Der Spieler vom SV Günding im Interview

Moritz Linke: „Ich will in der Landesliga kicken“

Sieht in der Corona-Pandemie einen Lerneffekt in Sachen Kommunikation auf sozialer Ebene: Moritz Linke (r.).
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Sieht in der Corona-Pandemie einen Lerneffekt in Sachen Kommunikation auf sozialer Ebene: Moritz Linke (r.).

Moritz Linke kommt aus der Jugend des ASV Dachau, ging dann aber den Schritt zurück in die Kreisliga. Im Interview stellt er klar, dass das noch nicht das Ende sein soll.

Günding - Lockdown, vorgezogene Winterpause – man hat es momentan nicht leicht als Fußballer. Die Heimatzeitung nutzt die Gelegenheit, in Zeiten der Corona-Pandemie Amateurkicker aus dem Dachauer Einzugsgebiet zu befragen. Wie kommen sie mit der Situation zurecht, und was erwarten sie sich von der Zukunft?

Moritz Linke (23) ist ein zentraler Mittelfeldspieler beim Kreisligisten SV Günding. Vor seinem Wechsel nach Günding zur Saison 2018/19 spielte er beim ASV Dachau II in der Kreisliga.

Du hast beim ASV Dachau in der Jugend und in der Zweiten des Landesligisten gespielt, wie kam es zum Wechsel nach Günding?

Moritz Linke: Durch meine Freunde Florian Sailer, Michael Hintermaier, Christoph Krüger und Florian Fritz, die alle schon in Günding spielten. Die haben mir nur Gutes über den Verein erzählt. Da ich mit dem Studium begonnen hatte, das viel Zeit in Anspruch nimmt, war klar, dass die Kreisliga eine gute Plattform ist – mit zweimaligem Training in der Woche. Mehr wäre zu dem Zeitpunkt nicht möglich gewesen.

Wo hast Du begonnen, Fußball zu spielen? Wäre der Sprung in den Landesligakader des ASV möglich gewesen? Wenn ja, warum hast du es nicht versucht?

Begonnen hat meine Karriere als Fußballer beim TSV 1865 Dachau. Den Wechsel zum ASV habe ich dann in Absprache mit meinen Eltern vollzogen, als klar war, dass ich mit dem kommenden Trainer bei 1865 nicht auskommen würde. Im letzten U 19 Jahr beim ASV wurde ich als Perspektivspieler in den Landesligakader mit einbezogen. Das war lehrreich, vor allem, was Tempo und Körperlichkeit betrifft. Am Ende hat es nach der U 19 und einem Jahr in der Kreisliga mit Training in der Ersten dann eben nicht gereicht, obwohl mir Frank Peuker schon viel geholfen hat, im Männerbereich Fuß zu fassen.

Was machst Du beruflich?

Da bin auf drei Baustellen unterwegs. Der Hauptpunkt ist mein Studium an der TU – Masters für Maschinenwesen. Daneben bin ich bei Automotive Engeneering der TU als Hilfswissenschaftler im Bereich KI- Autonomie tätig. Die dritte Baustelle ist bei TUfast, hier bin ich bei der Softwareentwicklung für autonomes Fahren mit dabei.

Was bedeutet deiner Ansicht nach die jetzige Corona Situation für die Gesellschaft und den Fußball im speziellen?

Das bedeutet Stillstand im Verein, leider. Aber ich bin im Moment konditionell in einer Topform, da ich viel Fitness mache. Das brauche ich als Ausgleich. Für die Gesellschaft bedeutet dies einen Lerneffekt in Sachen Kommunikation auf sozialer Ebene; damit die Risse in der Gesellschaft nicht größer werden. Für die Unternehmen bedeutet es, dass sie die digitale Entwicklung beschleunigen müssen. Bisher wurde das glatt verschlafen.

Aktuell spielst Du zentral im Mittelfeld oder auf der rechten Außenbahn in der Kreisliga. Ist das die Position, die dir am besten liegt?

Ich sehe mich im Zentrum, ganz klar, da liegen meine Fähigkeiten. Aber ich spiele da, wo man mich braucht. Ich gebe immer alles und bei mir geht Spielzeit vor Position, da ich Bock auf Fußball habe.

Wie hat sich das Spiel im Mittelfeld in den letzten Jahren aus deiner Sicht verändert?

Taktisch ist es nicht besser geworden. Was viel besser geworden ist, ist die Körperlichkeit und die Technik. Bei uns in der Kreisliga kann man noch nachdenken, wo man den Ball hinspielt, aber das ist auch schon anders, sprich: schneller, geworden.

Wie siehst Du die Entwicklung deiner Mannschaft aktuell?

Da bin ich ehrlich gesagt gespalten. Wir haben oft die eigenen Erwartungen nicht erfüllt. Gegen die Topteams sind wir immer gut, aber sobald es gegen die Kellerkinder in der Tabelle geht, fehlt uns oft die Einstellung – und damit verlieren wir auch unnötig Spiele. Somit kann man getrost feststellen, dass uns die Konstanz fehlt, warum auch immer.

Wohin geht die Reise mit Deinem Team im letzten Drittel der Saison?

Mein Ziel ist es, in der Restsaison alle Punkte zu holen. Das zweite Ziel, wenn es bei uns um nichts mehr geht, ist es, unsere Zweite zu unterstützen, denn die spielt um den Aufstieg – und den hätten sich die Jungs auch verdient, da sie guten Fußball spielen.

Wer hat Dich als Trainer am meisten beeinflusst oder gefördert?

Ganz klar Frank Peuker. Ich kannte ihn, als ich von der U 19 kam oder schon von vorher als Trainer oder Person überhaupt nicht. Aber was der Franky im Training, besonders beim Abschlussspiel vorgelebt hat, das war schon top. Das war Einstellung, Willen und Menschlichkeit pur. Dazu hat er sich noch die Zeit genommen, uns junge Spieler zu fördern und zu fordern. Er war sehr detailverliebt, aber das war super für mich. Der zweite Trainer, der für mich eine unheimliche Stütze war, ist Michael Palme beim ASV gewesen. Der war fachlich und menschlich einfach auch top, er ist auch dafür verantwortlich, dass ich so viel Lust auf Fußball habe.

Was sind Deine Pläne? Willst Du es noch einmal höherklassig versuchen oder irgendwann als Trainer einsteigen? Wenn ja, hast Du vor, DFB- oder BFV-Trainerlizenzen zu erwerben?

Ganz klar, ich will noch einmal höherklassig spielen. Ich kann mir nicht vorstellen, meine gesamte Zeit in der Kreisliga zu verbringen. Meine besten Jahre, die noch vor mir liegen, will in der Bezirksliga oder Landesliga kicken. Aber das muss nicht jetzt sein, obwohl ich ja auch nicht jünger werde. Trainerambitionen habe ich momentan nicht, obwohl ich schon einmal Bambini beim ASV Dachau trainiert habe; das war eine gute Erfahrung. Wenn ich später doch einmal Lust haben sollte, in das Trainergeschäft einzusteigen, dann mache natürlich die erforderlichen Lizenzen, denn ein Trainer muss gut ausgebildet sein, damit der Funke vom Coach auf die Mannschaft überspringen kann.

Das Gespräch mit Moritz Linke führte unser Mitarbeiter Robert Ohl.

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