Neuer Gülselam in Unterhaching gesucht

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Auf in die neue Saison: Haching-Chefcoach Christian Ziege (hier mit Florian Bichler) startet morgen in Kiel.

Unterhaching - Am Donnerstag ist eine Meldung über die Nachrichtenticker der Sportredaktionen gelaufen, die vielerorts eher als Randnotiz verzeichnet wurde, in München aber sehr wohl registriert wurde.

„Hannover 96 verpflichtet Gülselam“, hieß die Einlaufzeile der Meldung. Ceyhun Gülselam ist hier ein bekannter Name: Seine Karriere begann bei Gartenstadt Trudering und führte über die Bayern zur SpVgg Unterhaching. Im Sommer 2008 bezahlte Trabzonspor eine Million Euro für den türkischen Nationalspieler, 20 Jahre jung war er damals. Später wurde er mit Galatasaray Istanbul Meister. Nun kommt er zurück – aber in die Bundesliga.

Gülselam ist ein Name, der zugleich für die Vergangenheit wie für die Zukunft steht. Die SpVgg rettete sich einst mit solchen Transfers oft im letzten Moment vor der Insolvenz, und natürlich sind auch heute noch Abschlagszahlungen ein Segen, wenn sich eines der Talente an Höherem orientiert. Es hat sich aber etwas verändert: Man ist nicht mehr ganz so akut auf diese Erlöse angewiesen. Es ist kein Einzelfall mehr, dass man herausragende Talente produziert. So steht Gülselam auch für die Zukunft – als ein Prototyp. Er war einer der ersten Jungprofis, der von Haching in die große Fußballwelt auszog. Wenn morgen die neue Drittligasaison startet, suchen die Unterhachinger unter anderem den neuen Gülselam. Allerdings ist aus dem Prinzip Glücksfall längst Schema geworden. Ein bewährtes Konzept, längst etabliert.

Die SpVgg „spielt immer etwas anders als die anderen Mannschaften“, lobt Karsten Neitzel, der Trainer von Holstein Kiel. Bei seinem Verein starten die „Rot-Blauen“ in die neue Saison. Die Norddeutschen haben ihre Späher ausgesandt, und die haben vermeldet: alles wie immer in Haching – „die haben ein junges Team mit einem variablen System. Haching hat sich als Sprungbrett etabliert.“

Der Altersschnitt liegt erneut deutlich unter 21 Jahren, das Team, das Christian Ziege befehligt, ist noch jünger als das im Vorjahr. Herbe Verluste sind Innenverteidiger Alexander Hack, die zentralen Mittelfeldspieler Quirin Moll und Maximilian Welzmüller sowie Stürmer Janik Haberer, die das Korsett der Elf in der letzten Saison bildeten. Nun ruhen die Hoffnungen zum einen auf den Routiniers wie Mario Erb und Jonas Hummels, die in die Mitte verteidigen, dazu auf Rückkehrer Janik Thiel, der neben den Neuzugängen Alon Abelski und Simon Kranitz die Schaltzentrale besetzen soll.

Hinter dem Team steht viel Erfahrung. Präsident Manfred Schwabl spielte einst für den FC Bayern und den TSV 1860, Ziege krönte seine Karriere 1996 mit dem EM-Titel. Neu hinzustieß noch der ehemalige Nationalspieler Christian Wörns, der bisher beim FC Schalke die U?17 betreut hat. Der 42-Jährige hatte entschieden, sich mit der Familie im Raum München niederzulassen. Er suchte einen Verein für seinen Sohn, am Ende landete auch er bei Haching. Ex-Profi Francisco Copado gehört zudem zum Stab.

Beim Kampf um den Aufstieg wird der Verein aus dem Münchner Süden wohl nicht mitmischen, hier steht bis auf weiteres die Ausbildung und ein sehenswerter Spielstil auf der Agenda ganz oben. In dieser Saison gelten die Ost-Vereine, die dieses Jahr mit sechs Vertretern präsent wie nie zuvor sind, als Favoriten. In Energie Cottbus und Dynamo Dresden sind zwei absolute Schwergewichte am Start, unter Insidern werden dem Halleschen FC große Chancen eingeräumt. Die große Frage wird am Ende auch sein, ob sich nicht der eine oder andere Drittligist finanziell übernommen hat. „Eines ist klar: es wird eine spannende Saison“, so Schwabl. Und vielleicht bringt sie auch wieder den einen oder anderen neuen Gülselam hervor.

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Quelle: fussball-vorort.de

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