Die SpVgg gewinnt das Relegationshinspiel

Nie mehr vierte Liga? Unterhaching macht den ersten Schritt

F: Leifer

SpVgg Unterhaching – Cheftrainer Claus Schromm klatschte mit seinem Assistenten ab, die Unterhachinger Fußballer lagen sich zufrieden, aber (noch) nicht euphorisch, in den Armen, die Fans applaudierten stehend. 

Nach dem 3:0 (0:0) am Sonntagnachmittag im Relegations-Hinspiel gegen die SV Elversberg ist die SpVgg dicht vor dem Sprung in die 3. Liga! „Der erste Schritt ist gemacht“, freute sich Torschütze Jim-Patrick Müller. „Jetzt müssen wir es über die Linie bringen.“

Schon vor dem Anpfiff hatte sich die Bilanz des bayerischen Regionalliga-Meisters wie ein Rosamunde-Pilcher-Roman gelesen, fast zu kitschig, um wahr zu sein: die meisten Punkte (83), Siege (25) und Tore (95) aller Teams aus den vier oberen Ligen, ebenso die beste Tordifferenz (72). Dazu verloren sie in der ganzen Liga-Saison nur ein einziges Spiel.

Doch auch Wochen, bevor die Münchner Vorstädter dann um kurz vor 14 Uhr den Rasen im Sportpark betraten, war klar: Ohne zwei perfekte Auftritte in den Aufstiegsrunden würden selbst die schönsten Bestmarken zu wertloser Staffage. Dieses Wissen gepaart mit der zeitweise starken Defensive der Saarländer lastete auf den Schultern von Ersatz-Kapitän Ulrich Taffertshofer und Co. Anfangs jedenfalls.

Zwar erwischten die Gastgeber vor 8000 Zuschauern den besseren Start. Denn während vom Meister der Regionalliga Südwest wenig zu sehen war, ließen Sascha Bigalke (4. Minute) und Alexander Piller (9., 10.) ihre Fans auf eine frühe Führung hoffen.

Doch statt die Überlegenheit mit einem Tor zu belohnen, machten sich die Bayern das Leben oft schwer. Ungenaue Zuspiele und einfache Ballverluste brachten die Gäste zunehmend ins Spiel. Dass es beim 0:0 zur Pause blieb, hatte die SpVgg auch Keeper Stefan Marinovic zu verdanken, der die größte Möglichkeit vereitelte (27.).

Und der sah, wie seine Vorderleute nach dem Seitenwechsel richtig aufdrehten! In der 56. Minute gab Piller mit einem wuchtigen Schuss aus 20 Metern einen Vorgeschmack auf das, was folgen sollte: Nach knapp einer Stunde stand Müller bei einer Flanke von Max Dombrowka perfekt zum SVE-Gehäuse und köpfte hinein in den frenetischen Jubel der Anhänger zum 1:0 ein. Der Knoten war damit gelöst! Wenig später landete ein abgefälschter Ball bei Bigalke, der zum mittlerweile verdienten 2:0 (64.) nur noch einschob. Und zehn Minuten später war es der eingewechselte Thomas Steinherr (74.), der sich ebenfalls auszeichnen konnte. „Nie mehr 4. Liga“, tönte es von den Rängen im Sportpark. „Wenn wir noch mal abrufen, was wir können, dürfte nichts mehr passieren“, sagte Müller.

Am Mittwoch (ab 20.30 Uhr, SR) kann Haching sich und den Fans das Happy End bescheren. Eben ganz nach Rosamunde Pilcher.

Sina Ojo

Quelle: fussball-vorort.de

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