Nach der Partie gegen den TSV Rain muss BCF-Coach Stier neben verletzten nun auch auf gesperrte Spieler verzichten.

Marco Stier "immer noch wütend"

Es gibt Schöneres, als an einem kalten Novemberabend ersatzgeschwächt beim Tabellenführer anzutreten. Marco Stier wünscht sich nach den Irrungen der letzten Wochen beim SV Heimstetten (19 Uhr, Keltenstraße) klare Verhältnisse.

Wolfratshausen – Zwei Tage waren ein zu knapper Zeitraum, um Marco Stiers Innenleben nach dem 3:4 gegen den TSV Rain aufzuräumen. „Ich bin immer noch wütend“, kann Farchets Cheftrainer nur widerwillig die seiner Meinung nach haarsträubenden Fehlentscheidungen gegen sein Team akzeptieren. Muss er aber.

Denn Jammern bringt bekanntlich keine Punkte. Die sind aus Heimstetten ohnehin nur schwer zu entführen. Der SV ist seit dem 3:0-Erfolg in Pullach vergangene Woche Spitzenreiter der Bayernliga Süd. In Wolfratshausen hingegen wird das Personal allmählich knapp. „Die Spielerdecke wird immer dünner“, bedauert Stier. Lars Nummers Rotsperre wiegt schwer im Abwehrverbund des Ballclubs. Nur gut, dass Chafi Gobitaka seinen Bann von zwei Partien abgesessen hat, Nummer damit in der Innenverteidigung ersetzen kann. Doch sind derlei Personalien für Stier von nachrangiger Bedeutung. Das denkwürdige Heimspiel gegen den TSV Rain hat beim BCF-Coach Spuren hinterlassen.

Trotzig sagt er im Vorfeld: „Von mir aus soll uns Heimstetten acht Dinger reinhauen. Aber diese knappen Ergebnisse und fragwürdigen Entscheidungen halte ich nicht mehr aus.“ Sie sind indessen der psychologischen Aufbauarbeit im Trainingsprogramm hinderlich. "Irgendwann wird es schwierig, die Jungs zu motivieren.“ Nach dem Rain-Spiel habe er sogar vereinzelt Tränen in der Kabine ausgemacht. Subjektives Unrechtsempfinden lähmt freilich auch die Beine der Kicker.

Zumal Wechseloptionen nur im geringen Umfang zur Verfügung stehen. Beispielsweise erwägt Stier, Marian Tomicic an alter Wirkungsstätte beginnen zu lassen und ihn damit auf eine Bewährungsprobe in der Startelf zu stellen. Mit Rotation hat das eher wenig zu tun. Das 90-minütige und kräftezehrende Offensivpressing vom Dienstag wird wohl heute Abend seine Spuren hinterlassen.

„Man kann wirklich nicht erwarten, dass wir in Heimstetten etwas holen“, stellt Stier klar. Erhoffe nur, dass die jüngsten Eingriffe der Schiedsrichter keine Nachwirkungen auf die saisonale Endabrechnung haben werden. „Dass uns die maßgeblichen Punktverluste am Ende nicht fehlen.“ Sportliche Ziele für den verbleibenden Zeitraum bis zur Winterpause traut sich der 33-Jährige gar nicht mehr zu formulieren: „Wir werden jede Woche aufs Neue überrascht.“ Sein einziger Wunsch sei es, dass nicht noch weitere Spieler ausfallen. Schon so werde es „sehr schwer“, bis zum 2. Dezember über die Runden zu kommen. Auch das 1:1 vom Hinspiel taugt für Stier nicht als Glücksindikator. „Damals war Heimstetten noch nicht richtig in der Spur. Inzwischen sind sie gefestigter.“

Quelle: fussball-vorort.de

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