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Alexandra Massury vom MSC Freisinger Bär: Die rasende Europameisterin

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Foto von Alexandra Massury.
„Der Hammer, dass ich das geschafft habe!“ – Alexandra Massury (16) ist die Nummer eins in Europa. © privat

Mit dem EM-Triumph in Gdansk hat Alexandra Massury ein wichtiges Etappenziel erreicht. Das nächste hat die 16-Jährige schon im Visier.

Freising – Sie zählt zu den absoluten Top-Talenten im internationalen Frauen-Motocross. Gerade hat die 16-jährige Alexandra Massury vom MSC Freisinger Bär ihren ersten ganz großen Titel eingefahren. Seit dem vergangenen Wochenende ist sie U18-Europameisterin in der EMX-Woman-Serie.

Alexandra Massury kann ihr Glück kaum fassen. „Das war einfach nur noch pure Freude – der Hammer, dass ich das geschafft habe“, jubelt die frischgebackene Motocross-Europameisterin in der 125-Kubikzentimeter-Klasse über ihren bisher größten Erfolg. Und es soll natürlich nicht ihr letzter sein. Denn die 16-Jährige hat sich eine ganze Menge vorgenommen: „Ich würde gerne Weltmeisterin im Frauen-Motocross werden“, sagt Massury. Selbstbewusst und immer noch überwältigt von dem Finale im polnischen Gdansk fügt sie hinzu: „Ich habe ein Etappenziel erreicht. Das nächste große Ziel ist Weltmeisterin.“

Kopf-an-Kopf-Rennen um den EM-Titel

Leicht war das freilich nicht. Die Serie erstreckte sich über insgesamt sieben Rennen, bei jedem Start konnte man maximal 50 Punkte holen. Und es blieb bis zum Schluss verdammt eng: Alexandra Massury hatte unterm Strich 319 Zähler auf ihrem Konto und lag damit nur ganz knapp vor der Zweitplatzierten Danee Gelissen aus den Niederlanden. Dritte wurde die Schwedin Tyra Bäckström mit 288 Punkten. „Ich musste im letzten Rennen unbedingt gewinnen, sonst hätte es nicht gereicht“, erzählt Massury, die in dem mehrfachen niederländischen World-Champion Jeffrey Herlings ihr großes Vorbild sieht.

Alexandra Massury fährt ein Motocross-Rennen.
Auf den internationalen Rennstrecken ist die MSC-Fahrerin zuhause. Am Schluss hatte sie in der U18-Damen-Europameisterschaft knapp die Nase vorne. © privat

Den ganz großen Cracks ihres Sports nachzueifern, ist allerdings nicht einfach. Frauen-Motocross hat bei weitem nicht den Stellenwert wie die Konkurrenz bei den Männern. Laut Vater Carl Massury ist es entsprechend mühsam, an Sponsoren und Werksteams heranzukommen. Die Tochter sieht das genauso. „Ich glaube, ich müsste ein Mann sein, dann hätte ich sicherlich bessere Chancen“, stellt sie trocken fest.

Alexandra Massury ist aber auf einem sehr guten Weg. Ihr aktueller Status ist als „semiprofessionell“ zu bezeichnen. Tendenz steigend. Denn, Massury wird von der ADAC-Stiftung Sport gefördert. Zudem ist sie Mitglied im Motorsport-Team Germany. „Die erste junge Frau, die das jemals geschafft hat“, betont der mächtig stolze Papa.

Alexandra Massury ist immer auf Achse

Zuletzt ging es für die junge Frau Schlag auf Schlag, die Erfolge häuften sich. Eben hatte sie noch einen Tagessieg auf dem Välabanan-Track in Helsingborg (Schweden) errungen, schon fuhr sie knapp eine Woche später in Vellahn (Mecklenburg-Vorpommern) einen Doppelsieg ein. Kein Wunder, dass man zu Hause, beim Motorsportclub Freisinger Bär, ins Schwärmen geraten ist. „Alex, wir sind stolz auf dich und freuen uns darauf, noch mehr von dir zu sehen“, teilte MSC-Pressesprecherin Josefine Zimmermann kürzlich zur erstaunlichen Entwicklung der in Berchtesgaden lebenden Motocrosserin mit. Die Senkrechtstarterin besucht dort ein Sportgymnasium, so kann sie Schule und Sport miteinander verbinden.

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Angefangen hat für Alexandra alles im Alter von vier Jahren. Vater Carl war selbst Motocross-Fahrer und hat seine beiden Kinder an der Leidenschaft für seinen Sport teilhaben lassen. So drehte nicht nur Filius Carl Junior (heute 17) bald seine Runden auf den umliegenden Motocross-Kursen, sondern auch Tochter Alexandra. Aber das reichte ihr bald nicht mehr. „Dann sagt sie zu mir, sie will auch Rennen fahren, in der Südbayern-Serie“, erinnert sich der Vater. „Klar, ich suche dir eines aus“, habe er geantwortet. Die Tochter aber insistierte: „Papa, ich glaube, du verstehst mich nicht. Ich will die ganze Serie fahren.“

Training in Österreich und am Flughafen

Das war vor über zehn Jahren. Seitdem hat sich Alexandra Massury einen Namen im nationalen und internationalen Motocross gemacht und sich kontinuierlich nach oben gearbeitet. Unterwegs ist die Spitzenfahrerin auf einer Maschine der Marke GasGas – einem spanischen Hersteller, der von KTM übernommen wurde. Und Massury hofft, dass es auch weiterhin so steil bergauf geht mit ihrer Karriere. Sie trainiert hart dafür. Viermal die Woche jeweils ein bis zwei Stunden lang. Meist auf einem nahe gelegenen Gelände in Österreich, aber so oft es geht auch auf dem Off-Road-Kurs des MSC am Flughafen München. Seit 2014 ist sie dort Mitglied. So wie die ganze Familie. „Ehrensache“, sagt Papa Massury.

Von Verletzungen oder großen Rückschlägen ist seine Tochter bisher verschont geblieben. Ihr nächstes großes Vorhaben ist es, einen Werksvertrag bei GasGas zu erhalten. Dann würden sich ihre Wettkampfbedingungen noch einmal stark verbessern. Und wer weiß, vielleicht hat der MSC Freisinger Bär dann ja bald eine amtierende Weltmeisterin in seinen Reihen.

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