Ein November-Ausflug mit Fans, aber ohne den Präsidenten

+
Einer der Besten seiner Zunft in der Bayernliga Süd: Pipinsrieds zuverlässiger Schlussmann Tobias Antoni.

Dem FC Pipinsried steht am Sonntag eine lange Auswärtsfahrt bevor. Mit dem großen Reisebus geht es für Mannschaft und Fans ins knapp 200 Kilometer entfernte Bad Kötzting in die Oberpfalz. Anstoß im Stadion am Roten Steg dort ist um 15 Uhr.

Nicht mit an Bord: Pipinsrieds Präsident Konrad Höß: „Die Heimspiele sind anstrengend genug für mich. Da tue ich mir diese lange Auswärtsfahrt nicht auch noch an.“

Höß hat es bereits am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen die SpVgg Landshut angekündigt: „Wir fahren nach Bad Kötzting, um dort den nächsten Dreier einzufahren.“ Dieser Meinung ist der FCP-Boss auch kurz vor dem am Wochenende anstehenden Duell: „Natürlich wollen wir auch in Bad Kötzting einen Sieg holen, aber das wird kein Honigschlecken und das habe ich unter der Woche auch der Mannschaft gesagt.“

Der FCP-Boss spielt bei seinem Verein mittlerweile eine ähnliche Rolle wie Matthias Sammer beim FC Bayern München. Obwohl die Pipinsrieder von Sieg zu Sieg eilen, hebt Höß immer wieder warnend den Finger: „Es gibt Spieler, die noch nicht an ihre Leistungsgrenze gehen, das habe ich in den vergangenen Wochen genau beobachtet. Da verlange ich noch mehr.“ Welche Spieler gemeint sind, lässt er offen.

Höß ist sich zudem sicher, dass die Oberpfälzer aus Bad Kötzting mit dem Schuss Extramotivation ins Spiel gegen Pipinsried gehen. „Gegen uns ist inzwischen jede Mannschaft noch mehr elektrisiert als in Matches gegen andere Teams. Da wird ein Unentschieden schon wie ein Sieg gefeiert.“

FCP-Spielertrainer Tobias Strobl bestätigt dies, allerdings stellt er auch klar: „Das hat meiner Meinung nach nichts mit dem FC Pipinsried zu tun, sondern einfach mit der Tatsache, dass wir aktuell Tabellenführer sind.“

Den Platz an der Sonne in der zweithöchsten bayerischen Spielklasse belegen die Pipinsrieder nun schon seit fünf Spieltagen. In dieser Zeit gab es für den FCP nur eine einzige Niederlage, im Heimspiel gegen den FC Unterföhring (1:4). Am vergangenen Wochenende fuhren die Pipinsrieder in souveräner Manier einen 2:0-Sieg im Heimspiel gegen die SpVgg Landshut ein. Der 1. FC Bad Kötzting konnte am letzten Oktober-Wochenende ebenfalls einen Sieg feiern. Die Mannschaft von Coach Peter Gallmaier gewann ihr Auswärtsspiel beim direkten Konkurrenten SB DJK Rosenheim mit 3:2.

In der Tabelle stehen die Oberpfälzer mit 18 Punkten allerdings auf einem Relegationsabstiegsplatz. Dennoch warnt FCP-Spielertrainer Tobias Strobl vor dem kommenden Gegner: „Dieser Mannschaft fehlt einfach ein bisschen die Konstanz. Aber an einem guten Tag kann sie jeder Mannschaft Probleme bereiten und sie auch schlagen.“

Strobl rechnet mit einer intensiven Begegnung: „Das wird mit Sicherheit ein Spiel, das in erster Linie über den Kampf entschieden wird. Auch im Hinspiel, haben wir uns bis zum 1:0 extrem schwer getan.“ Am Ende siegte die Mannschaft aus dem Dachauer Hinterland mit 4:0 jedoch deutlich.

„Wir brauchen in Bad Kötzting vor allem Spieler, die sofort den Kampf annehmen. In diese Partie muss man sich reinackern, erst dann können wir unsere spielerischen Qualitäten ausspielen“, so der Pipinsrieder Coach.

Vor dem Spiel gegen Bad Kötzting plagen Strobl Personalprobleme einer ganz speziellen Art: „Am vergangenen Dienstag konnten wir das Training mit 20 Spielern durchführen. Nur Junis Ibrahim hat aufgrund einer Wadenverhärtung noch gefehlt. Sollte er mir nach dem Abschlusstraining allerdings grünes Licht geben, steht er ebenfalls im Kader“, so Strobl. Dies bedeutete, dass gleich drei Spieler aus dem Dienstagstraining nicht im Aufgebot am kommenden Sonntag aufschlagen würden. „Natürlich sind diese Entscheidungen immer ganz schwer und für die betroffenen sehr bitter. Wir haben durch den extremen Konkurrenzkampf ein sehr hohes Niveau im Training, jeder Spieler hat seinen Anteil an dem, was wir bis jetzt geschafft haben“, so Strobl. Abgänge wären für den Pipinsrieder Spielertrainer im Winter allerdings nicht nachvollziehbar: „Wir haben hier die Möglichkeit, etwas ganz Großes zu schaffen. Ich will im Winter alle Spieler halten. Allerdings brauchen wir keine Neuzugänge.“ Ob FCP-Präse Konrad Höß diese Ansicht teilt? Er ließ erst kürzlich verlauten, sich auch in Zukunft ständig auf dem Transfermarkt umzuschauen...

 

Quelle: fussball-vorort.de

Auch interessant

Meistgelesen

Trainerkarussell bei den Amateuren nimmt weiter Fahrt auf
Trainerkarussell bei den Amateuren nimmt weiter Fahrt auf
Michael Schrodi: Vom grünen Rasen in den Bundestag
Michael Schrodi: Vom grünen Rasen in den Bundestag
Pokalkracher-Derby in Fürstenfeldbruck: Ziel Halbfinale
Pokalkracher-Derby in Fürstenfeldbruck: Ziel Halbfinale
Beim FC Ismaning müssen jetzt auch die Invaliden ran
Beim FC Ismaning müssen jetzt auch die Invaliden ran

Kommentare