Haching-Präsident im Interview

Schwabl: "Das war wie im Irrenhaus"

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Manfred Schwabl

Unterhaching - Im Interview spricht SpVgg-Präsident Manfred Schwabl über die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung und über Transfers. Ein Sonderlob bekommen die Neuzugänge Daniel Hofstetter und Dominik Rohracker.

36 Punkte in 20 Spielen, Tabellenplatz fünf. Hervorragende Werte für eine so junge Mannschaft wie die SpVgg Unterhaching. Vor dem zweiten Rückrundenspiel, dem Duell am Samstag (14 Uhr, Internet-Livestream auf www.ndr.de/sport) beim Tabellen-Neunten Hansa Rostock zieht Präsident Manfred Schwabl gegenüber der tz ein Zwischenfazit:

Herr Schwabl, können Sie bei einem Punkt Rückstand auf Platz drei eigentlich nicht an den Aufstieg denken?

Schwabl: Ja, den hab ich gar nicht im Kopf. Wir sollten einfach Vernunft walten lassen, und möglichst früh die neue Saison planen. Da ist die Vorlage der Mannschaft sicher sensationell! Letztes Jahr wussten wir im April noch nicht, ob wir absteigen oder überhaupt die Lizenz bekommen. Das war wie im Irrenhaus! Wie soll man so eine Mannschaft zusammenstellen?

Und heuer?

Schwabl: Jetzt können wir uns möglicherweise schon im Februar Gedanken über die neue Saison machen. Das muss alles wachsen – und irgendwann können wir danach auch mal an die Zweite Liga denken.

Punktemäßig können Sie nicht klagen. Sieht es wirtschaftlich auch endlich rosiger aus?

Schwabl: Wir sind noch in der Konsolidierungsphase, aber auf einem sehr guten Weg. Jetzt müssen wir für den DFB noch einen Punkt erfüllen, damit uns die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit für die ganze Saison bescheinigt wird – und danach haben wir das erste Jahr gut überstanden. Dann gilt es ab Frühjahr auch bereits, einen Ausblick auf die neue Saison zu geben. Da hoffen wir, dass irgendwann ein Hauptsponsor da ist, damit wir mehr Planungssicherheit haben.

Von welchem zeitlichen Rahmen sprechen wir da?

Schwabl: Da mag ich jetzt lieber keine Prognose abgeben. Aber ich hoffe, dass wir in der Winterpause einen Schritt weiterkommen.

Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Wintertransfers?

Schwabl: Das ist eigentlich unabhängig voneinander. Wenn man für einen Spieler ein super Angebot bekommt, kann man es nicht abschlagen. Da kann ich dem Spieler den Weg nicht versperren. Wenn einer die Möglichkeit hat, in der zweiten oder ersten Liga zu spielen, dann sag’ ich: „Viel Glück!“ Denn das ist eine Win-Win-Situation für alle.

Wer hat Sie in der Hinrunde neben Kapitän Stefan Riederer am meisten überzeugt?

Schwabl: Überraschend war, dass sich die beiden Neuzugänge Daniel Hofstetter (TSV 1860) und Dominik Rohracker (SV Sandhausen) so in den Vordergrund spielen haben können. Gerade, weil mir zuvor alle von Rohracker abgeraten hatten und meinten, wie man nur jemanden holen könne, der in Sandhausen nur auf der Tribüne sitzt. Wir haben uns da aber nicht blenden lassen – und das hat sich gelohnt.

Genauso wie das Experiment mit Claus Schromm und Manuel Baum, dem „gleichberechtigten Trainerduo“?

Schwabl: Absolut! Das war anfangs ungewiss, ob das klappen würde. Es hieß immer, einer müsse das Sagen haben. Ich war aber dafür, es zu probieren. Scheinbar funktioniert das ja auch in Leverkusen (grinst). Und bisher ist die Rechnung voll und ganz aufgegangen.

Werden Sie trotzdem noch Leistungsträger nachkaufen?

Schwabl: Wir sind schon an zwei, drei ablösefreien Spielern dran. Klar halten wir da Augen und Ohren offen. Es wäre fahrlässig, das nicht zu tun. Schließlich müssen wir, ohne den eigenen Nachwuchs zu vernachlässigen, sicherstellen, dass die Qualität im Kader nicht abfällt, wenn man mal drei bis vier Spieler verkauft.

Ihr Wunsch für die zweite Saisonhälfte?

Schwabl: Wenn die Spieler noch so eine Runde hinlegen, dann wäre das obersensationell! Allerdings kann man das nicht unbedingt erwarten. Deshalb sag ich: Wenn wir erneut so einen herzerfrischenden Fußball spielen, bin ich vollauf zufrieden.

Interview: Sina Ojo

Quelle: fussball-vorort.de

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