Bilanz der letzten Wochen

Müde SpVgg lässt sich zermürben

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Kampf ist Trumpf: Hachings Vitalij Lux (l.) und sein Gegenspieler vom SV Schalding-Heining schenken sich nichts.

SpVgg Unterhaching - Drei Spiele ohne Sieg, nur zwei Punkte geholt, zweimal gegen Abstiegskandidaten enttäuscht, dazwischen nur mit viel Glück das Toto-Cup-Viertelfinale bei einem Bayernligisten überstanden – man könnte es so werten, als stecke die SpVgg Unterhaching in einer Krise.

„Mittendrin“, sagte Trainer Claus Schromm nach der Nullnummer im Nachholspiel gegen Schalding-Heining am Dienstag. Er meinte das aber überhaupt nicht ernst.

Mit Platz fünf in der Regionalliga Bayern sind die Hachinger schließlich immer noch voll im Soll, im Pokal in Seligenporten zählte das Weiterkommen und nicht die Qualität der Darbietung. Zudem sind derzeit Englische Wochen der Normalzustand, „eine physisch und psychisch intensive Zeit“, wie Schromm anmerkte, „wir sind nicht ganz frisch.“ Nicht einmal Training ist möglich zwischen den Spielen im Drei-Tages-Rhythmus, „es geht nur um Regeneration“.

Ein anderer Grund für die zuletzt schwachen Auftritte vor eigenem Publikum: Die SpVgg befindet sich in einer Phase, in der der Spielplan Gegner aus dem Tabellenkeller beschert, die sich partout nicht am Spiel beteiligen wollen. Damit tun sich die jungen Hachinger schwer, bei denen auf fußballerische Ausbildung Wert gelegt wird.

„Das ist nicht einfach“, bestätigt Kapitän Josef Welzmüller, „wir spielen lieber gegen Mannschaften, die Fußball spielen wollen. Dass der Gegner mit zehn Mann hinten drin steht, sind wir nicht gewohnt.“ Schalding-Heining hatte beispielsweise keine einzige Torszene. Ein Vorwurf zu machen war dem Tabellen-15. freilich nicht, der jubelte über einen erfolgreichen Abend. Gegner zermürbt, Plan aufgegangen.

Bei der SpVgg herrschte Selbstkritik vor. „Zuhause müssen wir trotz allem gegen einen solchen Gegner gewinnen“, sagte Welzmüller und analysierte: „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen, erst dann wurde es besser. Aber das war zu wenig, das wissen wir. Uns haben die Eier gefehlt, wir waren mutlos. Das kann man auch nicht auf die Müdigkeit schieben.“

Auch Schromm fand deutliche Kritikpunkte: „In der Offensive haben die Basics gefehlt: Timing, Ballannahme, Ballmitnahme. Erst in der zweiten Halbzeit war das besser. Hätten wir zwei zweite Halbzeiten gespielt, wäre ein Tor gefallen.“ Möglichkeiten gab es am Ende, „mit einer besseren Chancenverwertung wäre mehr dringewesen als ein Punkt“, so der Unterhachinger Chefcoach. Er gab aber zu: „Ob das verdient gewesen wäre, ist ein anderes Thema.“

Da schon am morgigen Freitag (19 Uhr) das nächste Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth II ansteht, wird sich an der Frische nichts ändern. Diesmal aber dürfte der Gegner dafür sorgen, dass keine weitere Enttäuschung folgt. „Fürth wird ein ganz anderes Spiel“, glaubt Schromm, „das wird uns wesentlich mehr Spaß machen.“ 

Text: Christian Amberg

Quelle: fussball-vorort.de

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