Vorbereitung für Mini-Transat

Starnberger Segler Micki Liebl hat Atlantik-Überquerung voll im Blick

Hoher Besuch: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (M.) ließ es sich nicht nehmen, auf der Freizeitmesse „f.re.e“ bei Micki Liebl (l.) und dessen Boot vorbeizuschauen, mit dem der Starnberger Steuermann in drei Jahren den Atlantik überqueren möchte.
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Hoher Besuch: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (M.) ließ es sich nicht nehmen, auf der Freizeitmesse „f.re.e“ bei Micki Liebl (l.) und dessen Boot vorbeizuschauen, mit dem der Starnberger Steuermann in drei Jahren den Atlantik überqueren möchte.

Micki Liebl hat einen Traum: beim Mini-Transat den Atlantik überqueren. Dafür startet er nun in seine ersten Quali-Wettkämpfe - und arbeitet derweil in einem mobilen Büro.

Starnberg – Selbst Joachim Herrmann konnte nicht anders, als Micki Liebl seine Aufwartung zu machen. Bei der Münchner Reise- und Freizeitmesse „f.re.e“ inspizierte der Bayerische Innenminister auch das Boot des Skippers aus dem Münchner Yacht-Club, mit dem er in drei Jahren quer über den Atlantik bis in die Karibik segeln will. „Er fand das ein spannendes Projekt“, sagte Liebl und sprach von gesteigertem Interesse des Ministers, der in Bayern auch für den Sport zuständig ist.

Einhelliger Tenor der Messe-Besucher: „Das würde ich nie machen“

Aber auch bei den anderen Besuchern der Messe fand das Projekt großen Anklang. Der Starnberger Steuermann musste zahlreiche Fragen über seinen Start bei der legendären Mini-Transat beantworten, die nach ihrer Premiere 1977 inzwischen alle zwei Jahre von Frankreich in die Karibik oder nach Südamerika führt. Einhelliger Tenor seiner Gesprächspartner: „So etwas würde ich nie machen.“

Es ist ein Abenteuer mit kalkulierbarem Risiko, in das sich Liebl stürzt. Die Regatta verläuft in zwei Etappen. Start ist in aller Regel im französischen La Rochelle, respektive bei der nahen Festung Fort Boyard. Der Zwischenstopp nach bis zu zehn Tagen auf See erfolgt seit 2017 in Las Palmas auf den Kanarischen Inseln (Gran Canaria). Nach einer längeren Pause bricht die Flotte der Ein-Mann-Boote in Richtung Karibik auf. Für den zweiten Abschnitt sind – je nach Wetter – elf bis 20 Tage veranschlagt. Ziel ist dieser Jahre Le Marin auf der Insel Martinique. „So dramatisch ist das nicht“, findet Liebl.

Vorbereitung von gut drei Jahren beginnt im März in Barcelona

Die Organisatoren der Regatta bürden jedoch allen Teilnehmern eine Vorbereitungszeit von gut drei Jahren auf, in der sie gewisse Vorleistungen erbringen müssen. „Es kann nicht jeder einfach Mini-Transat segeln“, sagt Liebl. Der Standard sei bei allen Seglern hoch. Zum Pflichtprogramm des 55-Jährigen zählt in diesem Jahr eine 24-Stunden-Qualifikation vor Barcelona. Nach der Regatta, die Ende März stattfindet, geht es weiter nach Genua, wo im selben Format das zweite Quali-Rennen ausgetragen wird. Die letzte Leistungsprüfung für heuer steht im September an. Barcelona – Marseille – Barcelona lautet die dritte anspruchsvolle Testregatta.

„Man kann es mit den Olympischen Spielen vergleichen“, meint Micki Liebl bezüglich der Kampagne. Alle Bewerber sammeln auf ihrem Weg die nötige Hochseeerfahrung und erbringen den Nachweis, dass sie die sportlichen und logistischen Voraussetzungen erfüllen, die eine Fahrt über den Atlantik mit sich bringt.

Basiscamp in Barcelona: Micki Liebls mobiles Büro in einem Lieferwagen

Liebl hat sich auf die künftigen Herausforderungen inzwischen eingestellt. Sein Basiscamp wird er ab März in Barcelona beziehen. Der selbstständige Unternehmer hat dazu einen Lieferwagen zu einem mobilen Büro ausgebaut, von dem er auch von unterwegs aus arbeiten kann. „Wenn ich Angestellter wäre, würde das nicht funktionieren“, stellt Liebl klar.

Was ihm derzeit noch fehlt, sind Sponsoren, die sich für sein Vorhaben begeistern. „Es ist noch genügend Platz auf dem Segel und dem Bootsrumpf“, sagt er. Immerhin hat Liebl schon genügend Ausrüster, die ihm das nötige Equipment zur Verfügung stellen.

hch

Quelle: Merkur.de

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