So geht es dem Ex-Löwen in Haching

Nicu im Interview: "Das habe ich bei 1860 anders erlebt"

+
Ein Ex-Bundesligaprofi in der Regionalliga Bayern: Maximilian Nicu gibt seine langjährige Erfahrung an seinen Heimatverein, die SpVgg Unterhaching, zurück. Und hofft, eines Tages den Wiederaufstieg in die 3. Liga mitzuerleben.

SpVgg Unterhaching - Maximilian Nicu spricht im Interview über die Ziele mit der Spielvereinigung, seine Rolle als Routinier in der Regionalliga und die positiven Unterschiede zwischen Haching und den Löwen.

Nach sieben Jahren bei der SpVgg Unterhaching (1997 bis 2004) hat Maximilian Nicu für diverse Vereine Fußball gespielt: Erfurt, Wehen-Wiesbaden, Burghausen, Hertha BSC, SC Freiburg und 1860 München; es folgten Engagements in Rumänien und auf Zypern. In dieser Saison ist der am Chiemsee aufgewachsene Rumäne nach Hause zurückgekehrt: zur SpVgg Unterhaching. Im Interview mit dem Münchner Merkur spricht der 33-Jährige über die Ziele mit der SpVgg, seine Rolle als Routinier in der Regionalliga und über Heimatgefühle.

Herr Nicu, haben Sie sich in Unterhaching wieder gut eingelebt?

Ja, sehr gut. Es war auch nicht so schwierig für mich, weil ich schon mal in Haching gespielt habe und hier meine Heimat ist. Meine Eltern wohnen seit sehr vielen Jahren in Unterhaching.

Welche Rolle hat es für Sie gespielt, nach Jahren der „Auswärtsspiele“ wieder in die Heimat zurückzukehren?

Eine entscheidende Rolle. Ich wollte wieder in die Heimat zurückkehren. Auch im Hinblick auf die berufliche Karriere nach meiner Spielerlaufbahn. Ich habe mir immer gesagt, wenn ich mit Fußball aufhöre, möchte ich wieder nach Hause.

Was planen Sie denn nach der aktiven Karriere?

Momentan mache ich mir da nicht so intensiv Gedanken, weil ich ja noch spiele. Insgesamt bin ich mir auch noch nicht ganz sicher. Entweder eine Trainertätigkeit, oder eine andere Funktion im Fußball mit Haching wäre für mich denkbar. Aber es gibt auch ganz andere Sachen für die Zeit nach dem Fußball.

Wie läuft es für Sie seit Ihrer schweren Verletzung, kurz nach Ihrer Rückkehr zu Haching?

In meinem zweiten Spiel für die SpVgg wurde ich in der Regionalliga Bayern gleich herzlich begrüßt und habe mich nach einem Foul eines Gegenspielers am Syndesmoseband verletzt. Danach bin ich lange ausgefallen. Das war eine sensible Verletzung, die auskuriert werden musste. Mittlerweile ist es wieder okay. In der Vorbereitung konnte ich wieder auf 100 Prozent gehen.

Wie haben Sie generell den Wechsel als einstiger Bundesligaprofi in die Regionalliga empfunden?

Ich habe vorher auch schon kurz in der Regionalliga für Elversberg gespielt. Da war das Niveau ähnlich. Es gibt hier viele Mannschaften, die Fußball spielen wollen. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch Teams, die fußballerisch sehr limitiert sind.

… was für Sie, wie bei Ihrer Verletzung, schon mal unangenehm werden kann, oder?

Wenn eine Mannschaft über die Physis und Härte kommt, muss man damit leben und klarkommen. Härte gehört zum Spiel dazu. Nur wenn Absicht dahinter steckt und es über eine gesunde Zweikampfhärte weit hinaus in Richtung Körperverletzung geht, habe ich damit ein Problem.

Wie lauten Ihre Ziele mit Haching?

Ich bin längerfristig an den Verein gebunden. Das Ziel der SpVgg ist es, wieder in den Profibereich zurückzukehren. Dass in der Mannschaft Potenzial steckt, hat man im DFB-Pokal gesehen. Wir haben gezeigt, dass der Verein lebt und dass richtig Stimmung im Sportpark aufkommen kann. Kurz- und mittelfristig denke ich, dass man mit Haching mindestens in der 3. Liga spielen sollte.

Klappt es schon heuer mit einem Aufstieg?

