Moritz Heinrich von der SpVgg Unterhaching im Interview

Moritz Heinrich: „Es gibt keinen Rückrundenfluch“

„Wir orientieren uns nach oben“: Hachings Moritz Heinrich (22). Foto: Lackovic

Am kommenden Samstag geht es für die SpVgg Unterhaching nach der Winterpause gegen die Würzburger Kickers wieder los. Im Hinspiel gewannen die Hachinger mit 5:4. 

München – Wenn die SpVgg Unterhaching am Samstag (14 Uhr) bei den Würzburger Kickers am Dallenberg in die Restrunde startet, wird sich jeder Spieler und Fan an das verrückte 5:4 aus der Hinrunde der 3. Liga erinnern. Am liebsten Moritz Heinrich (22), der die Partie mit seinem Tor in der Nachspielzeit für die Hachinger entschied. Wir sprachen mit dem rot-blauen Fanliebling.

Moritz Heinrich, einmal ins Gedankenarchiv bitte. Was war da los an diesem 27. Juli 2019?

Alles, was los sein kann! (lacht). Nach acht Minuten lagen wir 0:2 hinten, zur Pause 2:3, dann nach Wiederanpfiff gleich wieder 2:4.

Es folgte eine 18-minütige Gewitter-Unterbrechung.

Ja, die war enorm wichtig, um uns wieder zu sammeln, die Kräfte zu bündeln. Würzburg hatte noch Riesenchancen zum 2:5, aber das Tor von Christoph Ehlich in der 88. hat uns plötzlich das Gefühl gegeben, dass hier noch alles geht. Alex (Winkler, r.Red.) hat das 4:4 reingehauen mit seinem Freistoß, das war schon in der Nachspielzeit. Und in der 94. legt mir der Lucas (Hufnagel, d. Red,) den Ball quer, dass ich ihn nur noch reinmachen musste. Unglaublich.

Der „kicker“ schrieb von einer „Explosion“.

So hat sich’s angefühlt. Der Sieg hat uns einen enormen Schub gegeben.

Bis rauf zur Tabellenführung an den Spieltagen neun bis elf. Aktuell ist es der fünfte Platz. Gewappnet für den Rückrundenfluch?

(lacht) Erstens war ich letztes Jahr noch nicht da – und zweitens gibt’s keinen Rückrundenfluch. Die Einbrüche hatten ihre Gründe. Vor allem lag es an den vielen Verletzungen, hab ich mir sagen lassen. Das ist jetzt anders. Außerdem haben wir einen breiten Kader, der Ausfälle auffangen kann.

Wie ist Ihre Zielsetzung?

Wir wollen angreifen. Wenn du punktgleich mit Platz drei bist und vier Punkte Rückstand auf den Zweiten hast, dann orientierst du dich nach oben.

Präsident Manni Schwabl sprach zuletzt von „Attacke mit Hirn“.

Ja, der Aufstieg ist keine Existenzfrage, das finanzielle Fundament ist durch den Börsengang gelegt. Aber geil wär’s natürlich schon, wenn wir es gleich im ersten Jahr packen.

Was fehlt noch?

Die Konstanz. Allgemein und persönlich. Ich hatte einige durchwachsene Spiele drin, das muss ich verbessern. Mein Ziel ist es, dass ich immer ordentlich spiele – und so oft wie möglich herausragend.

Gibt es ein Spiel, dass Sie am liebsten vergessen würden?

Ja, das 0:3 in Magdeburg. An dem Tag ist überhaupt nichts gegangen, da waren wir chancenlos.

Wir hatten jetzt eher an die Partie eine Woche später gedacht …

Das Derby? Klar, das war natürlich bitter – 2:3 in der letzten Minute. Aber es war ein aufregendes Spiel, das wir im Gegensatz zu Magdeburg auch gewinnen hätten können. Naja, es gibt ja noch ein Rückspiel.

Was trauen Sie Ihrem Ex-Club 1860 zu?

Ich hab mich gefreut, dass sie sich aus dem Abwärtsstrudel befreien konnten. Da steckt schon was drin in der Mannschaft. Die werden angreifen. Und: In der Liga geht’s bekanntlich schnell.

Finanziell bleibt es eine Problemliga. Was halten Sie vom Vorschlag des Rostocker Trainers Jens Härtel, die Winterpause abzuschaffen?

Ich weiß, dass sich für die Clubs in der 3. Liga fast nichts verdienen lässt, interessant wird’s wegen der Fernsehgelder erst eine Klasse höher. Aber über Weihnachten durchspielen, da bin ich dagegen. Die Pause brauchst du, um durchzuatmen, das hat gut getan. Ich bin gerne bei der Familie an Weihnachten. In England hat das Tradition, der Boxing Day am 26. Dezember. Aber bei uns brauche ich das nicht.

Interview: Ludwig Krammer

Quelle: Merkur.de

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