Patrick Heilmair verlässt TSV Moosburg: Wer wird die neue Nummer 1?

Patrik Heilmair: Mehr als sechs Jahre der Rückhalt des TSV Moosburg in der Kreisliga, wechselt der Keeper nun zum FC Schwaig.
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Patrik Heilmair: Mehr als sechs Jahre der Rückhalt des TSV Moosburg in der Kreisliga, wechselt der Keeper nun zum FC Schwaig.

Ein erneuter Abgang steht dem TSV Moosburg bevor. Diesmal ist es Kapitän und Torwart Patrik Heilmair. Wer wird die neue Nummer eins?

Moosburg – Der TSV Moosburg hatte in der Corona-Pause einige schmerzhafte Abgänge zu verzeichnen. Seit dem Re-Start im September weisen die Neustädter die schlechteste Bilanz aller Kreisligateams auf. In den vier Liga-Partien fiel auch den Gegnern ins Auge, dass eine Position beim TSV trotzdem gehobenes Kreisliga-Niveau hatte. Gemeint ist der Torwart und Kapitän Patrik Heilmair. Aber auch für den 25-jährigen endet das Kapitel TSV Moosburg demnächst.

Auch nach der nächsten Corona-Pause wird die personelle Situation beim TSV nicht besser. Sie als Kapitän verlassen das Schiff?

Patrick Heilmair: Ich plane im Winter, den TSV Moosburg zu verlassen und zum FC Schwaig zu wechseln. Vorausgesetzt natürlich die beiden Vereine einigen sich und ich erhalte die Freigabe. Aber da wurde mir schon signalisiert, dass mir keine Steine in den Weg gelegt werden. Für mich keine ganz leichte Entscheidung. Das waren jetzt sechseinhalb Jahre, in denen ich den Verein lieben gelernt hab, meine besten Freunde sind hier. Ich hatte zwischendurch schon das ein oder andere Wechselangebot bekommen, aber immer abgelehnt, weil ich mit meinen Spezln beim TSV spielen wollte. Aber jetzt scheint für mich der Zeitpunkt zum Wechseln perfekt. Ich habe kürzlich eine Weiterbildung zum Betriebswirt abgeschlossen und hab in meiner Freizeit noch mehr Gelegenheit mich voll auf den Fußball zu konzentrieren. Mit den Schwaigern habe ich eine Supermannschaft erwischt. Ich hab dort bereits einige Male mittrainiert und wurde super aufgenommen. Da passt es einfach und ich fühl mich wohl. Dort ist die Stimmung so, wie damals beim TSV Moosburg, als ich aus der Jugend rauskam. Und da möchte ich jetzt einfach in Schwaig angreifen und der Mannschaft helfen, dass sie in die Landesliga aufsteigen kann.

Heißt für die Sportfreunde Schwaig, sie bekommen eine neue Nummer eins?

Ob ich dort die Nummer eins sein werde, weiß ich nicht, denn das stellt immer noch der Trainer auf. Und in Schwaig spielt mit Florian Preußer ein Super-Torwart. Ich hab schon einige Mal mit ihm trainiert und kann sicher noch einiges von ihm lernen. Das ist ein Supertyp, der auch schon lange höherklassig Erfahrung gesammelt hat. Ich freu mich aufs Training mit ihm, sag aber auch, dass ich da hin wechsle, um zu spielen und nicht dauernd auf der Bank zu sitzen. Ich werde mich mit Vollgas anbieten und am Ende stellt dann der Trainer auf. Für mich heißt es jetzt erstmal, mich ein oder zwei Ligen höher zu beweisen. Ich will einfach probieren, ob ich das Zeug dazu habe und hab richtig Bock drauf.

Sie haben den TSV als Kapitän in die Saison geführt. Nun sieht es alles andere als gut aus. Würde Sie ein Abstieg im nächsten Jahr noch berühren?

Falls es für den TSV runter gehen sollte, trifft mich das natürlich. Ich hab sechseinhalb Jahre hier gespielt, das ist mein Heimatverein, wenn ich sagen würde, das würde mich kalt lassen, würd ich lügen. Ich wünsch es dem TSV Moosburg nicht, dass sie absteigen, aber da ist jetzt eine Riesenmenge Arbeit zu tun. Unsere Spiele sieht ja jeder, wir bringen teilweise kein Bein auf den Platz. Es bringt keiner den Mund auf, es streckt keiner die Brust raus, es ist kein Selbstvertrauen da, und auch der Siegeswille fehlt bei vielen. Meine persönliche Meinung ist, dass es nach den vielen Abgängen vielleicht sogar besser wäre, eine Klasse tiefer wieder durchzustarten. Ein neues Gerüst, das derzeit völlig fehlt, aufzubauen, junge Spieler aus dem Nachwuchs zu integrieren und auch wieder Siege zu feiern. Von der „alten“ Garde sind nur noch Dominik Gessler, Michael Westermeier und Benedikt Wagner da. Die sind für mich seit Jahren bei den ganz wichtigen Spielern dabei, die die Kreisliga tragen. Aber das sind zu wenig. Jetzt heißt es, gute Leute von unten hochziehen. Vielleicht kann man auch externe Kräfte über den neuen Trainer bekommen. Wer weiß. Ich glaub es wäre wichtiger, auf die eigene Jugend zu setzen, sodass du nachhaltig irgendwann wieder eine g’scheite Mannschaft zusammenkriegst mit der du wieder angreifen kannst. Aber das ist noch ein weiter Weg, ich glaub das sieht man auch.

(Josef Fuchs)

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