu tun.“

SpVgg Kammerberg

Matthias Koston, der Coach der SpVgg Kammerberg, steht zum eingeschränkten Kleingruppentraining wie sein Kollege Lösch. „Es sind unter diesen Vorgaben nur Koordinations- und Passübungen möglich. Vielleicht auch Torschusstraining, aber maximal 20 Minuten, denn danach steigt das Verletzungsrisiko“, erläutert Koston. „Das macht für mich wenig Sinn. Wir haben uns deshalb bei der Gemeinde gar nicht erkundigt, ob wir auf den Platz dürften“, so der 29-Jährige weiter. Unter seinen Spielern seien einige Studenten, die in München wohnen. „Für ein paar Passübungen muss ich die Jungs nicht nach Kammerberg trommeln.“ Für ihn ist die Aufnahme des Trainingsbetriebs erst dann sinnvoll, wenn der Termin für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs steht. Doch dieser Zeitpunkt sei nicht abschätzbar. „Bis dahin geht es darum, sich fit zu halten. Die Spieler haben einen Plan erhalten. Sie machen Läufe, um bereit zu sein, wenn es weitergeht“, erklärt der SpVgg-Trainer.

SVA Palzing

Auch der SVA Palzing wird das Angebot des BFV nicht wahrnehmen. „Es gibt ja neben den Abstandsregeln weitere Auflagen wie beispielsweise das Desinfizieren. Das, was man alles machen müsste, um trainieren zu dürfen, und der Ertrag, stehen in keinem guten Verhältnis“, betont Trainer Sepp Summerer. Er ist der Meinung, die Spieler bräuchten ein Ziel, auf das sie hinarbeiten können. „Wir sind dreieinhalb Monate von einem möglichen Start entfernt. Das ist nicht konkret“, sagt Summerer. Auch für die Palzinger kommt daher ein Trainingsstart unter Auflagen nicht in Frage. „Es wäre eine Art Beschäftigungstherapie gewesen“, sagt der 64-Jährige. Damit, ob er aufgrund seines Alters überhaupt das Training hätte leiten dürfen – der BFV verlangt, dass „keine besondere Gefährdung von vulnerablen Personen (Risikogruppen) durch die Aufnahme des Trainingsbetriebs“ vorliegt –, hat er sich deshalb auch nicht beschäftigt.

Sepp Summerer (Palzing): „Wir sind dreieinhalb Monate von einem möglichen Start entfernt. Das ist nicht konkret.“

Ausblick

Summerer blickt nun in Richtung Bundesliga, in der ab dem Wochenende wieder der Ball rollt. „Mal schauen, wie es dort läuft“, sagt der SVA-Coach, obwohl er gut weiß, dass der Profi- und Amateurbereich nicht miteinander vergleichbar sind. Auch in diesem Punkt sind sich die Trainer der Landkreis-Bezirksligisten einig. „Bei den Profis geht es ums Geschäft, bei uns auch ums Gesellige, um das Zusammensitzen nach dem Training und den Spielen“, sagt Coach Matthias Koston von der Spielvereinigung Kammerberg. Und weiter: „Wir sollten erst wieder starten, wenn Ruhe eingekehrt ist.“

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Quelle: Merkur.de

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