SVH ohne Chance gegen kleine Löwen

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Überflüssige Klatsche: Leonard Mayer und der SV Heimstetten verlieren gegen den TSV 1860 II höher als nötig.

SV Heimstetten - Nichts war’s mit der erhofften Überraschung im Duell mit dem Spitzenreiter: Gegen einen erstaunlich effektiven TSV 1860 München II verliert der SV Heimstetten letztlich verdient und klar mit 0:4.

Vor einigen Jahren hat der Autor Jürgen Neckam ein Buch veröffentlicht, das sich etwas großspurig „das schnellste Literaturlexikon der Welt“ nennt. Darin fasst er 500 Romane in jeweils einem Satz zusammen – von Kafka bis Capote. Bei den Kritikern freilich kam das Werk nur mäßig an. Allein die Idee, ein kunstvolles Stück Literatur derart zu massakrieren, dass hernach nur eine Handvoll Wörter übrig bleibt, sei ein barbarischer Akt, hieß es.

Ähnlich argumentieren viele Fußballliebhaber, wenn es um Spielzusammenfassungen im Fernsehen geht: Echte Kenner, sagen sie, könnten eine Partie nie anhand von ein paar Szenen beurteilen. Manchmal jedoch reicht eine einzige Aktion, um ein komplettes Spiel zu beschreiben – so wie im Regionalligaduell des SV Heimstetten gegen den TSV 1860 München II.

In dieser 75. Minute vertändelt der SVH zunächst den Ball – zum x-ten Mal an diesem Nachmittag. Dann leistet sich ein Löwen-Verteidiger einen haarsträubenden Fehlpass – auch das ist keine Premiere in diesem Spiel – und schiebt die Kugel Sammy Ammari in die Beine. Acht Meter vor dem Tor will der Stürmer den Keeper tunneln, doch zwischen dessen Füßen springt der Ball wie eine Flipperkugel umher und kommt zum Liegen. Mathematisch ausgedrückt: Zu einem Drittel fehlt dem SVH das Glück, zu einem Drittel die Cleverness und zu einem Drittel die letzte Konsequenz – nicht nur in dieser Szene, sondern in den kompletten 90 Minuten.

Am Ende verliert der SVH mit 0:4, ohne dabei so unterlegen zu sein, wie es das Ergebnis vermuten lässt. „Der Sieg geht in Ordnung, auch wenn er zu hoch ausgefallen ist“, kommentiert Trainer Vitomir Moskovic. „Wir waren in den Zweikämpfen zu unentschlossen, und wir haben unsere Chancen nicht genutzt.“

Anders die Sechziger, die aus viereinhalb Möglichkeiten vier Tore machen. Das erste markiert Korbinian Vollmann, nachdem ihn Robert Glatzel mustergültig bedient hat. Ausgerechnet Glatzel, der vergangene Saison in Heimstetten schon nach wenigen Wochen in Ungnade fiel und den Club verlassen musste. Sonst bleibt von einer dahinplätschernden ersten Hälfte nur eines in Erinnerung: viele, viele Fehlpässe auf beiden Seiten.

Nach der Pause nimmt die Partie etwas an Fahrt auf, und doch müssen die 770 Zuschauer bis zur 62. Minute warten, ehe sie die zweite Chance des Spiels erleben – wiederum für den Spitzenreiter. Richard Neudecker zieht vom Sechzehner ab, der Ball wird abgefälscht und segelt über Torwart Marijan Krasnic hinweg ins Netz – 0:2.

Mit dem Rücken zur Wand wachen die Platzherren auf und erarbeiten sich eine Reihe guter Chancen. Doch neben Ammari scheitern auch Clemens Kubina (64.), der eingewechselte Sebastiano Nappo (74.) und Danijel Majdancevic (84.) aus aussichtsreicher Position. So kann Moskovic letztlich nur die „enorme Effizienz“ des Gegners loben, der in der Schlussviertelstunde zwei weitere Male zuschlägt.

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Quelle: fussball-vorort.de

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