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Nach Merkel: Wird im Erdinger Sport alles besser?

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Von: Dieter Priglmeir

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Dieter Priglmeir
Dieter Priglmeir © Privat

Die Kanzlerin geht. Wird jetzt alles anders im Erdinger Sport? Wir denken zurück an die Vor-Merkel-Zeit.

Angela Merkel ist weg, jetzt kann ja nur noch alles besser werden. Überall. Und auf alle Fälle im Erdinger Lokalsport. Wen bitte sonst sollen wir dafür verantwortlich machen, dass der Erdinger Fußball rumpelt, die Altenerdinger Handballer in der Landesliga kein Spiel mehr gewinnen, die Eishackler meistens verlieren? Nicht mal in den Einzelsportarten springen noch Medaillen raus.

2004/05 – also in der Vor-Merkel-Ära – war das noch ganz anders. Da horteten wir noch die Meistertitel. Niemand war besser – zumindest mit dem Langbogen (Horst Bökesch), im Biathle (u.a. der spätere Olympionike Patrick Dogue), Dart (Romina und Bianca Gachi), Budo-Kai (Conny Unger) oder bei den U 18-Schach-Inn-Chiemgau-Meisterschaften (Dominik Slawny). Goldene Zeiten waren das.

Und heute? Anstatt Slawny spielt ein Herr namens Jan Nepomnjaschtschi um die WM-Krone. Vermutlich hatte unser Fastgroßmeister keine Zeit, weil er lieber beim SC Moosen kickt – das sei ihm auch vergönnt. Es könnte aber auch die Kanzlerin schuld sein an unserem Niedergang im Schach und all den anderen bedeutenden Erdinger Sporthochburgen.

Zu weit hergeholt? Wir können das nicht mit Bildern belegen (sorry, aber wir haben den Farbfilm vergessen). Gerne verweisen wir aber mit verschwörerischem Zwinkern auf entsprechende Internet-Schwurbelseiten und heulen nochmal der Vor-Merkel-Zeit hinterher, als Hans Zehetmair noch Vizepräsident bei den Münchner Löwen war. Der TSV Erding hatte 2005 sogar zwei Handballfrauenmannschaften, von denen eine in der Landesliga spielte. Inzwischen ist die Abteilung komplett aufgelöst. Die Oberdinger Volleyballer (heute Kreisliga) schmetterten sich hoch bis in die Bayernliga. Beim Auerbacher Skispringen bejubelten 550 Zuschauer den Sieg von Lokalmatador Christian Heim. Und Coach Franz Steer stauchte noch die Erdinger Eishackler zusammen und nicht die Dorfener.

Für Duelle von Erdinger Fußballmannschaften brauchte man noch das Mittelzentrums-Turnier. Im Jahr 2021 reicht es, die A-Klasse 7 zu beobachten. Und die SpVgg Neuching dominierte damals die Kreisklasse. Ganz unten in dieser Klasse seinerzeit übrigens: der SV Walpertskirchen, der FC Finsing, heute an der Schwelle zur Bezirksliga, und – Trommelwirbel! – der FC Schwaig. Der ist inzwischen Landesligist und die unangefochtene Nummer eins im Landkreis-Fußball. Und damit der Gewinner der Merkel-Ära? Auch hier sollten sich Beweise unter www.andere-warheiten//blabla ... – ach lassen wir das einfach.

Die wirkliche Wahrheit ist nämlich die: Die Schwaiger sind deswegen top, weil sie sich in den vergangenen Jahren so richtig reingehängt haben und sich Training für Training sagen: Wir schaffen das! Ähem, vielleicht haben sie doch das Merkel-Gen. Das gilt übrigens auch für Heini Stieglmeier, Rupert Prediger oder Thomas Elsenberger, die sich von 2005 bis heute nicht von der Kegel-, Schach- oder Stockschützen-Spitze verdrängen lassen. Andererseits: Sollten die Drei plötzlich keine Titel mehr einfahren, dann ziehen Sie sich warm an, Herr Scholz!

DIETER PRIGLMEIR

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