Co-Trainer des VfR Garching im Interview

Strohmaier: Ten Hag und Guardiola haben mich geprägt

Matthias Strohmaier vom VfR Garching im Video-Interview.
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Matthias Strohmaier vom VfR Garching im Video-Interview.

Matthias Strohmaier, aktuell spielender Co-Trainer beim VfR Garching, hat in seiner Karriere schon viel erlebt. Wir haben im Video-Interview mit ihm gesprochen.

Garching - Matthias Strohmaier ist spielender Co-Trainer beim VfR Garching. Der 26-Jährige hat in seiner bisherigen Karriere schon viel erlebt. Er kickte für den TSV 1860 München, den FC Augsburg, den FC Bayern München, versuchte sein Glück in der ersten Schweizer Liga und kehrte über den 1. FC Schweinfurt zum VfR Garching in die Regionalliga Bayern zurück.

Im Video-Interview mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern sprach der gebürtige Niederbayer mit uns über folgende Themen: 

Matthias Strohmaier... über das Training in der Corona-Pause

„Am Anfang haben wir noch Laufpläne herausgegeben. Unser Athletik-Trainer hatte dann die Idee, eine Lauf-Challenge einzuführen. Die läuft allerdings auf freiwilliger Basis. Momentan ist jeder für sich selbst zuständig.“

... über das Kleingruppen-Training

„Da muss man zwischen Amateur- und Profibereich differenzieren. Im Profibereich hat man eine ganz andere ärztliche Versorgung, andere räumliche Bedingungen, mehr Trainer zur Verfügung. Organisatorisch ist das für einen Amateurverein schwer umsetzbar. Ich glaube, für den VfR Garching wäre das nicht vorstellbar.“

... über seine Zeit beim FC Bayern

„Ich habe in der Hinrunde ein Praktikum gemacht. Das Gefühl war atemberaubend und unbeschreiblich. Wie viele Leute sich gefreut haben, als ich wieder da war und wie oft ich umarmt worden bin. Da habe ich gemerkt, dass ich einiges richtig gemacht habe, als ich als aktiver Spieler dort war. Deshalb war Bayern München für mich die, mit Abstand, schönste Station.“

... über die Highlights seiner Karriere

„Klar, das erste Länderspiel war ein Wahnsinn. Einzigartig. Ich glaube, in dem Altersbereich gibt es nichts Schöneres, als das erste Mal den Adler auf der Brust zu haben. Die Amateur-Derbys mit Bayern gegen Sechzig waren natürlich auch sehr prägend.  Stimmung, Pyrotechnik Anfeindungen auf der Tribüne, das waren einfach geile Spiele. Mit Schweinfurt hatte ich auch super Erlebnisse. Da denke ich nur an die erste DFB-Pokal-Hauptrunde gegen Sandhausen, als wir einen 0:1-Rückstand gedreht haben und mit einem 2:1-Sieg in die zweite Runde weitergekommen sind. Dann hatten wir natürlich noch die zwei Knaller-Spiele gegen Eintracht Frankfurt und Schalke. Ich habe es noch nie erlebt, dass eine Fanszene ein Feuerwerk anzündet. Das war bei Eintracht Frankfurt mehr als gigantisch.“

... über seinen Schritt zum FC Vaduz

„Die Erfahrung, auch mal im Ausland gespielt zu haben, war eine Bereicherung für mich. Sonst war das Jahr leider sehr von Verletzungen geprägt. Wenn du auf dem Sprung in den Profibereich bist, ist das natürlich sehr bescheiden. Danach sind sie auf mich zugekommen und wollten den Vertrag auflösen, weil ich zu verletzungsanfällig war. Deshalb war das eine schwierige, aber sehr lehrreiche Zeit.“

... über seine Zeit beim 1. FC Schweinfurt

„Mit dem DFB-Pokal hatten wir zwei Ausnahme-Erlebnisse. Den Toto-Pokal zu gewinnen und sich damit wieder für den DFB-Pokal zu qualifizieren, war auch ein geiles Erlebnis. In der Liga hat man sich mehr erhofft, aber man hatte mit 1860 und den Bayern Amateuren zwei schwerwiegende Kontrahenten. Sportlich war vor allem das erste Jahr wirklich gut. Das zweite Jahr verlief fußballerisch nicht optimal, aber man konnte mit Schalke 04 ein persönliches Top-Erlebnis erleben. Das war auch eine sehr schöne Zeit.“

... über sein Engagement beim VfR Garching

“Im Sommer habe ich für mich entschieden, dass ich mich umorientieren will. Nur als Spieler wird es für mich nicht mehr nach ganz oben reichen. Mich interessiert die Trainer-Schiene extrem. Ich konnte mit Erik ten Hag, oder auch in Einheiten unter Pep Guardiola, Trainer live erleben, die einen prägen. Ich hatte dann extrem viel Glück, dass mit Philipp Bönig ein sehr offener Trainer da war, der mich in alles eingebunden hat. Dafür bin ich ihm ewig dankbar. Ich konnte viel lernen, nebenbei das Praktikum bei Bayern, wo ich Miroslav Klose über die Schulter schauen konnte.“

... über den Abstiegskampf mit dem VfR Garching

„In Garching waren nach der Ära Daniel Weber sehr viele Eingesessene, die man erst von der Spielidee von Philipp (Bönig, Anm. d. Red.) überzeugen musste. Dann hatten wir natürlich auch Pech. Stammtorwart Dominic Dachs ist für die ganze Hinrunde und bis jetzt ausgefallen. Mit Maxi Berwein ist auch noch der einzige Stürmer ausgefallen. Dadurch waren wir auf zwei Kernpositionen nicht mehr optimal besetzt. Wenn du drei, vier Spiele in Folge nicht gepunktet hast, bist du automatisch in diesem negativen Strudel drin.“

... über die Zusammenarbeit mit Benjamin Flicker:

„Meine Rolle ist gleich geblieben. Benni bindet mich sehr viel ein, wir telefonieren viel und besprechen alles. Er hat eine klare Philosophie.“

... über die Fortsetzung der Saison:

„Das Wichtigste für mich wäre Klarheit. Diese Ungewissheit ist das, was einen stört. Für die Vereine sind die Planungen für die kommende Saison schwierig. Ich habe für mich eine Variante, die ich ganz cool fände. Wenn die Meister aufsteigen würden, würde man die Liga aufstocken. Die aktuelle Saison würde man abbrechen. Ich denke, von den Mannschaften auf einem Abstiegsplatz würde niemand eine Klage einreichen, wenn sie doch in der Liga bleiben würden. Die Meister würden sich über einen Aufstieg auch nicht beschweren. Mannschaften wie Türkgücü, oder Pipinsried könnten aufsteigen. Nächstes Jahr hätte man dementsprechend ein oder zwei Absteiger mehr. 

Die Bundesliga wird vermutlich im Mai / Juni zu Ende gespielt und der Amateurbereich soll erst im Oktober wieder spielen? Wie sollen diese Übergänge funktionieren? Wie soll ein junger Spieler aus der Regionalliga den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen, wenn die Saisons noch ein halbes Jahr länger gehen? Was passiert mit der 3. Liga? Man müsste eine klare Linie von oben bis unten durchziehen. Im Amateurbereich sehe ich Geisterspiele nicht als Lösung. Mir wäre ein klarer Cut, damit die Vereine planen können, und ein Start der neuen Saison im September / Oktober am liebsten.“

Text: Patrick Huljina

Das komplette Video-Interview mit Matthias Strohmaier:

Amateurkicker helfen in der Krise!

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