Präsident der SpVgg Unterhaching zu Gast bei „Blickpunkt Sport“

Schwabl: „Wir werden noch verstärkter in das NLZ investieren“

Manni Schwabl war am Sonntagabend in der Sendung „Blickpunkt Sport“ im BR-Fernsehen zu Gast. Der Präsident der SpVgg Unterhaching äußerte sich zu diversen Themen.

  • SpVgg Unterhaching-Präsident Manni Schwabl war am Sonntagabend zu Gast bei „Blickpunkt Sport“.
  • Die Hachinger werden keine Kurzarbeit für Profifußballer beantragen.
  • Die Vorstädter wollen in Zukunft noch stärker in das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) investieren.

Manni Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, war am Sonntagabend zu Gast in der Sendung „Blickpunkt Sport“ des Bayerischen Rundfunks. Das Thema war, wie könnte es anders sein, die aktuelle Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf den Profisport. Der 53-Jährige gab seine Einschätzungen zu diversen sportlichen, wirtschaftlichen, aber auch gesellschaftlichen Themen.

„Es gibt schönere Momente als Präsident und Arbeitgeber“, antwortete Schwabl auf die Frage, ob ihm denn mulmig sei beim Blick auf die Zahlen rund um das Coronavirus. Der Präsident der Vorstädter steht vor großen Herausforderungen, die durch die aktuelle Krise hervorgerufen werden. Die Ungewissheit, ob und wann der Spielbetrieb in der3. Liga wieder aufgenommen wird, bringt für einen Großteil der Vereine wirtschaftliche Sorgen mit sich. Gerüchte um Insolvenzen bei Saisonabbruch, Kurzarbeit bei einigen Drittligisten, das Ausbleiben von Zuschauereinnahmen und Fernsehgeldern sorgen ligaweit für unruhige Zeiten bei den Verantwortlichen.

Schwabl: „Die Älteren sollen im Vordergrund stehen“

Dennoch betonte Schwabl, dass ihm die Ungewissheit über die gesundheitlichen Fragen mehr Sorgen bereitet: „Die wirtschaftlichen Dinge sind immer regelbar, viel schlimmer finde ich das Gesundheitliche, weil keiner weiß, wie lange das noch dauert und welche Konsequenzen es gibt. Das Andere kann man in den Griff bekommen.“ In Zeiten wie diesen müsse sich der Fußball auch mal hinten anstellen. Ihm sei es eine Herzensangelegenheit zu betonen, dass die Älteren in den Vordergrund gehören. „Jetzt muss der Fußball auf die Seite gehen und die Älteren, die das Land aufgebaut haben, sollen im Vordergrund stehen und gscheid behandelt werden. Ob der Ball jetzt in vier Wochen rollt, oder in sechs, das spielt nicht die entscheidende Rolle“, mahnte er. 

Keine Kurzarbeit bei der SpVgg Unterhaching

Einige Drittligisten versuchen die aktuellen Zeiten finanzieller Engpässe mit Kurzarbeit zu überwinden. Bei derSpVgg Unterhaching ist das keine Option. „Für Profifußballer Kurzarbeit zu beantragen, das machen wir definitiv nicht“, erklärte der Präsident. Er habe der Mannschaft bereits mitgeteilt, dass die Gehälter ganz normal weitergezahlt werden. Das Team sei daraufhin auf ihn zugekommen und habe sich bereit erklärt, im Gegenzug etwas zu spenden. Der Verein werde sich dem anschließen und zusätzlich etwas obendrauf legen. „Das ist auch ein Solidaritätszeichen für die Region. Wir werden nächste Woche dem Bürgermeister Wolfgang Panzer ein bisschen Geld für soziale Projekte in der Kommune und auch für die Vereine übergeben. Ich denke, damit fühlen wir uns wohler“, sagte Schwabl.

Haching-Boss will noch stärker ins NLZ investieren

Den DFB nahm der Haching-Präsident beim Thema mangelhafte  finanzielle Unterstützung, ein wenig in Schutz. Der Verband würde sowieso alles tun, um die Klubs zu unterstützen. Er glaube eher, dass die Vereine vor der eigenen Türe kehren müssen und überlegen, ob sie das Rad nicht alle ein wenig überdreht haben. 

Schwabl betonte, dass man bei der Spielvereinigung künftig noch mehr auf den eigenen Nachwuchs bauen wolle. „Wir sind ein Verein, der sicherlich viele Nachwuchsspieler einbaut und nicht die hohen Personalkosten hat, aber wir werden jetzt noch verstärkter in das Nachwuchsleistungszentrum investieren“, stellte er klar. Man wisse schließlich nicht, wenn diese Krise vorbei sei, ob nicht die nächste irgendwann komme. Zudem entstünden generell mehrere positive Effekte aus einer guten Nachwuchsarbeit: eine höhere Identifikation mit dem Verein, geringere Gehaltskosten und zudem förderte man den deutschen Nachwuchsfußball.

Fehlende Fernseh- und Sponsorengelder könnten zum Problem werden

Beim Thema ausbleibende Zuschauereinnahmen musste der Haching-Boss ein wenig schmunzeln. „Bei uns sind die Nicht-Einnahmen nicht so groß. Da trifft es die Löwen, Braunschweig, Kaiserslautern und Magdeburg wesentlich mehr“, hob er hervor. Ein größeres Problem bei allen Drittligisten dürften jedoch ausbleibende Fernseh- und Sponsorengelder werden. Hierbei seien Prognosen allerdings hypothetisch, weil man nicht wisse, wie es mit der Saison weitergeht. „Wenn gar nicht mehr gespielt werden kann, dann kann es schon sein, dass da auf die Drittligisten etwas zukommt“, fürchtete Schwabl.

Schwabl sieht zwei mögliche Szenarien für die restliche Saison

Für den weiteren Verlauf der Saison sah der 53-Jährige lediglich zwei mögliche Szenarien. „Das ist für mich einmal die Annullierung der Tabelle oder die Wertung. Zwischendrin wird es nichts geben und es wird immer Gewinner und auch Verlierer geben“, glaubt Schwabl. Erst wenn es zu einer Entscheidung kommt, werde man sehen, ob es die Solidarität nur in der Theorie gibt, oder auch in der Praxis. „Dann muss jeder das große Ganze im Kopf haben und nicht nur seinen eigenen Verein“, mahnte der Präsident der Vorstädter.

Text: Patrick Huljina

Quelle: Merkur.de

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