Die Qualität hat die Mannschaft. Aber diese Saison ist es noch ein Findungsjahr. Viele spielen erst seit dieser Saison zusammen. Wenn die Mannschaft soweit ist, dass man als Top-Favorit in der Regionalliga Bayern antreten kann, dann sollte man angreifen. Auch wenn das mit den Relegationsspielen nicht so einfach ist. Die Rückkehr in die 3. Liga wird kein leichter Weg. Aber wenn Haching es schaffen wird, dann möchte ich gerne dabei sein und meinen persönlichen Anstoß dazu geben.

Wie lauten Ihre persönlichen Ziele?

Mein Einstieg bei Haching war eigentlich ganz gut. Klar war es etwas gewöhnungsbedürftig, mit so vielen jungen Leuten zusammenzuspielen. Die Jungs spielen so unbekümmert. Für mich ist es eine Herausforderung, Verantwortung für meine Mitspieler zu übernehmen. Das ist etwas, was ich vorher so nicht kannte. Für mich ist es ein Anspruch, den Jungs sportlich ein Vorbild zu sein. Ich stehe auch gern mal einem jungen Spieler zur Seite. Egal, ob es dabei um Fußball geht oder um etwas anderes. Ich habe ja schon einige Erfahrungen im Fußball gemacht. Ich möchte dabei helfen, dass sich die Spieler entwickeln.

Ist Ihnen bei so vielen jungen Konkurrenten nicht bange vor dem Karriereende?

Natürlich ist mir klar, dass irgendwann vielleicht mal jemand kommt, der besser drauf ist als ich. Wenn so ein Fall eintreten sollte, dann bin ich demgegenüber nicht so negativ eingestellt, dass ich mich dann nicht auf die Bank setzen würde. Es wird die Zeit zeigen, in welcher Form ich den Spielern und dem Verein weiterhelfen kann.

Welche Bedeutung hat Haching für Sie?

Die SpVgg ist mein Heimatverein. Das ist der Verein, wo ich die ersten Schritte im Profi-Fußball gemacht habe. Claus Schromm (heutiger Chef-Trainer der SpVgg; Anm. d. Red.) war damals mein A-Jugend-Trainer. Und unter Wolfgang Frank, der leider nicht mehr unter uns weilt, habe ich bei den Profis sehr viel gelernt. Die Verbundenheit zur Heimat war ausschlaggebend für meine Rückkehr zu Haching.

Was ist für Sie das Besondere an der SpVgg?

Man hat hier ein Wohlfühl-Gefühl. Man steht öffentlich nicht so im Fokus wie in München zum Beispiel der FC Bayern oder 1860. So etwas kommt dem Verein ein bisschen entgegen, wenn man ruhig arbeiten will. Das habe ich bei 1860 anders erlebt. Skandale, die auf den Titelseiten der Zeitungen landen, kommen bei Haching eigentlich nicht vor. Auch damals nicht zu Bundesliga-Zeiten. Die Atmosphäre im Stadion und das Umfeld in Haching hat für mich etwas Familiäres.

Was schätzen Sie in Ihrer Heimat abseits des Fußballs?

Je länger man von der Heimat weg ist, lernt man sie zu schätzen. Angebote aus dem Ausland, die ich vor meiner Zeit in Elversberg bekommen hatte, habe ich kategorisch abgelehnt. Ich war nach meiner ersten Zeit in Haching ständig unterwegs. Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich gerne nach Hause möchte. Und zu Hause ist für mich München.

Wie beschreiben Sie den Unterschied zwischen München und anderen Städten?

Die Lage ist ideal. Man kann schnell einen Ausflug machen und ist schnell in Österreich oder Italien. Ich mag die Mentalität hier sehr gern. München hat das gewisse Flair.

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Traum-Ergebnis! Hachinger Aufstieg zum Greifen nahe
Traum-Ergebnis! Hachinger Aufstieg zum Greifen nahe
FFB im Freudentaumel: Der SCF hält die Klasse direkt
FFB im Freudentaumel: Der SCF hält die Klasse direkt
Schmöller im Meister-Interview: "Drei Tage durchfeiern"
Schmöller im Meister-Interview: "Drei Tage durchfeiern"
Pummer: "Werde dem Verein auch künftig verbunden bleiben"
Pummer: "Werde dem Verein auch künftig verbunden bleiben"

Kommentare