Fußball - Bundesliga - SC Freiburg - FC Augsburg - Hohenlinden

„Flo“ kommt der Heimat näher

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Das Trikot mit der Nummer 7 in seinen Händen: Florian Niederlechner vor seiner neuen „Heimat“.

Nach dreieinhalb Jahren im Breisgau hat Fußballprofi Florian Niederlechner (28) seine Zelte bei Bundesligist SC Freiburg abgebrochen. Der Wechsel zum FC Augsburg ist für den Hohenlindener ein Herzenswunsch und zugleich eine räumliche Annäherung an seine Heimat und Familie.

Hohenlinden/Augsburg – Am Ende war der Reset-Knopf schnell gedrückt. Bereits am Montag kursierten die Meldungen über einen bevorstehenden Wechsel, am Dienstag folgte der Vollzug: Florian Niederlechner wechselt zur kommenden Saison von Fußball-Bundesligist SC Freiburg zum Liga-Rivalen FC Augsburg. Der Stürmer aus Hohenlinden erhält in der Schwabenmetropole einen Vertrag bis 2022. Über die Ablöse vereinbarten die beiden Vereine Stillschweigen.

„Ich bin überglücklich, dass es geklappt hat“, gesteht Niederlechner, als ihn die Ebersberger Zeitung im Urlaub auf Sardinien erreicht. „Im Kopf hatte ich schon meine Entscheidung getroffen, nachdem ich vom Interesse des FCA gehört und meine ersten Gespräche geführt hatte“, erklärt der 28-Jährige.

Bereits seit Beginn der Rückrunde sei er mit den Verantwortlichen der Fuggerstädter, Geschäftsführer Stefan Reuter, in Kontakt gestanden und habe danach immer einen Blick auf den Freiburger Ligarivalen gehabt. „Ich habe meinem Berater auch gesagt, dass er alle anderen Anfragen abblocken soll. Der FCA hatte für mich oberste Priorität.“

Nachdem Augsburg den Klassenerhalt geschafft hatte, sei der Kontakt intensiviert und auch „super Gespräche“ mit dem neuen Coach Martin Schmidt geführt worden. Diesen kennt „Flo“ Niederlechner bereits von seiner ersten Bundesliga-Station in Mainz. Nach einem halben Jahr dort entschloss er sich mangels Spielpraxis zum Wechsel in den Breisgau zum damaligen Zweitligisten, bei dem er zu einem gestandenen Bundesliga-Stürmer reifte.

„Die Mainzer Zeit lässt sich mit der von heute nicht mit einem Prozent vergleichen“, betont der Torjäger. „Damals war ich neu in der Liga und verunsichert, habe kaum gespielt, seitdem aber habe ich mich brutal entwickelt“, verweist der Hohenlindener auf seine Erfolgsbilanz (89 Einsätze, 26 Tore für den SCF). „Ich habe nun wesentlich mehr Selbstvertrauen und Persönlichkeit, ein ganz anderes Auftreten.“

Dass er in der abgelaufenen Rückrunde weniger Einsätze hatte, „ist Vergangenheit“, will Niederlechner nicht mehr viel zurückblicken. „Ich wollte sportlich eine neue Herausforderung“, gab der 28-Jährige als einen Grund für seinen Wechsel in die Fuggerstadt, also zurück nach Bayern, an. Bereits im Wintertrainingslager mit Freiburg in Spanien hatte er Schmidt getroffen, damals noch kein FCA-Coach, und sich ausgetauscht. Diesem Treffen folgten zuletzt weitere – und letztlich die Zusage Niederlechners. „Ich freue mich riesig auf die Zusammenarbeit mit ihm. Ich bin der Spielertyp, den er haben will“, sagt der 28-Jährige.

Den SCF-Verantwortlichen um Chefcoach Christian Streich teilte er trotz laufenden Vertrags seinen Wechselwunsch mit. Freiburg wollte Niederlechner wohl halten, „sie haben mir aber keine Steine in den Weg gelegt und mir alles Gute gewünscht“, ist er dankbar für die Freigabe – und auch die schöne Zeit im Südwesten Deutschlands. „Ich habe mich dort immer wohl gefühlt, und auch viele Freunde gefunden.“

Nun ist dieses Kapitel seiner Profikarriere aber abgeschlossen: „Ich habe richtig Bock auf den FCA. Das ist ein familiärer Verein, ähnlich gestrickt wie der in Freiburg.“ Und dies ist wohl der Punkt, der den Ausschlag für Niederlechner gab. Zum einen wird er im August das erste Mal Vater, und da ist die Nähe und die Verbindung zu seinem Heimatort Hohenlinden und seiner Familie noch wichtiger. „Statt vier bis fünf Stunden Fahrt sind es nun nur noch 40 bis 45 Minuten. Da können Oma und Opa mal schnell vorbeischauen“, sagt der 28-Jährige lachend.

Jetzt ist für den seit März in Wasserburg standesamtlich Frischvermählten aber erst einmal Erholung angesagt. Flo Niederlechner will im Urlaub „den Kopf frei kriegen. Ich war schon ziemlich blockiert in den letzten Wochen.“ In 14 Tagen gilt es dann die „Hausaufgabe“ zu erledigen, bevor der Start-Knopf bei seinem neuen Arbeitgeber FC Augsburg gedrückt wird.

Quelle: Merkur.de

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