BCF nach Anschiss hellwach?

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Opfer seiner Formschwäche: BCF-Angreifer Werner Schumann (li.) sitzt heute beim Gastspiel in Schwabmünchen wohl zunächst einmal auf der Ersatzbank.

BCF Wolfratshausen - Nach der 0:6-Abfuhr gegen Garching weist der BCF Wolfratshausen die schlechteste Tordifferenz aller Bayernligisten auf. Die Bilanz des TSV Schwabmünchen als heutigem Gastgeber der Farcheter (18.30 Uhr, Ivo-Moll-Stadion) ist ähnlich bescheiden.

Nachbarschaftlich rangieren beide Teams knapp oberhalb der Abstiegszone. Ein ordentlicher Saisonstart sieht anders aus. Schwabmünchen kassierte sogar schon drei Niederlagen, weshalb heute ein richtungsweisendes Match für die kommenden Wochen zu erwarten ist: Wer unterliegt, bleibt vorerst im Keller der Liga.

Ein Szenario, das die Wolfratshauser nur im Falle einer sorgsameren Defensivarbeit vermeiden können. Elf Gegentore, neun davon nach Flanken des Gegners – das ist schlicht untauglich. Und deswegen gab es bei der Aufarbeitung am Montag nur zwei Tonlagen in der Kabine. „Ziemlich ruhig“ sei die Mannschaft gewesen, „ziemlich laut ich selbst“, verriet Reiner Leitl. Der Cheftrainer sprach schonungslos an, wer für die vielen Fehler verantwortlich ist. Dabei habe seine Innenverteidigung – nicht verwunderlich – einen „richtigen Anschiss“ bekommen. Onur Misirlioglu und Enzo Potenza stehen als Sündenböcke für die BCF-Misere. In letzter Konsequenz sicher richtig, rechnet man aber die Entstehung der Gegentreffer in die Gleichung mit ein, beginnen die Fehler bereits an vorderster Front. Leitl ist von der Defensivarbeit seiner drei Stürmer wenig angetan.

Personelle Konsequenzen sind spätestens nach dem halben Dutzend am Freitag überfällig. Doch für die Farcheter Problemzone Abwehrzentrum fehlen Alternativen. In der Reihe davor verändert sich dafür umso mehr. Marco Höferth kommt seit zwei Wochen kaum zum Trainieren. Da ist die Stammelf immer ein schwieriges Thema, Vize-Kapitän hin oder her. Bei Mitch Rödl zwickt der Muskel. So könnte Enim Kaya auf der rechten Flanke eine Chance von Beginn an bekommen. Vielleicht auch Luca Faganello, der seit August im Seniorenbereich spielberechtigt ist. Paul Müller wäre erste Option für Höferth. Oder doch ein Debütant? Denn Jan Penic steht vor seinem ersten Einsatz für den BCF. Der 24-Jährige trainiert seit der vergangenen Rückrunde in Fachet mit und hat sich jetzt mangels besserer Angebote für ein Engagement an der Loisach entschieden. Penic kickte zuletzt in Estland bei Levadia Tallinn, wo er als Linksverteidiger und Profi immerhin an der Qualifikation zur Champions-League teilnahm. Zuvor tauchte der Kroate in den Kaderlisten des TSV Aindling und TSV 1860 Rosenheim auf.

Leitl wird auch die Zahl der Stürmer reduzieren. Ein kompakteres 4-4-2 erscheint dem 55-Jährigen auswärts pragmatischer. Schwabmünchen werde ob der jüngsten Ergebnisse „auch nicht richtig stabil daherkommen“. Von daher dürfe man erst recht keine Räume öffnen. Werner Schuhmann wird der Umstellung wohl zum Opfer fallen. Zu weit weg von der Normalform präsentierte sich der Lenggrieser in den ersten Pflichtspielen. Bei allen Unbilden stellt Leitl allerdings klar, dass sein Kader mit einer „guten Bayernliga-Mannschaft“ gleichzusetzen sei. Der aktuelle Missstand habe seinen Ursprung einzig in der mangelnden Konzentration. „Es ist alles zu locker“, sagt Leitl zum Schlendrian – schon in der Spielvorbereitung. Inwieweit der Kabinendonner seine Kicker wachgerüttelt hat, wird sich heute Abend zeigen.

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Quelle: fussball-vorort.de

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