Langjährigen FCB-Fan und Vereinsfunktionär

Norbert Breitschaft gestorben - Abschied von einem Original

Der Inbegriff des „Kiebitz“: Norbert Breitschaft war ein großer Fan des FC Bayern. Foto: privat

Der Ball wird weiter rollen. Und doch wird es sich irgendwie anders anfühlen, wenn künftig ein Spiel in der Allianz Arena oder in der Bayernliga angepfiffen wird. Verlor der Münchner Fußball doch am Mittwochabend mit Norbert Breitschaft einen seiner treuesten Wegbegleiter.

Im Alter von 72 Jahren erlag der Sicherheitsbeauftragte des Bayernligisten SV Heimstetten im Kreise seiner Familie einem Krebsleiden. Die Beerdigung findet am kommenden Mittwoch (13.30 Uhr) im neuen Teil des Waldfriedhofs statt. Mit Holger (30) und Michael (37) hinterlässt die „gute Seele“ des SVH zwei Söhne, auch zwei Enkeltöchter (sieben und neun Jahre alt) trauern um ihn. So regelmäßig Breitschaft auch von seinem Wohnort Großhadern mit öffentlichen Verkehrsmitteln den weiten Weg nach Heimstetten antrat: Noch öfter war er an der Säbener Straße zu Gast, um dort seinen guten Kontakt zu den Stars des FC Bayern zu pflegen. Spätestens seit dem Eintritt ins Rentenalter frönte der ehemalige Chemielaborant uneingeschränkt seiner großen Leidenschaft, dem Fußball. Zunächst beim TSV Turnerbund, später beim SV 1880, beim TSV Großhadern und zuletzt seit 2010 in Heimstetten. Stets als Multifunktionär mit mannigfaltigen Aufgabengebieten.

In Heimstetten hätte er nur zu gerne noch die Regionalligarückkehr miterlebt, das aber war ihm nicht mehr vergönnt. Damit hinterlässt Breitschaft eine Lücke, die nicht aufzufüllen sein wird, wie SVH-Abteilungsleiter Michael Matejka traurig feststellt: „Norbert war einfach eine gute Haut und ist aus unserem Verein eigentlich nicht wegzudenken.“ Neben seiner Funktion als Sicherheitsbeauftragter war Breitschaft Mannschaftsbetreuer, er kümmerte sich bei Heimspielen um die Schiedsrichter, war bei den Einlasskontrollen zugegen und fand dabei immer ein freundliches Wort für die Gäste. Die Partien selbst begleitete er als kritischer, aber immer fairer und sachlicher Zuschauer. Vermissen wird man ihn allerdings auch an der Säbener Straße.

Kaum ein Training, das er sich entgehen ließ. Und bei den Heimspielen in der Allianz Arena, die er als Begleiter des Rollstuhlfahrer- Fanclubs „Rollwagerl 93 e.V.“ begutachtete, war er nur dann nicht zugegen, wenn sich die Partien des FC Bayern und des SV Heimstetten terminlich überschnitten. Schon im Kindesalter hätten sie Ausflüge nach Rottach- Egern gemacht, erzählt sein 37-jähriger Sohn Michael, um dort die Bayernprofis im Trainingslager zu bestaunen. Dabei war er ein Fußballverrückter, der selbst beim TSV 1860 gern gesehen war. Wenn es weder in Heimstetten noch an der Säbener Straße etwas zu besichtigen gab, weilte er eben an der Grünwalder Straße. Den Niedergang der Löwen bewertete er nie mit Häme, sondern mit aufrichtigem Bedauern. Wäre es nach Breitschaft gegangen, würden sich die beiden Münchner Großklubs auch heute noch in der Bundesliga duellieren.

Zuletzt entdeckte der passionierte „Kiebitz“ dank seiner Enkeltöchter noch die Liebe zum Basketball. Sie werden ihren „Bayern-Opa“, wie er von ihnen nur genannt wurde, aber nicht nur bei den Spielen des FC Bayern im Audi Dome vermissen. Während die Familie um ihren Vater und Opa trauert, ist die Welt um einen guten Menschen ärmer. Und der Münchner Fußball um eines seiner letzten Originale.

Quelle: fussball-vorort.de

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