SpVgg Markt Schwabener Au sucht Ersatz-Spielf

Markt Schwaben: Es war einmal am Jahnsportplatz

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Der finale Abschied vom Jahnsportplatz: die U11-Kicker der SpVgg Markt Schwabener Au nach dem Spiel gegen den Kirchheimer SC.

Der Jahnsportplatz ist Geschichte. Am Samstag fand das letzte Spiel auf dem altehrwürdigen Fußballplatz im Ortskern von Markt Schwaben statt. 

Markt Schwaben – Der Jahnsportplatz steht in Markt Schwaben für große Emotionen. Sowohl in seiner älteren, wie auch jüngeren Geschichte. Als die Gemeinde die Pläne für den dringend notwendigen Schulneubau kommunizierte, war der Aufschrei im Ort groß. Die Unterschriftenliste, die den Erhalt des alten Sportplatzes am Habererweg sichern sollte, füllte sich rasant. Die Initiatorin reichte das Begehren allerdings nie im Rathaus ein. Zu groß war letztendlich die Befürchtung, dass dies einen zügigen Neubau verhindern würde – und die Schülerinnen und Schüler bald kein (anständiges) Zuhause mehr gehabt hätten.

Durch die Unterschriftenliste wurde trotzdem deutlich: Die Markt Schwabener legen Wert auf ihren Jahnsportplatz. „Mein Fußballerherz ist brutal traurig. Aber mein gesunder Menschenverstand sagt, dass das eine dringende Maßnahme ist“, sagt Joachim Fischer. Der 55-Jährige ist Mitarbeiter im Rathaus, war Jugendleiter, Vorstandsmitglied und 20 Jahre lang Jugendtrainer des FC Falke. „Ich habe dort hunderte Stunden verbracht und wie ein Wahnsinniger gekämpft“, erinnert er sich.

70er Jahre: Falke Markt Schwaben spielt gegen 1860 und Türkgücü

Ende der Siebziger Jahre waren „die Falken“ auch sehr erfolgreich: nach dem Aufstieg in die Landesliga (1966/67) kamen zu den Spielen gegen die Amateure des TSV 1860 München oder Türkgücü München über 1500 Zuschauer. „An der Straße standen sie in drei Reihen hintereinander. Unser Kassier Sputnik (der mittlerweile verstorbene Helmut Lipowsky, Anm. d. Red.) hatte alle Hände voll zu tun“, so Fischer.

Meisterschaften wurden ebenso auf dem Areal am Habererweg gefeiert, wie hier 1967 beim Aufstieg des FC Falke in die Landesliga mit Urgestein Willi Haller (hinten, r.).

Die Falken waren heimstark, die Fans gefürchtet. Zwischen Auslinie und der Aschebahn liegt nicht mal ein halber Meter. Die Zuschauer standen so nah, dass „ein Gegner nach einem Foul auch mal einen Hacklstecka oder Regenschirm abbekommen hat“, erinnert sich Fischer. Was früher möglich war, wäre heute so nicht mehr erlaubt: Die buckelige, und bei Nässe rutschige Aschebahn war lange Zeit Austragungsort der Bundesjugendspiele. „Damals ist keiner gestorben“, scherzt Fischer, der aus eigener Erfahrung weiß, dass Sportplatznutzer heutzutage einen anderen Anspruch an den Untergrund haben.

SpVgg Markt Schwabener Au sucht Ersatz-Spielfeld

Über Josef Hiermann, der jahrzehntelang als Platzwart für den Jahnsportplatz zuständig war, sagt Fischer: „Er hat ihn gehütet wie seinen eigenen Augapfel. Wenn das Wetter nicht gut genug war, mussten wir immer auf den Moosplatz ausweichen.“

Ein Ersatz-Spielfeld sucht derzeit auch die SpVgg Markt Schwabener Au. Der Vorsitzende, Sigi Huber, hofft, dass mit der Unterstützung der Gemeinde bald die sanitären Einrichtungen am Sportplatz an der Finsinger Straße installiert werden können. Die Kapazitäten im Sportpark würden für die 450 Vereinsfußballerinnen und Fußballer nicht ausreichen.

„Hauptsache wir haben wieder einen Sportplatz in Markt Schwaben“

Die Planungen der Gemeinde sehen vor, dass – nach der Fertigstellung des neuen Schulgebäudes – ein neues Fußballfeld an der Stelle errichtet werden soll, wo jetzt die Mittelschule steht.

„Hauptsache wir haben wieder einen Sportplatz in Markt Schwaben, zu dem die Kinder alleine gehen dürfen“, so Huber. Der Weg in den Sportpark sei insbesondere aus dem kinderstarken Wohngebiet Burgerfeld zu weit und zu gefährlich. SpVgg-Vorsitzender Sigi Huber weiß nur zu genau, dass das ein emotionales Thema bei vielen Eltern ist. Fast so emotional, wie so manche Geschichte, die auf dem Jahnsportplatz mitten im Herzen von Markt Schwaben geschrieben wurde.

Ein Bild aus den Anfangszeiten: Auch 1933 wurde schon Fußball im Herzen von Markt Schwaben gespielt.

Quelle: Merkur.de

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