Nächste Woche steht bei der SpVgg Unterhaching die Präsidiumswahl an

Die Opposition als "Oppositiönchen"

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Manni Schwabl sieht "viele Aktien, die wir hochziehen"

SpVgg Unterhaching - Die Osterfeiertage hat Manfred Schwabl so verbracht: Mit Fußball seiner SpVgg Unterhaching. Am Karsamstag war er beim 1:0 der ersten Mannschaft in Amberg, am Ostermontag bei den A-Junioren. Immer auf Achse, der Präsident. Da muss sogar die Familie zurückstehen.

Trotz seines Engagements ist Schwabl beim Regionalligisten nicht mehr unumstritten. Es hat sich eine Opposition gebildet. Allerdings eine kuriose. Zunächst war es nur eine Opposition ohne Alternativkonzept, was alleine schon mal recht ärgerlich sein kann. Seit Ostern ist nun aber auch amtlich: Es ist zudem eine Opposition ohne Gesicht, ohne Kopf. Am kommenden Donnerstag stehen die Präsidiumswahlen an, bis Gründonnerstag lief die Frist, sich beim Wahlausschuss in Position zu bringen. Es liegt aber nur die Kandidatur des Teams um Amtsinhaber Schwabl vor. Zuletzt hatte man am Sportpark schon über das „Oppositiönchen“ gespöttelt – nun ist es eine Karikatur einer Opposition. Die leider aber schon einiges sabotiert hat.Schwabl stand mit einem Münchner Medienkonzern in Verhandlungen, doch die Opposition sträubte sich gegen eine Partnerschaft. Er frage sich, „was die Leute eigentlich wollen“, so Schwabl, der diese Frage am Donnerstag allen Mitgliedern stellen will. Die Fakten seien folgende: Sportlich greift das Konzept, die Ergebnisse und die Spielweise stimmen – aber die finanzielle Struktur erlaube derzeit keine Teilnahme am Drittligabetrieb. Deshalb beantragte man heuer auch gar keine Lizenz. „Von der aktuellen Gemengelage ist Unterhaching einfach ein Regionalligist. Punkt. Da muss man einfach mal ehrlich sein“, so Schwabl. Man habe rund 30 Förderverträge, zahlreiche Juniorennationalspieler, dazu eine erste Mannschaft, „die Lust auf mehr macht, ich sage aber ehrlich: Wir sind von der finanziellen Struktur trotz allem nicht drittligatauglich im Moment. Mir tut das auch weh, ich höre das auch nicht gerne – aber ich kann weder mich noch den Rest der Welt belügen. Statt zu jammern oder rumzulavieren arbeiten wir an Verbesserungen.“Hachings Potenzial, erklärt Schwabl, wachse dabei stetig: „Wir haben in unserer Jugend viele kleine Aktien, die wir hochziehen.“ Zudem verlängerte Thomas Steinherr kürzlich bis 2020, Kapitän Josef Welzmüller soll bis 2019 unterschreiben, und auch Trainer Claus Schromm steht ganz oben auf der Agenda der Klubführung. Das Arbeitsverhältnis läuft aktuell bis 2017, Tendenz: Verlängerung. Und solche Entwicklungen gäbe es ja kaum, „wenn alles schieflaufen würde“, so Schwabl. „Die Leute bleiben dir doch nicht, wenn alles Mist ist.“Kurios wirkt es durchaus, dass ein Präsident sich verteidigen muss, obwohl er in turbulenten Zeiten einen nachvollziehbaren Weg geht und etappenweise Erfolge vermelden kann. Noch dazu, wo es ja keine echte Fraktion gibt, die alles anhand eines vernünftigen Gegenmodells in Frage stellt. Vorgänger Engelbert Kupka steht auf Seiten von Schwabl, auch das sollte ein Indiz sein, auf wen man in Haching setzen sollte. Kupka kämpfte Jahrzehnte lang um das Überleben des Vereins.„Wir haben eine super Jugendarbeit, die Leute wollen ein Nachwuchsleistungszentrum, sie wollen in den bezahlten Fußball – aber uns fehlen momentan die Sponsoren“, sagt Schwabl gebetsmühlenartig. „Wenn ich nach Dresden schaue, die haben über 20 000 Zuschauer im Schnitt, da tust du dich leichter mit einem Sponsor. Aber wenn wir keinen finden, machen wir hier bald Breitensport.“ Und das womöglich nur, weil einem eine Opposition ein Eis ins Nest gelegt hat. Weit vor Ostern übrigens.Text: Andreas Werner

Quelle: fussball-vorort.de

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