Orhan Akkurt: Der Mann mit der Torgarantie

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Schuss und Tor: Orhan Akkurt in seinem Element.

SV Pullach - Orhan Akkurt spielt beim SV Pullach zurzeit den vielleicht besten Fußball seiner Karriere.

Er ist der Mann mit der eingebauten Torgarantie: Orhan Akkurt hat bei all seinen Vereinen einen außergewöhnlichen Riecher vor des Gegners Kasten bewiesen. Seit zweieinhalb Jahren profitiert der SV Pullach von den herausragenden Vollstrecker-Qualitäten des 29-Jährigen. Mit 24 Treffern hat der wesentlichen Anteil daran, dass die Raben in der Bayernliga Süd auf Platz zwei überwintern. Doch sein Beitrag zum Pullacher Höhenflug geht über das bloße Bälle versenken hinaus. Fast möchte man sagen: Derzeit präsentiert sich an der Gistlstraße der beste Akkurt, den es je gab. Ganz so weit will der Stürmer noch nicht gehen, aber dass nicht mehr viel zu den Topleistungen seiner Karriere fehlt, die er vor allem zuvor beim SV Heimstetten zeigte, findet er durchaus: „Ich nähere mich meinem alten Niveau.“

Eine Einschätzung, die die Verantwortlichen teilen: „Das ist der Orhan, so wie wir ihn kennen“, freut sich SVP-Manager Theo Liedl, der den Angreifer 2004 als Jungspund von der SpVgg Unterhaching erstmals (bis zur Winterpause 2006/2007) an die Gistlstraße gelotst hatte. In der Zwischenzeit habe sich Akkurt auch außerhalb seines Hoheitsgebiets im und um den Strafraum entwickelt: „Seine Qualität kennen wir ja. Aber er ist jetzt auch einer der älteren und erfahreneren Spieler, und es ist gut, dass er sich einbringt, nicht nur wegen seiner Tore. Sondern auch in der Mannschaft, im ganzen Drumherum.“

Kein Zweifel: Der zweifache Familienvater wirkt gereift. „Er ist jetzt im besten Fußballeralter“, sagt Liedl, und Trainer Frank Schmöller, der einstige Profi-Stürmer, pflichtet bei: „Er kommt jetzt als Torjäger in ein richtig gutes Alter, wobei er in jedem Alter gut war.“ Doch der richtige Reifegrad allein taugt nicht als Erklärung für die zuletzt bärenstarke Auftritte, bei denen Akkurt mehr offenbarte als seine Abgebrühtheit vor dem Tor: Er rannte, rackerte, beackerte die gegnerischen Abwehrreihen. Kurz: Er brannte wie lange nicht mehr, und er verrät auch, wer dieses Feuer in ihm entfacht hat: Frank Schmöller. „Viel liegt am Coach. Er weiß, wie er jeden Spieler anpacken muss und ganz speziell mich. Ich war am Anfang der Vorbereitung noch im Urlaub, danach hat er mich in den ersten drei Wochen Training ganz hart rangenommen, mich richtig getriezt. Aber so hat er meinen Ehrgeiz noch mehr geweckt.“ Ein Ehrgeiz, der sich auch dank der richtigen Umgebung in Erfolg umwandeln lässt: „Ohne die Mannschaft schießt kein Stürmer Tore. Da hätte ich vielleicht ein oder zwei gemacht“, sieht sich Akkurt als Teil eines funktionierenden Teams. Was sich auch in seiner Spielweise ausdrückt. „Er hat sehr für die Mannschaft gearbeitet“, lobt Schmöller, um andererseits zu betonen: „Die Mannschaft hat auch ihm sehr geholfen, weil sie weiß, dass sie da vorne einen richtigen Killer drin hat, der mit hoher Wahrscheinlichkeit die Chancen nutzt.“

Es sei allerdings keine bloße Zweckgemeinschaft, die ihm und seinen Nebenleuten Beine macht, versichert Akkurt: „Die Stimmung ist deshalb gut, weil die Mischung passt. Außerdem mosert keiner rum, wenn er draußen sitzt.“ Trainer, Mannschaft, Erfahrung: Drei Erfolgsfaktoren, die nicht greifen könnten, wenn da nicht auch Akkurts guter körperlicher Zustand wäre. „Endlich! Die Jahre vorher waren ja Wahnsinn“, freut er sich über die beschwerdefreie Torejagd nach einer langen Phase, in der ihn immer wieder Verletzungen zurückgeworfen hatten, unter anderem ein Syndesmosebandriss und ein Spiralbruch im Arm. „Er war körperlich wahnsinnig fit“, blickt Schmöller auf die vergangenen Wochen zurück, auch Liedl sieht darin ein entscheidendes Kriterium: „Er ist verletzungsfrei geblieben, ist jetzt wieder den Schritt schneller.“

Einzige Kehrseite der Topform: Eine Riesensteigerung ist kaum mehr drin. „Mit einer sehr guten Vorbereitung und wenn wir ihn körperlich noch ein bisschen fitter kriegen, ist vielleicht noch ein bisschen Luft nach oben. Aber sehr viel nicht mehr, denn er spielt jetzt schon auf einem so hohen Niveau“, glaubt Schmöller, doch Akkurt verspricht, sich zumindest alle Mühe zu geben: „Auch wenn man durch Arbeit und Familie eingeschränkt ist und nicht ohne Ende an der Fitness arbeiten kann: Mehr geht immer!“

Umberto Savignano

Quelle: fussball-vorort.de

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