Stier: "Scheint eine Art Angstgegner zu sein"

BCF möchte mit Klischees aufräumen

Beißt die Zähne zusammen: Lars Nummer (li.) ist trotz eines bandagierten Knöchels wieder einsatzbereit beim Match des BCF Wolfratshausen in Kirchanschöring. Foto: Hans Lippert

Die Vorrunde geht zu Ende. Höchste Zeit für den BCF Wolfratshausen, seine verheerende Auswärtsbilanz noch ein wenig aufzupolieren. Im Falle einer Niederlage beim SV Kirchanschöring (Samstag, 14 Uhr) droht der Anschluss an das Mittelfeld der Tabelle verloren zu gehen.

Der Zeitpunkt wäre schon günstig. Am Dienstag beginnt mit dem Heimspiel gegen den TSV Rain bereits die Rückrunde der Bayernliga. Ein zweiter Auswärtssieg – der einzige Dreier auf fremdem Platz gelang dem BCF in Dachau – würde die Zwischenbilanz deutlich positiver gestalten. Und der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen wäre gewahrt, auch zum heutigen Gegner würde man Tuchfühlung aufnehmen.

So viel zur Theorie. Um ihr nahe zu kommen, müsste der Ballclub mit einigen Klischees aufräumen. Zum einen, dass er in Kirchanschöring nicht gewinnen kann. In den vergangenen vier Spielzeiten drängte sich dieser Eindruck nämlich auf. „Scheint eine Art Angstgegner zu sein“, mutmaßt Marco Stier. Der Cheftrainer war beim letzten Wolfratshauser Gastspiel im Rupertiwinkel noch nicht im Amt; die Statistik kennt er natürlich trotzdem. Da ist aber auch der kleine, aber perfide Negativtrend, der den BCF zuletzt erwischte – fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidung hin, ein sich ständig schwindender Personalbestand her. Obendrein kämpfen die Farcheter gegen das fragwürdige Image des schwächsten Auswärtsteams an. Acht Niederlagen setzte es heuer bereits, kein anderer Bayernligist vermag da mitzuhalten. „Diese Negativserie wollen wir stoppen“, nennt Stier das erklärte Ziel.

Nur wie? Kirchanschöring kann verlässlich auf viele Zuschauer vertrauen. „Wir wissen um die tolle Atmosphäre; da müssen meine Spieler eben noch heißer sein“, gibt sich der BCF-Coach trotzig. Eine weitere englische Woche ist freilich Gift für die überschaubare Belegschaft. Zwar spricht Stier von einer „etwas entspannteren“ Personallage. Mitch Rödl ist nämlich aus dem Urlaub zurück, und Lars Nummer kann mit bandagiertem Knöchel auflaufen. Bei Sandro Wolfinger kann man zehn Tage nach Abklingen der Grippe wenigstens das Attribut „erholt“ verwenden.

Allerdings wurde Chafi Gobitaka für seine rote Karte in Vilzing für zwei Spiele gesperrt. Und bei Anto Bonic macht die anstehende Auszeit schlicht fassungslos. Stier ging von einer zügig abheilenden Schnittwunde aus, doch bei dem 22-Jährigen ist die Achillessehne in Mitleidenschaft gezogen. „Acht Wochen Pause“, schnauft der Trainer.

Klar ist jedoch: Die Defensivausrichtung der Vorwoche wird Stier nicht aufrecht erhalten. „Wir kommen da nicht in die Zweikämpfe und laufen nur hinterher“, hat der Coach beobachtet. Lieber wieder vorne draufgehen, das Tempo selbst bestimmen und vielleicht das erste Tor erzielen. Denn, stellt der Ex-Profi klar: „Eine Übermannschaft hat Kirchanschöring sicher nicht.“

BCF: Heep – Rödl, Kantar, Nummern Endl - Potenza, Puta, Wolfinger, Lehr, Knecht -Hauk – Karaca, Reitl, Tomicic, Skoro, Schnabel.

Quelle: fussball-vorort.de

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