Eigengewächs im Visier von Bundesligisten

Orestis Kiomourtzoglou: Toptalent mit Treuebonus

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Mittendrin bei den erfolgreichen Unterhachingern: Orestis Kiomourtzoglou (r.) hat sich mit seinen 19 Jahren etabliert. F: Leifer

Orestis Kiomourtzoglou liegen attraktive Offerten vor – doch das Juwel, das seit der F-Jugend bei Haching spielt, will bei der SpVgg reifen.

Orestis Kiomourtzoglou ist der dienstälteste Profi bei der SpVgg Unterhaching – trotz seiner erst 19 Jahre. Der Mittelfeldallrounder mit den griechischen Wurzeln kickt seit den F-Junioren im rot-blauen Dress, er schaffte es bis in die erste Mannschaft und brachte es in dieser Drittligasaison inklusive Toto-Pokal auf stolze 14 Einsätze (zwei Tore). Orestis Kiomourtzoglou ist das Paradebeispiel des Unterhachinger Wegs, denn der Klub hat die Ausbildung von Talenten als Kernarbeit perfektioniert. Es liegen Anfragen vor, Werder Bremen ist interessiert, in der Zweiten Liga wurde man auch aufmerksam. Doch der junge Mann möchte sich mit Unterhaching entwickeln.

Es ist selten in der heutigen Zeit, dass sich ein Talent trotz attraktiver Offerten für einen vernünftigen Aufbau bei seinem Stammklub entscheidet. Aber Unterhaching ist schon immer gerne ein Hort für besondere Fußballgeschichten gewesen, und nur Wenige wissen das besser als Orestis Kiomourtzoglou, dem Toptalent mit dem Treuebonus.

Nicht zuletzt die Bremer hatten das Juwel einige Male observiert und waren schon mit konkreten Vorstellungen aufgetreten. Kiomourtzoglous Vertrag läuft im Sommer aus, Werder hätte gerne übernommen. Die Bremer, deren zweite Mannschaft am Samstag um 14 Uhr nächster Gegner der Hachinger im Sportpark ist, lockten damit, dass der 19-Jährige mit den Lizenzspielern trainiert und bei ihrer Reserve Spielpraxis sammelt. Es wäre der nächste Schritt zum großen Traum: Erste Liga. Doch für eine Verlängerung in Unterhaching gibt es auch Gründe, was die Fans freut. Kiomourtzoglou will bei der SpVgg den nächsten Schritt machen: Stammkraft und Führungsfigur werden.

Der Jungspund, der sich auf der „Acht“ am wohlsten fühlt, in der Jugend aber auch Stürmer war, ist einer, der zu schätzen weiß, wie er in Unterhaching über all die Jahre aufgebaut wurde. Noch etwas länger im vertrauten Umfeld zu reifen, ist sinnvoll, denn es soll ja bestmöglich, Schritt für Schritt, nach vorne gehen.

Schon als Junior gab er alles für die „Rot-Blauen“ einmal ließ er sich einst nicht einmal auswechseln, als sein Gesicht nach einem Ellbogenschlag anschwoll und er sich übergeben musste. Bereits als Knirps kochte seine Mama Nudeln vor, damit er nach Trainingseinheiten und Spielen sofort beste Aufbaunahrung genießen konnte.

Inzwischen stellte er seine Ernährung um, jetzt stehen Nudeln aus Dinkel und Vollkorn auf dem Plan. Er überlässt nichts dem Zufall. Seitdem er mit 15 Jahren um 15 Zentimeter hochschoss (heute misst er 1,88 Meter) dehnt er sich schon in der Kabine. Die Kameraden grinsten früher über so viel Ehrgeiz, aber längst grinst Kiomourtzoglou, die Schinderei zahlt sich ja aus. Sein Spitzname lautet Arturo Vidal. Das zeugt von Respekt, es ist ja sportlich gemeint und zielt nicht auf die Eskapaden des Chilenen ab. Kiomourtzoglou, Hachings „Krieger“ steht für das Bodenständige. 

Quelle: fussball-vorort.de

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