Mit der Freundin aufs Podest

Florian Kreuzmayr Dritter bei Deutscher Meisterschaft

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Erfolgreiches Paar: Florian „Izzy“ Kreuzmayr und Jasmin Staudacher auf dem Podest.

Langbahn-Spezialist Florian Kreuzmayr hatte sich für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert, doch dann fiel sein Beifahrer aus. Kurzerhand sprang seine Freundin ein.

Pfarrkirchen/Wörnsmühl – Irgendwann gingen Florian Kreuzmayr (39) die Telefonnummern aus. Nachdem er so gut wie alle ihm bekannten Beifahrer in Deutschland und darüber hinaus abgeklappert hatte, blieb ihm nur noch eine letzte Option: seine Freundin Jasmin Staudacher (30). Die aber war seit Jahren kein Seitenwagen-Langbahnrennen mehr gefahren, hatte folglich auch keine gültige Lizenz mehr. Und doch war sie die einzige Hoffnung für „Izzy“ Kreuzmayr, noch bei der Deutschen Meisterschaft in Pfarrkirchen an den Start gehen zu können. Denn der Ersatzmann für seinen verletzten Stammbeifahrer hatte abgesagt – zwei Wochen vor den wichtigen Rennen.

Karriere des Langbahn-Spezialisten stand vor dem Aus

Ein weiterer Tiefschlag für den Wörnsmühler und sein Trust Racing-Team, denen schon im vergangenen Jahr einiges abverlangt wurde. Wie berichtet, stand die Karriere des Langbahn-Spezialisten nach einem schweren Unfall vor dem Aus. Kreuzmayr – Spitzname Kamikaze – hatte sich dabei nicht nur etliche körperliche Blessuren zugezogen, sondern auch sein Gespann-Motorrad – unverschuldet – schrottreif gefahren. Doch Izzy rappelte sich noch mal auf. Und das tat er auch vor der Deutschen Meisterschaft 2019.

Selbst der so hart gesottene 39-Jährige räumt ein, dass er sich ein wenig Sorgen um seine Ersatz-Ersatz-Beifahrerin machte. „Wenn man seine Freundin im Beiwagen hat, überlegt man schon, ob man in jeder Kurve volles Risiko geht“, sagt Kreuzmayr. Denn der Preis eines Crashs wäre hoch. „Dann liegen wir beide im Krankenhaus.“ Zum Nachdenken blieb dem Fahrer-Paar jedoch ohnehin keine Zeit. Erst brauchte Staudacher eine Lizenz. Zumindest da lief alles glatt, berichtet Kreuzmayr. In nur drei Tagen habe der Deutsche Motorsportbund (DMSB) grünes Licht gegeben. „Eine coole Nummer.“

Florian Kreuzmayrs Motorrad machte Probleme

Doch die größte Hürde stand dem Paar da noch bevor: das Einstellen auf die gemeinsame Fahrt auf der glatten, harten und mit Geschwindigkeiten von 180 Stundenkilometer und mehr auch sehr schnellen Sandbahn. Auch körperlich eine extreme Belastung, gerade für den von etlichen Unfällen gebeutelten Kreuzmayr.

Trotzdem lief das Training gut an – bis das Motorrad plötzlich unrund lief. „Der Dämpfer ist runtergefallen, weil die Achse nicht richtig angezogen war.“ Ein ärgerlicher Fehler, räumt Kreuzmayr ein. Und nur schwer zu beheben. Weil sich die Achse „festgefressen“ hatte, musste sie das Mechanikerteam um Stefan Eisenhut, Oliver Dubb, Christian Beck, Thomas Scheunemann und Ricardo Jacob mit der Flex abschneiden. Ein vor Ort aufgetriebenes Ersatzteil brachte die Rettung. „Ein Megajob von meinen Jungs, eine Bombenleistung“, lobt Kreuzmayr.

Florian Kreuzmayr lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Dann ging es endlich in die Vorläufe. Und erneut klebte Izzy und seiner Freundin das Pech an den Reifen. In jedem einzelnen Rennen mussten sie gegen das unumstrittene und auf seiner Heimbahn Pfarrkirchen quasi unschlagbare Favoritenteam Markus Venus/Markus Heiß antreten. „Das war absolut nicht fair“, kritisiert Kreuzmayr die Zusammensetzung der Startgruppen. „Es hat einfach alles gegen uns gearbeitet.“ Da er so in jedem Lauf maximal Zweiter werden konnte, würden ihm bis zum Halbfinale drei Punkte fehlen, fürchtete Kreuzmayr. Das wiederum würde bedeuten, dass er auch in diesem Rennen auf das Top-Duo treffen würde.

Genau so kam es dann auch. Doch Izzy ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und holte das Maximum aus jedem Lauf raus. Seine Freundin war ihm dabei eine große Hilfe, berichtet er. „Sie hat alle Anweisungen picobello umgesetzt.“ Im Finale lagen die beiden dann vom Start weg auf Platz zwei – bis sie Markus Brandhofer/Tim Scheunemann übers Innenfeld überholten. Eigentlich ein klarer Regelverstoß, der aber – wie hätte es anders laufen sollen – von der Rennleitung nicht geahndet wurde.

Florian Kreuzmayr und Jasmin Staudacher landen auf dem Podest

Trotz allem standen Kreuzmayr und Staudacher lachend auf dem Siegerpodest. „Wir haben etwas geschafft, mit dem unter diesen Voraussetzungen absolut nicht zu rechnen war“, sagt Kreuzmayr. Und doch gibt es einen Wermutstropfen: Rang zwei hätte die direkte Qualifikation für die Europameisterschaft bedeutet. „Jetzt müssen wir auf irgendeinem Kuhacker ein Halbfinale fahren“, ärgert sich der „Kamikaze“. Aber auch diese Tatsache wird ihn nicht stoppen. Nicht nach so einer Deutschen Meisterschaft. Und erst recht nicht mit so einer starken Beifahrerin.

sg

Quelle: Merkur.de

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