Transferhammer beim SV Seligenporten

Ebeling: "Lieber Regionalliga als gegen den Abstieg" 

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Ebeling wechselt zum SV Seligenporten.

SV Seligenporten - Transferkracher in der Regionalliga Bayern: Marcel-Pascal Ebeling geht zum SV Seligenporten. Unter Trainer Karsten Wettberg will er es noch einmal allen zeigen.

von Christoph Seidl

Ebeling war hörbar überrascht, als wir ihn am Donnerstag-Abend anriefen und fragten: "Marcel, was hältst du vom SV Seligenporten?"

Unterschrieben ist zwar noch nichts, doch der Deal ist so gut wie fix. Ebeling ist sich mit Seligenporten einig, vom SC Fürstenfeldbruck hat er bereits seine Freigabe erhalten. "Das ist einfach nochmal eine große Chance für mich, in der Regionalliga zu spielen."

Es ist nicht nur eine große Chance. Es ist wohl auch seine letzte, um doch noch einmal auf sich aufmerksam zu machen. In der Jugend galt Ebeling als großes Talent, spielte bei Bayern und dem TSV 1860. "Ich weiß, dass ich das Zeug für ganz oben habe. Die Frage ist, ob es nicht schon zu spät dafür ist", sagt Ebeling.

Beim TSV Aindling erlebte Ebeling seine beste Zeit im Amateurfußball.

Nach einer irren Hinrunde in der Bayernliga beim TSV Aindling (Ebeling traf wie am Fließband), ging er vor einem Jahr zum FC Ismaning. "Ich wollte eigentlich in Aindling bleiben. Warum sollte man auch eine Mannschaft verlassen, bei der es gut läuft?" Doch der TSV hatte mit finanziellen Problemen zu kämpfen und musste den Stürmer abgeben.
Danach ging es bergab. In Ismaning erlebte Ebeling seinen Tiefpunkt. Erst traf er nicht, dann folgte eine Verletzung. Am Ende beförderte er sich mit einer dummen roten Karte selbst ins Aus. "Mein Trainer sagte damals zu mir, ich sei der beste Fußballer, den er je hatte. Aber menschlich verstehe er sich einfach nicht mit mir."

Nach dem Trainingsauftakt für die neue Saison verabschiedete sich Ebeling wieder aus Ismaning. In den lokalen Medien sorgte der Fall für Schlagzeilen. Heute sagt der Stürmer dazu: "Ich habe in meiner Karriere mit Sicherheit viele Fehler gemacht." Erst im Nachsatz fügt er hinzu: "Wir hatten Trainingsauftakt. Meiner Mutter ging es schlecht, sie ist wenige Tage später gestorben. Ich konnte meinen Vater damals nicht alleine lassen."

"Im Fußball ist es nie zu spät"

Ebeling wechselt zum SV Seligenporten.

Mit seiner Vergangenheit will Ebeling jetzt abschließen. Auch das Intermezzo bei seinem Heimatverein Fürstenfeldbruck hat er abgehakt. "Ich habe ein Angebot aus der Regionalliga bekommen. Warum sollte ich da nicht noch einmal Gas geben?"
Die schwierige Situation beim SCF habe bei seinem Wechsel keine Rolle gespielt: "Ich spiele einfach lieber in der Regionalliga um die ersten fünf Plätze, als in der Bayernliga gegen den Abstieg. Das wird jeder Fußballer verstehen können."
Auf seinem Weg zum Durchbruch soll Ebeling Karsten Wettberg helfen. Unter der Trainer-Legende will er an alte Tage anschließen. "Ich hab mal mit Aindling gegen Wettberg gespielt. Damals kam er vor dem Spiel zu mir und hat gesagt, ich soll langsam machen", lacht der Stürmer. Am Ende traf Ebeling drei Mal, ein Tor wurde ihm jedoch aberkannt.

Wettberg: "Ich glaube, dass wir das miteinander schaffen, dass er dort hinkommt, wo er hingehört"

Das Spiel hat sich Karsten Wettberg gemerkt: "Wir waren auf der Suche nach einem neuen Stürmer, da war der Marcel mein erster Ansprechpartner." Der Ex-Löwen-Coach glaubt an den Burschen: "Er ist mit 21 noch so jung. Ich sage das jetzt mit aller Vorsicht. Aber ich glaube, dass wir das miteinander schaffen, dass er dort hinkommt, wo er hingehört." Wettberg meint damit den Profi-Bereich. Doch warum sollte er das schaffen, woran andere Trainer vor ihm gescheitert sind? "Das wird meine Herausforderung", lacht Wettberg.

Dritter Neuzugang bei Seligenporten

Dass der Stümer ein Knipser sein kann, steht nicht zur Debatte. Doch in Seligenporten muss er in große Fußstapfen treten. Er soll Bernd Rosinger ersetzen, der zum Club gegangen ist. Ob Ebeling das packt? "Ich will fit werden und Tore schießen. Ich glaube daran: Im Fußball ist es nie zu spät."

Beim SV Seligenporten ist Ebeling nach Ali Yetkin und Florian Jackl bereits der dritte Neuzugang. Die beiden Letztgenannten spielten schon für den SVS. "Die Burschen kommen, weil sie bei uns guten Fußball spielen können. Sonst wären sie ja nicht zurückgekommen", sagt Wettberg.

Quelle: fussball-vorort.de

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